Object: Theater in architektonischer Hinsicht.

nen, durch alle Theile bildlich gemahlt und dargestellt werden. Es müssen 
daher alle unnatürlichen Dinge wegfallen, und es mufs überhaupt bei dieser 
Mahlerei, welche ohnedies schon viele Schwierigkeiten zu überwinden hat, 
auf die strengste Einfachheit Rücksicht genommen werden 2), 
Beleuchtung. 
Weil die Aufführung der Theaterstücke der Alten bei Tage geschah, so 
hatten sie bei ihren Schauspielen den für uns so wichtigen Gegenstand der 
Beleuchtung nicht in Betrachtung zu ziehen. Die Bühne ward von dem 
unbedeckten Schauplatz aus sehr vortheilhaft beleuchtet. 
Die Schwierigkeit bei der Beleuchtung unserer Theater liegt theils darin, 
dafs wir vorderhalb des Prosceniums von oben herunter nicht wohl die Beleuch- 
tung anbringen können, weil dadurch der Blick des Zuschauers gestört würde, 
theils in der unten quer vor dem Proscenium herlaufenden Reihe von Lich- 
tern, wodurch die Figuren auf dem Theater alle von unten hinauf, nicht 
concentrisch beleuchtet werden. Eben so unvollkommen ist auch die Coulis- 
senbeleuchtung, welche bei grossen und breiten Theatern auf die Mitte der 
hintern Prospecte nicht gehörige Wirkung thut. Und wollte man auch quer 
bei den Suffiten Lichter anbringen; so würde zwar die Beleuchtung der.ge- 
mahlten Gegenstände, welche ohnediefs schon Licht und Schatten durch 
Farben haben, deutlich und hell genug werden, aber in Ansehung der auf 
dem Theater befindlichen Personen immer unvollkommen bleiben. Ueber- 
haupt wird dieser Gegenstand nicht leicht einer grössern Vervollkommnung 
bei unsrer jetzigen Theatereinrichtung fähig seyn. 
Heitzung der Theater. 
In südlichen Ländern, wo selten die Kälte weit unter den Gefrierpunct 
kommt, haf man für Heitzung der Theater nicht zu sorgen. In andern 
Gegenden trägt es zu der Annehmlichkeit eines Theaters viel bei, wenn die 
a) Hr. Professor Breisig zu Danzig hat sich, durch seine Aufsätze über diesen Theil 
. der Theatermahlerei, sehr verdient gemacht, Er ist der Erfinder der Panorame, 
und der erste, welcher die verschiedenen theatralischen Mahlereien in Classen teilte, 
3