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Kaiserhauses: es schied sie von denselben. Von Natur hatten sie
keine Ursache sich zu hassen; sie haßten einander wegen dessen, was
sie gethan. Dazu kam das hohle Trugbild des Ruhmes, welches
der König vorspiegelte, nebst den Vortheilen, welche den Ruhm
begleiteten. Friedrich hatte dem Adel Lust und Neigung zum Kriege
eingehaucht. Wie war eine so große Wandlung unter diesen Menschen
vorgegangen! Hundert Jahre zuvor waren sie nicht im Stande
gewesen sich zu wehren gegen irgend einen Feind, woher derselbe
auch kam, mochten es die Räuberbanden des Manzsfeld sein, oder
Guftav Adolfs besser disziplinirtes Heer. Langsam hatte sich das
umgestaltet, bis Friedrich II. das entscheidende Wort sprach: Der
Mann von Geburt, der nicht die Waffen trägt, n'est qu'un misérable.
1) Also ließ er den Thronerben unterrichten, daß er dies
Wort täglich höre und selber sage. Die Richtung dieser Waffen
konnte nach der Geschichte, die Friedrich II. gemacht, nicht zweifelhaft
sein. Sie war nicht nach Osten gemeint, und nicht nach
Westen, sondern nach Süden. Friedrich durfte darauf rechnen, daß
ein dritter Eroberungskrieg nicht abermals so viele mürrische Gesichter
finden werde.
Aber Friedrich arbeitete noch in anderer Weise. Er war General,
Regent mit einer ganz außerordentlichen Thätigkeit. Er
verfaßte ein besonderes Werk über die Taktik, welches nur Generule
einsehen durften, und zwar bei Ehrenwort unter dem Siegel des
größten Geheimnisses. Friedrich untersagte ihnen es in Gegenwart
ihrer Dienstboten zu lesen. Ferner machte er Verse. Man hat
ihn neuerdings darüber viel verspottet. Wir glauben, sehr mit
Unrecht. Es fällt uns nicht ein zu bestreiten, daß die Berse herzlich
matt und langweilig sind; aber Friedrich behauptet oft und
oft, daß er sie für sich mache, und nicht für die kritisirende Welt.
Wenn man einen Tadel aussprechen will: so gebührt derselbe nicht
1) Instruction für Borke zur Erziehung des Prinzen von Preußen 1751.