Metadata : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

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Aummer  18

mit  den  wiederbolten  Versuchen  der  Vereinigten
Staaten,  die  eine  bdige  Wiederherstellung  des
Friedens  wünschen  und  daru  mitrirken  wollen.“
Der  Hinweis  darauf,  daß  durch  dieses  Verfahren
  die  amerikanischen  Lieferanten  ihrerseits
dam  beitragen,  den  Krieg  in  die  Länge  zu
ziehen,  wird  hoffentlich  die  amerikanische  Regierung
  veranlassen,  diese  fortgesetzte  Neutralitätsverletzung
  künftig  zu  verhindern  und  zu
verbieten.

Die  Lebensmittelteuerung  in  England.


W!,#.  London,  21.  Jan.  Nach  dem  Zusammentritt
  des  Parlaments  am  2.  Februar
ricktet  die  Arkeiterpartei  an  die  Regierung  die
dringende  Aufforderung,  schärfere  Maßnahmen
zur  Verjorgung  der  Bevöllerung  mit  ausreicenden
  Nahrungsmitteln  zu  vernünftigen  Preisen
  en  treffen.  Es  wird  der  Regierung  vorgeschlagen,
  alle  vorhandenen  Vorräte  an  inländischem
  Wei#en  #m  Preise  von  35  bis  40
Schilling  für  den  Quarter  aufzulaufen,  ihn  zu
Marttpreisen  Zeu  vertansen  und  bei  der  Erzielung
eines  Gewinnes  den  Produrenten  eine  Prämie
von  fünf  Pro2ent  zu  gewähren  und  den  Rest
dem  Scharamte  zu  übergeren.

Aus  einem  russischen  Gefangenenlager
  ausgebrochen

Win.  .  Basel,  21.  Jan.  Nach  den  vorliegenden
  Meloungen  der  Blätter  aus  Krasno
Jarik  in  S  birien  sollen  aus  dem  dortigen  Gefangenenlager
  140  deutiche,  österreichisc#:  und
ungarische  Gefangene  entwichen  sein.  Sie  hätten
  die  Wachen  getötet  und  deren  Wassen  an
sich  genommen.

England  und  Amerika.

Lendon,  21.

aus  Neuuort:

Die  „Times“  melden
Zerater  des  Ma-Jan.


Der  juriseische

riss  birerium3  sclug  zur  Lösung  des  Konterhandelonillltes
  vor:  Alle  Schiie  werden  unter
*  ron  Komrolleuren  in  Amerila  baden.

Di

Die  Kontrolleure  werden  vom  ameritanischen
Zollamt  und  vom  britiscten  Konsul  gemeinsam
ernannt.  Die  Nichtigleit  der  Schiffspapiere  wird
den  Hafenkapitänen  durch  den  britischen  Konsul
beit  äligt  und,  wenn  rünschenswert,  die  Schiffsluken
  aller  nack-  Europa  fahrenden  Schifse  amtlich
  versiegelt.  (J3)  Die  letzten  amerikanischen
Meldungen  widersprechen  dieser  offenbar  nur
englischen  Auffassung.

Deutschs  Gefangene  auf  Korsikoa.

WITB.  Solingen=  21.,  Jan.
bergische  Landsleute,  die  beim  Ausbruch  des
Krieges  in  Frankreick  weilten  und  als  Zioilgefangene
  sesecmmen  wurden,  sind  vor  einiger
Zeit  nack  Ko.  slka  gebrach:  worde  n,  K  es  ihnen
nock  ichlechter  ergeht  als  in  Frantreich.  Der
Valer  eines  der  Festgenommenen,  der  durch
Sufall  einen  nidt  cnrtzen  Bref  seines  Soynes
erl.  ielt,  hLat  in  einer  Eingabe  an  den  Reichskanzier
  und  an  das  Auswärtige  Amt  deren
Hilse  angetufen.  Er  erh  elt  jen  folgende  Antmort:
  Ter  amerisanische  Bo.schafter  in  Paris
ist  gebeten  worden,  die  Geiangenenlager  auf
Korila  durih  e.  ne  n  BR  ll  besichtigen  zu  lajsjen
  und  auf  Arkille  vorbndener  Ucbelnände
zu  dringen.  E#  9  unäck.in  abgewartet  wer—

den.  od  sich  die  Lage  der  Cetangenen  daraufbin
beisern  wiro.  7  Ertangenen  haben,  mie  beinern
  sein  in3.  einmal  das  Geld  erhalten,
das  ihnen  au#.  Zeimat  Jeschickt  warde.

