Full text : Hammer oder Amboß. Dritte Reihe der Kriegsaufsätze. (3)

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—  kurz,  das  Gesetz  —  eines  Krieges  ändert  sich,  sobald  es
sich  um  einen  Krieg  handelt,  der  um  das  Dasein  der  Nation
geführt  wird.  Darum  stiftet  es  heillose  Verwirrung,  wenn
wir  einerseits  vernehmen,  Deutschland  befinde  sich  in
einem  Kriege  um  seine  Existenz  —  und  wir  hören's  nicht
von  Schwätzern,  sondern  von  Kaiser  und  Kanzler,  von
allen  Männern,  die  Einblick  in  die  Verhältnisse  haben  —,
und  wenn  wir  nun  trotzdem  immer  wieder  und  wieder
in  weitverbreiteten  und  insofern  einflußreichen  Zeitungen,
in  Zeitungen,  die  offenkundig  heute  die  Gunst  der  Regierung
  genießen,  Stimmen  durch's  ganze  Reich  erschallen
hören,  die  uns  von  „Englands  bona  fides“  Wunder
  zu  erzählen  wissen,  von  der  Notwendigkeit,  künftige
gute  Beziehungen  mit  den  Feinden  von  heute  im  Auge  zu
behalten,  Stimmen,  die  keine  Gelegenheit  versäumen,  von
kräftigen  Kampfmitteln  abzureden,  Angst  vor  möglichen
„Verwickelungen"  mit  Neutralen  einzuflößen,  Warten  und
VWägen  und  Weilen  und  Wähnen  zu  empfehlen.  Da  ist
es  nicht  anders  möglich,  als  daß  jeder  denkende  brave
Mann  verwirrt  wird  und  sich  an  die  Stirn  greift:  Ja,  zum
Henker!  Kämpfe  ich  um  mein  Leben,  oder  kämpfe  ich  nicht
um  mein  Leben?  Geht's  um  Deutschlands  Dasein  oder
geht's  nicht  darum?  Einem  Manne,  der  mich  Friedfertigen
zu  morden  trachtet,  kann  ich  doch  nicht  bonafides  zugestehen,
  viel  weniger  habe  ich  Zeit,  über  die  künftig  mit
ihm  zu  pflegenden  „guten  Beziehungen“  nachzudenken;
das  liegt  doch  auf  der  Hand.  Soll  ich  Kaiser  und  Königen,
Kanzler  und  Generälen  trauen  oder  mich  hinkünftig  von
Berliner  Tageblatt  und  Frankfurter  Zeitung  beraten
lassen,  trotzdem  die  Befolgung  der  von  ihnen  seit  jeher
vertretenen  politischen  Richtung  dahin  geführt  hätte,  daß