298 V. Landesverwaltungsgesetz.
§ 86. Innerhalb der in §& 85 gedachten Frist ist,
bei Verlust des Rechtsmittels, die Berufung bei dem
Gerichte, gegen dessen Entscheidung dieselbe gerichtet ist,
schriftlich anzumelden und74) zu rechtfertigen. Das Gericht
prüft, ob die Anmeldung rechtzeitig erfolgt ist. Ist
dies der Fall, so wird die Berufungsschrift mit ihren
Anlagen der Gegenpartei zur schriftlichen Gegenerklärung
innerhalb einer bestimmten, von einer bis zu vier
Wochen zu bemessenden Frist zugefertigt. Zur Rechtfertigung
der Berufung, sowie zur Gegenerklärung kann
in nicht schleunigen Sachen eine angemessene, der Regel
nach nicht über zwei Wochen zu erstreckende Nachfrist
gewährt werden. Ist die Frist versäumt, so ist die Berufung
ohne Weiteres durch einen mit Gründen versehenen
Bescheid zurückzuweisen. Namens des Kreisausschusses
steht auch dem Vorsitzenden, Namens des Bezirksausschusses
dem Vorsitzenden im Einverständniß mit
den ernannten Mitgliedern der Erlaß eines solchen Bescheides
zu. In demselben ist dem Berufungskläger zu
eröffnen, daß ihm innerhalb zwei Wochen vom Tage
der Zustellung ab die Beschwerde an das Berufungsgericht
zustehe, widrigenfalls es bei dem Bescheide verbleibe.
§ 87. Der Berufungsbeklagte kann sich der Berufung
anschließen, selbst wenn die Berufungsfrist verstrichen ist.
§ 88. Nach Ablauf der Frist sind die Verhandlungen
dem Berufungsgerichte einzureichen. Die Parteien sind
74) Die Anmeldung allein genügt nicht. Die Berufung
kann schon vor Zustellung des Urtheils eingelegt werden.