4  ·  r

Zahlreiche.

 

——  Atj

Dne  Gedbrben  in  Itallen:  Der  König  im  terstörten  Aveltans.

 

 

 

bom  wesklichen  riegsscharplocz.

Soissons  geräumt.
#MII4  Parise,  21.  Jan.  Dem  „Petit  Parisien“
  zusolge  wüurde  Füson  auf  Anordnung
der  Militärbehörde  non  den  Einwollnern  geräumt.



·  2  4
Vom  ösellchen  Kelegsschauplat
Neue  Kämpfe  in  Polen.
Genf.  21.  Jan.  Nach  Petersburger  Mel.
dungen  sanden  am  17.  und  18.  Januar  in  der
Nähe  des  Dorses  Konopka  sowie  bei  Radzanom
  und  Bieschun  bedeutende  Kämpfe  statl,
bei  denen  namentli  ch  schwere  deutsche  Artillerie
in  Altion  tral.  In  Bieschun  besitzen  die  Deutschen
  vorzüglich  befestigte  Stellungen.  Am  17.
Januar  hatten  die  russischen  Stellungen  bei
Wyschograd  und  am  18.  das  südlich  davon  gelegene
  Dori  Wuttowice,  sowie  die  Gräben  der

Russen  auf  dem  linken  Beurauser  furchtbar  unter

dein  Feuer  der  deutchen  Artillerie  zu  ieiden.
(3)

J  .
D

Die  RKämpfe  um  MWarschan.
Kopenhagen,  21.  Jan.  Der  Berichterstalter

  der  „Daily  Chronscle“  meldel:  Es

ist  nicht  leicht,  gegenwärtig  Warschau  zu  beschreiben.

  Eine  furchtbare  Schlacht  tobt  in  einer
Entfernung.  von  eiwa  25;  Kilomesfr.  stãglich

werfen  deutsche  Fiieger  Vomben  über  der  Stadt

ab.  Regimenter  aus  allen  Teilen  des  Riesenreiches

  marschieren  fortgesetzt  durch  die  Straeen.

  Täglich  werden  von  Eisenbahnzügen  und
Vermundeten  in  die-Kraftwagen

  Hunderte  von
Stadt  gebracht.  Alle  öffentlichen  Gebäude  sind
in  La###e#le  verwandelt.  Die  Zeitungen  bestehen
blot  mehr  aus  einer  Seite.  Polnische  Soldaten
liegen  in  den  Enraretten  und  die  Namen  polnischer
  Soldaten  füllen  die  Veriustlisten.  Das
traurigsee  Scheuspiel  bicten  die  Bauern,  die  mit
ihren  Bündein  auf  dem  Rüchn  umberirren  und

ratlos  der  Zulunft  entgegensehen.  (0.)
Don  beu  Fe  Kriegsschunplähen.

Die  Russen  in  den  RKarpathen  und
in  der  DBulowina.

B  udapest,  21.  Jan.  In  den  Karpathen
besieht  seit  acht  Tagen  eine  Gefechtspause.  Nach
glaukwurdigen  Mitleilungen  wurde  in  der  Karpatücnarmee
  cine  ernsthafste  Menterei  ausgededt.


Die  Mohammedatter  eines  Tscherlessen:  »

Regiments  und  eines  sibirischen  Infanterie-Regiments
  trafen  insgeheim  Vorbereitungen  zur
Menterei.  Man  fand  bei  ihnen  Tausende  von
aufrührerischen  Proklamationen  in  türtischer  und

Heiligen  Krieges  Mitteilungen  machten.  Die
Menlerer  wurden  abtransportiert.  Die  Offenside
  der  Russen  in  der  Bulowina  wurde  nunmehr
ausgehalten.  Nach  der  Einnahme  von  Kirlibaba
veriuchten  di:  Nussen  am  Radngerpasse  entlang
üler  den  Goeboffluß  in  das  Marmaroser  Komitat
  einzudringen,  wurden  aber  über  die  Landesgrenze
  zurückgeworfen.  Kirlibaba  ist  zurückgewonnen.
  (3Z.)

