mal freilich überwuchernden Phantasie gespeisten Besitzes.
Dazu ist er nach seiner ganzen Anlage und ethisch-reli—
giösen Ausrichkung völlig ohne Falsch, er würde Hein-
lichkeit, Berstellung, Unaufrichtigkeit für verächtlich und
lief unker seiner Würde halken. Der Gedanke, der Kaiser
hätte je ein Ziel durch wissenklich falsche Vorspiegelung
oder auf krummen Wegen erreichen wollen, ist mir gar
nicht vorstellbar.
Mag allerdings sein, daß bei all diesem sich rückhalk-
los und ohne Vorbehalk Offenbaren der jedem reinlichen
Menschen innewohnende Drang nach Offenheik seine
stärkste Stütze sand in einer den Kaiser sichtlich beherr-
schenden Überschätzung der augenblicklichen perfönlichen
Wirkung. Er glaubk, im persönlichen Gedankenauskausch
seiner Siege im Anlauf sicher zu sein und der kleinen
Mittel langer Vorbereilung und Belagerung ebenso-
wenig zu bedürfen wie der Kniffe und Pfiffe diploma-
kischer Workfechker. Ich habe kaufendmal beobachkek,
daß die von seiner Person ausgehende Wirkung in der
Tak groß ist und daß auch Männer von sonst durch-
aus selbständiger Form dem bisweilen geradezu fatzi-
nierenden Einflusse meines Vakers leicht versielen. Viel-
leicht nur vorübergehend.
Immerhin haben aber solche von Jugend an erlebte
Erfolge und mehr noch die daran anschließenden Be-
wunderungsbezeugungen und Schmeichelreden gefälliger
Freunde oder Hofleute seinen Blick für die Zweck-
mäßigkeit dieser Hingabe aller letzten inneren Re-
serven ebenso wie seine Einsicht darein gekrübk, daß
der einzelne — und wäre er ein Kaiser und eine noch
so stürmisch wollende Persfönlichkeik — am Ende leicht
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