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andern Luxus von ihren ärmeren Brüdern unterscheiden,
sondern auch noch durch eine besondere Sprache, die diese
nicht verstehen. Den gescheiteren Köpfen, die unter diesen
emporwachsen, soll dadurch die Teilnahme an der Bildung
und dem Wissen der Gebildeten noch durch eine besondere
Sprache der Gebildeten erschwert werden, damit die
sozialen Gegensätze sich unmöglich ausgleichen können.
rof. Dr. Sohm schreibt in seiner „Kirchengeschichte im
Grundriß" von den Griechen: „Eine Nationalität, so
reich an Gaben wie keine andere, wo selbst die Sackträger
auf der Gasse filosofierten. . ., wo die Energie
des Geisteslebens unerschöpflich schien, von der Kraft des
ganzen Volkstums siegreich emporgetragen . .“ Ich habe
mich oft gefragt, was wohl das Griechentum zu so
geistiger Höhe emporgeführt hat, und weiß keine andere
ntwort darauf, als die, daß die griechischen Gelehrten
eben nicht wie die unseren ihre Gedanken in fremde
Worte gehüllt haben, die das Volk nicht verstehen konnte,
sondern daß sie alles in ihrer Muttersprache ausdrückten,
ohne Fremdwörter aus barbarischen, d. h. fremden,
Sprachen. Der Gelehrte unserer Tage hat ein anderes
„Sprachzentrum“ in seinem Gehirn als der schlichte Mann
aus dem Volk; unsere höhern Schulen bauen dicke, unübersteigliche
Scheidewände zwischen dem Volk und den
„Gebildeten“ auf, infolge deren die Verständigung schwer,
wenn nicht unmöglich wird. Ein Nachbar, der bei mir
die Zeitung holte zu seiner Fortbildung, beklagte sich
einmal bei mir über deren Unverständlichkeit. „Sie tun
mir einen großen Gefallen,“ sagte ich, „wenn Sie mir
mal in mehreren Nummern alles unterstreichen, was Sie
nicht verstehen.“ Als ich die betreffenden Nummern
dann durchsah, hatte er fast alle Fremdwörter unterichen.
Die Fremdwörter sind aber die unvermeidliche
olge des Bildungsmonopols, das die fremden Sprachen
ei uns genießen, denen sie entnommen sind, und der
Achtung, die ihnen infolge dessen zu teil wird. Was
find aber bloße Fremdwörter gegen vollständige fremde
Sprache der Gebildeten! Mit den Fremdwörtern kann
mans machen wie der Lehrer, bei dem meine Großeltern
in die Schule giengen. Wenn die Schüler im Buch an
ein Wort kamen, das er selbst nicht lesen konnte, sagte
er: „Iwwerhupf de Katzer, 8 heißt wi § ander“; bei völliger
fremder Sprache geht das aber nicht. Diese ist der Gipfel
unsozialer Gesinnung, und es scheint mir unbegreiflich, wie
darum selbst die Sozialdemokraten im Reichsland Einführung