Russische  Greueltaten  in  Galizien.

Wien,  21.  Jan.  Aus  dem  Kriegspressequartier
  urrd  über  russische  Greueltaten  gegen
die  Juden  gemeldet:  Wie  durch  amtliche  Erhebungen
  sestgestellt  wurde,  halen  die  Russen
nach  der  Veretzung  von  Gali:#sch-  Dolhopole  einen
Bemohner  erichosien  und  einen  weiten  Bewohner
au  mwei  zusammengewach'senen  Fichten  gelreuzigt.
Vor  dem  Gekreuzigten  unterhtellen  sie  drei  Tage
lang,  bis  er  starb,  eine  Wache.  Eine  lrank  im
Bette  liegende  Jüdin  wurde  buch  stäblich  abgechlachtet
  und  ihr  Mann  niedergeschossen.  In
Dichinetz  verbrannten  die  Russen  42  Häuser,
darunter  alle  Häuser  der  Juden,  die  Vollsschule
und  das  Gemeindehaus.  Die  Bewohner  der
Hãuser  wurden  fast  naclt  hinausgejagt.  (3Z.)

„Die  neue-  Offensive  gegen  Serbien.
1  Wien,  21.  Jan.  Die  infolge  des  Rückiuges

der  sterrei  chüch-ungarischen  Truppen  aus  Ser.

bien  notwendig  gewordenen  Verschiebungen  unserer
  Streitltäfte  und  die  Neugruppierung  der
österreichisch-ungorischen  Südarmee  sind  nunfmso
weit  vorangeschritten,  daß  die  neue  Offensive
gegen  Serbien  für  die  nächste  Zeit  in  Aussicht
gestellt  werden  kann.  (3Z.)

Ein  Dokument  russischer  Schande.

Wien,  21.,Jan.  Kiamil  Vey,  der  bis  zum
Ausbruch  des  Krieges  türlischer  Gencrallonsul
in  Odessa  war,  ist  hier  eingetrofsen.  Weil  er
seine  Negierung  über  Vorgänge,  die  die  Türkei
interessierten,  Vericht  erstaltete,  wurde  er  der
Spionage  beschuldigt  und  ins  Gesängnis  genorsen.
  Seine  Zelle  benand  aus  einem  lleinen
#bineenen  Käfig,  der  nur  durch  eine  Kule  von
oen  Licht  und  Luft  erblen  und  den  er  selbit
reinigen  mußte.  In  diesem  Kasig!  wurde  er  24

 

 

 

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den  E.  BDh.  Dopxendelm.

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krunten.  hien  Sie  da  dinein  —  ##h
denfe.  man  I#mete  mu  Smi  er  Undeonld  **e
marien.  ind  len  Sie  dar  kofmare  Gut
Peiser,  al##  il  s  hrre  Püten  zünnen.“

 

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baftt  *  I.  14  iuöle  Fiuh  nieht.  Und  alr  ich  das
geem  5  "  in  neinen  Aren  le#n

u.  *:  „or  m„  „en  von  denm  Wilupein
küte  und  sie  mieller  und  lie  der  meinen  Rumen
flammelle  da  Bhatte  ich  U#n  Gsoisinus  der
Lliebe  aes  Leio  uno  elle  No:  der  Welt  vergessen,
  und  nur  jubelnde  Elleitircliglein)  jüllie

Hern-  -  s-  —  —

inein

Someit  e5  eriordern  ich  geweien  w  war,  ,  batle
ich  den  Grafen  Srolbrman  über  Uhas  Geichehene
ausfgeklärt,  und  er  gab  sich  hamit  #eafrieden.
Dann  aber  nabm  er  eine  in##wiren  eingelaujene
  Depesche  zur  Hand  luno  erte  inn  zusommengezogenen
  rauen:

