Full text : Erläuterungen des Atlas zur Geschichte der sächsischen Länder.

kegelförmige  Erdbaue,  für  Wachtposten  und  Feuersignale;  Rund=  oder  Ringwälle,
  auf  der  Ebene  oder  auf  hohen  Bergen,  mit  oder  ohne  umgebende  Aufwürfe.
  Solche  Walle  finden  sich  sehr  häufig,  so  bei  Marienthal,  Ossig,  Löbau,
der  Burgberg  bei  Ostritz;  gewöhnlich  gehören  auch  die  sogen.  Schweden=  oder
Hussitenschanzen  hierher  (bei  Kittlitz,  am  Schôpsbache  u.  a).  Die  Rundwlle
dienten  zu  Bezirks-,  Granz=  und  Ortsfesten,  Wachtposten  (Hutberge),  Opferorten,
Grabstätten,  daher  man  in  ihnen  Waffen,  (Steinärte,  Schwerter),  Gerathe,
Opfergefäße  und  dergl.  findet.

2.  Die  eigentlichen  Opferfelsen  (oft  Teufelssteine  genannt)  als
Stätten  der  Götterverehrung  dienend,  oft  aus  einer  Menge  mächtiger  Blöcke
bestehend,  meist  hoch  gelegen.  So  die  Teufelssteine  bei  Budissin  und  Kamenz,
der  Stromberg  bei  Krischa,  der  Veens  (Venus-)  Berg  bei  Seidenberg  u.  v.  a.

Klöster  .-finden
  sich  in  der  Oberlausitz  weniger  zahlreich  als  in  den  uͤbrigen  wettinischen
Laͤndern  (bes.  Thuͤringen);  am  bemerkenswerthesten  sind,  mit  der  beigefuͤgten
Jahrzahl  ihrer  Stiftung,  Konfirmation  oder  ersten  Erwaͤhnung:  Das  Dominikanermönchskloster
  zu  Görlitz  (1206.);  die  Franziskanermoͤnchskloͤster  zu  Görlitz
  (1234.),  Budissin  (1217.),  Camenz  (1481.),  LTauban  (1373.),  Lobau
  (1263.),  Zittau  (1244.);  das  Cölestinerkloster  auf  dem  Oybin  (1369.);
die  Cisterziensernonnenklöster  zu  Marienstern  (1264),  Marienthal  (1234),
Lauban;  das  Magdalenerinnenkloster  hierselbst  (1320)  und  das  St.  Klarennonnenrkloster
  in  Zittau  (1378).
Vergleiche
Preusker,  Blicke  in  die  vaterländische  Vorzeit.  3  Hefte,  Leipzig  1841.
Bemerkung:  Die  Orte  der  Ober-Lausitz  (wie  die  Meißens,  der  Niederlausitz,  Sachsens

  und  Pleißnerlands  theilweise)  sind,  wo  kein  andrer  Grund  der  Wahl  vorlag,  nach  der  Matrikel
  des  Stiftes  Meißen  von  1346.  angegeben.