Full text: Volkstümliches aus dem Königreich Sachsen auf der Thomasschule gesammelt. Zweites Heft. (2)

Volkstümliches aus dem Nachlasse von Rudolf Hildebrand. 121 
(Coll. 52.) Die Liebe darf nicht zagen, 
Ist das nicht eine Pein, 
Mein Herz will ganz verzagen, 
Weil ich hier steh allein. 
Allein ich stehe hier, 
Komm erein, mein Schatz, zu mir, 
Ein Küßchen geb ich dir. 
Der Kuß der ist zum Zeichen, 
Daß ich dein Diener bin; 
Ein Diener bin ich und soll es auch sein, 
Dieweil wir jetzt haben die Freiheit allein. 
Aus ists mit mir, 
Mein Haus hat kein’ Thür, 
Mein Thür hat kein Schloß, 
Mein Schätzchen bin ich los. 
(Gegend von Waldenburg.) 
(Coll. 49.) Ich bin der Fürst, ich steh allhier, 
Ich habe treu zu suchen, 
Ich hab verloren mein Schatz allhier, 
Allhier auf diesem Platze. 
Zur Ersten: 
Du stehst mir gar nicht an, 
Du bist voller Flandern, 
Sonst hätt ich dich geliebt vor allen andern. 
Zur Zweiten: 
Du auch nicht, du bist so hitzig, 
Und deine Redensarten sind so spitzig. 
Zur Dritten: 
Aber du, mein Aug und Lust und Leben, 
Dir muß ich noch zuletzt ein Abschiedsküßchen geben. 
(Gegend von Waldenburg.) 
(Coll. 64.) Wir treten auf die Kette, 
Daß die Kette klingen soll,
	        
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