„Wrinz  Nonn  Kotesci  kündet  mir  perijonlich
seine  Anlunn  au  —  ½5  as  um  zu  erjahren,
wie  ich  uch  dagri  herhalten  werde.  EGin
Skandal  mußm  naturlich  unter  allen  Umstönden
vermieden  werden:  cs  wird  ohnedies  bereila
dunel  geraunn  Wir  werden  den  Lrinzen

mährend  seines  kurzen  Ausenthaltea  ganz  als
Ei#s  behann###n  müillen.“  -

 

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Exzcllcisz  —-9«
otoson  fohuus
,n.k.«s.nunockcm  wenig  ungeduldig.
„Es  It  doch  selbite  stäntich,  daß  der  Prinz
Nun.:  anien  sofort  mieder  verlassen  must.
nz  .nen  ½  der  Erbe  grajjer  Güter
in  iuhlã  lien,.  G.  Scienz!“  wonole  ich  ein
k’wie  Güter  send  uberitouldet,  Lozar  —
und  8  sie  zu  hatten  wurde  der  Groß.  Bojar
zu:  Verrãäter  seines  Landes.  Es  kann  seinem
Gest.#-  dnis  nach  foinem  Zwei'el  umterlienen,
daß  der  Sohn  non  Unde  hin  an  nur  eine  dor
geschobene  Person  war.  Der  Cu##ônr  ojar  hat
von  dem  rusuen  Giunsten  D#ltonu.  ow  gewaltige
  Darlellene  hu  aber
wird  im  buahtablichen  Sinne  des  Vn.  s  ein
armer  Mann  jen.“=Wir
  ichwiegen  beide.  Dann  erhob  sich  der
Miniseer-  präfkdent  und  reiint:  mg  die  Kand.
aber  —  gute  Nalht.  Larar!"  sagte
er  herzlich.  „Laisen  iich  die  Geschehntiie
eine  Lebre  für  das  Leben  sein.  Ihre  Vahn  wird
nun  auiwärts  fübren  —  die  höchten  Höhen
lönnen  Sie  erreich  en  in  diesem  Lunde.  ·
qcradcscsus  HDHohe  werden  Sie  die  Leyren
gebrauchen  kernn,  die  Junen  das  Schitsal
erleilt  hat.  Gute  Nackht  und:  Elück  anf!“

42.  Kapirel.

Der  Schriftsteller  läd.elie.  Er  war  neuerdings
  zu  groem  uf  e  ommen;  aber  seine
B.  rühritoen  war  noc)  In-  vg  dan  die  Auf-EEIEEIIIIIII

ungelnein  sihmei  EIIIXII
Herren  hate  sich  um  ihn  enfnmeit,  und  er

erbob  ein  wenig  die  Stimme,  des  ####n-  zů
Käre#reils  derecht  au  worben.

f.  ines  lurgen  Aufen  haltes,

   

 

 

 

—  e  —iNxim.  mein  liere
Graf.“  sanie  er  in  Be  5  lung  ei  ner  an  ihn
geichte2en  ##ragr  „illln###n##en  Geielien  genau
so  gun  untermnr#  en  ie  #e  Materic.  Es  glb#
nihts  Willkurle#c#  d#  und  nichts  Negello##es,
wie  es  dem  Lunu  er  weinen  kannte.  Und  ich
meine,  es  l#  in  der  Tat  eine  iese  Weicheit
im  Glauben  des  r  talen  an  das  Kismet;
denn  auch  ich  gebe  der  üeberzeugung  bin,
daß  die  Hau##lung#  eines  Menichen  ihm  von
Anbeginn  an  lar  oorgezeichnet  send.“

Graf  Catuginic,  der  Gastgeber.  lächelte.

„Sollien  Sie  nicht  ein  wenig  weit  gehen?“
meinte  er  liedenswürdig.  Ibre  Auschnunna
mürde  ja  im  vorunde  besagen,  daß  jeder  Mensch
ganz  unschuldig  an  seinen  Handlungen  iit.“

„Wemiß,  Herr  Grai!  —  Das  wage  ich
allerding:  Zzu  behaumen.  An  den  guten  Dandlungen
  sjowohl  wie  an  den  sogenannen  —
das  heißt,  vom  menschlichen  Standpuntt  aus
—  schlechten.  Ich  bin  überzengt,  daß  in  ledem
Menlchen  ursprünglich  die  glei  chen  Init  inkte
wohnie  un  wird  jeder  Mensch  in  eine  ver-[iene
  Lage  versetzt  und  in  grundverschiedene
Notwendigkeiten.  Bei  dem  einen  werden  diese
Notwendigkelten  gewisse  Instinkte  verkümmern
lassen  und  andere  entwickeln,  bei  dem  andern
wieder  Andere,  Bei  dem  einen  werden  durch
Erzieh  und  äußere  BVeeinslussung  —  die
Hekenund  vonselltuhenr.  besser  entwickelt  werden
als  beim  andern  —  das  dann  die
Menschen,  die  wir  kompliziente  nennen,  weil  sie
ihren  Onsuntten  naturgemäß  weniger  unlerworfen
  sind.  Im  Grunde  aber  handeln  sie  alle
2s  gesetzmäßlg.  Geben  Sie  mir  Her  kunft,

ung  und  äußere  Lebensumstände  eines
S  an  —  und  ich  glaube  Ihnen  sagen  zu
######e  Wie  er  1ih  in  gewisien  Lagen  kan

 

   

 

 

Samstag,  23.  Januar  1913

Tage  festgehalten.  Täglich  brachte  man  ihn
eine  Viertelstunde  in  den  Gefängnishof.  Dort
sah  er  den  österreichischen  Generalkonful  Baumgartner
  und  den  Vizekonsul  Villungen,  die  schon
seit  3  Monaten  im  Kerler  schmachteten  und
sich  noch  jetzt  dort  befinden.  Villungen  hatte,
um  seinen  Leiden  ein  Ende  zu  machen,  einen
Selbstmordversuch  unternommen,  indem  er  versuchte,
  sich  mit  Glasscherben  den  Hals  zu  burchschneiden.
  Nach  wiederholten  Vorstellungen  des
italienischen  Konsuls  in  Petersburg  wurde  ihm
im  Auswärtigen  Amt  bedeulet,  Kiamil  habe
Odessa  bereits  verlassen,  während  er  tatsächlich
noch  im  Kerker  gefangen  gehalten  wurde.  Was
Sassanow  bewirkt  hatte,  hat  Näkolajewitsch  wieder
  verboten.  Es  dauerte  fast  einen  Monat,
bis  Kiamil  über  Schweden  und  Berlin  nach
Wien  reisen  konnte.  (3.)
Greueltaten  der  Serben.

Wien,  21.  Jan.  Die  „Südslawische  Korrespondenz“
  meldet  aus  Konstantinopel:  Den
Nachrichten  über  die  schwere  Verfolgung  der
Mohamedaner  in  Neuserbien  zufolge  wurden

.---  .»
Wunder  Sprache.  die  von  dem  Ausbruch  des  in  Köprũlũ  40  mohamedanische  Bulgaren  unter

der  Beschuldigung  verhaftet,  Mitglieder  eines
revolutionären  Komitees  zu  sein.  Die  Verhafteten
  wurden  vor  ein  Kriegogericht  gebracht,
zum  Tode  verurteilt  und  in  Ueelüb  erschofsen.
25  angesehene  Mohlmedaner  wandten  sich  in:
folge  dieser  Blutlat  an  den  italienischen  Konsul
in  Ueslüb.  Die  serbische  Regierung  stellte  daraufhin
  alle  Beschwerdejührer,  obgleich  sie  Hnt
liche  osmanische  Untertanen  sind,  wegen
verrats  vor  ein  Kriegsgericht.  (3.)

Die  Bafkaustaaken.

Italien,  Fnn  u.  Rußland.

Bukarest,  Jan.  Die  Pctersburger
„Bisscheuisa-  irsursi  schreibl:  Italien,  wie
Rumänien  wollen  sich  auf  dem  Ballan  den  enlscheidenden
  Einflußz  sichern.  IJ:  afolgeoessen
herrscht  zwischen  den  beiden  Staaten  cine  gewisse
  Rivalität.  Sie  vergessen  aber,  daß  Rußland
  infolge  des  Krieges  gezwungen  ist,  die
Dardanellenfrage  unbedingt  zu  regeln,  und  dar
auf  sehen  muß,  in  Konstantinopel  sesten  Fuß
zu  fassen.  Die  Konkurrenz  zwischen  Numänien
und  Italien  wegen  der  Hegemonie  auf  dem
Balkan  ist  daher  vollständig  überflüssig.  (J.)
—  Dos  ist  deutlich.  Was  sagt  Italien  dezus

Verständigung  zwischen  Bulgarien
und  der  Turkei.

Konstantinopel,  21.  Jan.  Der  seit  eimger
  Zeit  hier  eilende  chemalige  bulgarische  Finanzminister
  und  Chef  der  radoslawiftischem.
Partei,  Radew,  tritt  in  rinem  ejtungsartilel
mit  außcrordentlichem  Gbhdeu  für  ein  bulga
risch-turlischeo  Bündnio  ein.  Es  soll  nicht  nur
ein  finanzielles  und  kommerzielles,  sondern  auch
ein  militärisch-politisches  Schutz.  und  Trunbünd-=nis
  gegen  den  gemeinsamen  Feind  sein.  Mit  der
Türlei  gemeinlam  habe  Bulgarien  die  gle  ichen
Interessen  im  Mittelmeer  und  im  Schwarzen
Meer  zu  wahren.  Sofia-  müsse  den  Weg  nach
Korßtminopel  und  Konstantinopel  den  Weg
nach  Sosia  finden.  (J.)

Ne  Tulel  im  Wellkcien

Die  Kämpfe  im  Kaukasuc.

VTB.  Konsrantinopecl,  21.  Jan.  Der
türlische  Generalstab  teilt  mit:  Die  Angriffe
der  Russen  auf  der  Front  im  Kaulasus  wurden
lauf  der  ganzen  Linie  zum  Stillstand  gebracht.

uand.  Es  Bandelt  sich  dabei  im  Grunde  kanm
um  etwas  anderes  als  um  eine  mathematische
Rechnung

Der  Fraf  erhob  sich  und  schüttelte  ein  wenig
den  Kopf.
„Ire  Anschauung  ist  mir  —  verzuihen  Sie
—  allzu  nüchtern,  lieber  Freund,

„Und  ich  möchte  mir  das  bißchen  Net
das  uns  die  moderne  Zeit  und  vor  allem  die
Wistenichaßt  übriggelassen  haben,  durchaus  nicht
nehmen  lassen.  Am  wenigsten  von  einem

oeten.“

Er  entfernte  sich,  und  die  Gruppe  löste
sich  gn  auf.  Allein  blieb  der  Schriftsteller
zurück;  er  sah  ein  wenig  verlegen  vor  sich  hin
und  stand  dann  ebensalls  auf,  um  sich  in  den
Ballsaal  zu  begeben,  aus  dem  die  lockenden
Weisen  eines  Walzers  herüberklangen.

Graf  Stolojon  schob  seinen  Arm  vertraulich
in  den  meinen  und  führte  mich  zu  einem
Edsosfa,  auf  dem  man  ungestört  plaudern  konnte.

en  Sie  uns  ein  wenig  ausrasten,
Lozar,“  sagte  er.  „Wie  ungeheuer  weise  dieser
junge  Schriftsteller  ist!“

Ich  sah  unruhig  zum  Ballsaal  hinüber.  Der
Graf,  der  meinen  Blick  wohl  aufgefangen  hatte,
schünelte  mit  leisem  Lächeln  den  Ko

„Ihre  Gattin  tanzt  mit  deen  österreichischen
Milikärattache,  sagte  er.  „Und  er  wird  sie
nicht  so  bald  freigeben.  Wenn  man  die  schönste
Frau  in  Bukarest  hat,  muß  man  sich  damit  abinden,
  lieber  Freund,  dab  man  unter  Umständen

en  alten  Herren  überlassen  wird.  —  Wie  töricht
—  geredet  lene
ie  de  “

Edeß  „UAn  ben  Gurtn  #  nleIr  1  rrels
elmann,  wle  er  im  Buche  steht,  og  elbsteR
  K#  analll  ##  Ma—