Full text : Rosenheimer Anzeiger. 62. Jahrngang (62)

ummer  1

Samstag,  1.  Januar  1910

 

-  .!·x·-———

14.  Srohes  DSaupty  nartien,  ben
t,  vormittags.  Amtlich.
E  TKriegsschauplass.

Nach  erfolgreicher  Sprengung  wurde  den  Engl#dern
  wordpestsich  don  Hulluch  ein  vorgeschobener
  Graben  entrissen.  Zwei  Maschinengewehre
  und  einige  Gefangene  fielen  in  unsere

Ein  feindlicher  Fliegerangriff  auf  Ostende  richtete
  in  der  Stadt  erheblichen  Gebäudeschaden
an,  besonders  hat  das  Kloster  vom  Heiligen
Herzen  gelitten.  19  belgische  Einwohner  sind
verletzt,  einer  getötet.  Militärischer  Schaden  ist
nicht  entstanden.

OHDPestlicher  Kriegsschauplas.
½„  und
Balkan-Kriegsschauplat.
Keine  Ereignisse  von  besonderer  Bedeutung.
Oberste  Heeresleitung.

##  amtiche  ssterreichische  Vericht.
MIB.Wien,  30.  Dez.  Amtlich  wird  gemelbet:


Nuflis#####Kriegs###pns.

Die  Kämpfe  in  Ostgalizien  nehmen  an  Umlang
  und  an  Heftigkeit  zu.

Der  Feind  richtete  gestern  seine  Angriffe  nicht
mu  gegen  die  bessarabische  Front,  sondern  auch
gegen  unsere  Stellung  östlich  der  unteren  und
mittleren  Strypa.  Sein  Vordringen  scheiterte
meist  schon  unter  dem  Feuer  unserer  Batterien.
Wo  dbies  nicht  geschah,  brachen  die  russischen
Sturmkolonnen  in  unserem  Infanterie-  und
Maschinengewehrfeuer  zusammen.  Im  nördlichsten
  Teil  seines  gestrigen  Angriffsfeldes,  vor
dem  Brückenkopf  von  Burkanow,  ließ  der  Gegner
  900  Tote  und  Schwerverwundete  zurück.
Es  ergaben  sich  hier  3  Fähnriche  und  870  Mann.
Die  Gesamtzahl  der  gestern  in  Ostgalizien  ein-Lebrachten
  Gefangenen  übersteigt  1200.

An  der  Ikwa  und  an  der  Putilowka  kam
es  stellenweise  zu  Geschützkämpfen.  Am  Korminbach
  und  am  Stur  wiesen  österreichisch-ungarische
  und  deutsche  Truppen  mehrere  russische

he  ab.

It#lenischer  Kriegsschauplo#.

An  der  Tiroler  Front  wurden  feindliche  Angriffsversuche
  auf  Torbole  und  gegen  den  Monte
Carbonile  durch  unser  Feuer  zum  Stehen  gebracht.
  Auf  den  Hängen  nördlich  des  Tonalepasses
  versuchten  die  Italiener  unter  Mißbrauch

nfer  Flagge  ihre  Drahtverhaue  auszubauen,
  sie  wurden  beschossen.  Auf  der  Hochfläche
  von  Doberdo  fanden  lebhafte  Minen-Werferkämpfe
  statt,  die  bis  in  die  Nacht  hinein
  anhielten.

.  WGEUTIMGMHE
Reine  besonderen  Ereignisse.

Dur  Stellvertreter  des  Chefs  des  Generalstabes:

P.  Hfer,  Feldmarschalleutnant.

Ereignisse  zur  See.
Am  29.  Dezember  früh  hat  eine  Flotille  von
#änf  Zerstörern  und  Kreuzer  „Helgoland“  das

der  Soat  der  Sahler.

#####d#  C.  Teaeh.
Nachdruck  vorhem.
„NMeme  ang  war  voruver,  als  oie  S#-norina
  von  Sylvaonder  den  en  wiedergegeben
war,“  sagte  sie.  „Die  Verschleppung  meiner
eundin  war  allerdings  schrecklich  —  ich  geehe,
  daß  mich  kaum  je  in  meinem  Leben  ein
Seschehnis  so  erregt  hat  wie  diele  verbrecherische
Entführung.  Wer  weiß,  was  geschehen  wäre,
wenn  ein  Sese  nicht  *  viel  Mut  und
Tatkraft  gedesat  ee.  Ich  vermag  die  Folgen
nicht  auszu
Sle  zuden!  -  alles,  als  spräche  sie  zu
völlig  unbeteiligten  Personen.  Und  Signor
Marchetti  gerlet  in  einige  Verlegenheit,  wie  er
ihr  antworten  sollte.  Er  hatte  sich  auf  direkte
klagen  und  Vorwürfe  7m  gemacht,  und
er  hätte  wahrscheinlich  leichter  eine  Antwort
darauf  gefunden,  als  auf  diese  unpersönlichen
—l
aben  Sie  die  Signorina  im  Hotel  ge-Frochen
  7“  fragte  er,  um  seine  Unsicherheit  zu

bemräntetg.
„Nein  —  ich  hielt  es  zür-  besser,  direkt
von  der  Hocht  pierherzukommen
„So  versich  ch  Ihnen,  Meeine  Gnädigste,
daß  *  die  —  snse  dargestellt  wonher
ach  meinen  zuverlassigen  wfermasfonen
banden  es  sich  tatsächl  4  nur  um  eine  Bagatelle
irklich  eine  Bagatelle.  Von  einer  ver-Prrhriche
  Enifühlabeage  wie  Gnädigste  es  zu
2—  uebten,  kann  wohl  nicht  die  Nete
besteht,  wenn  ich  so  sagen  darf,
1.  eke  Mißstimmung  zwilchen  Ihnen.

 

 

französische  Unterseeboot  „Monge“  vernichtet,
den  Zweiten  Osfizier  und  15  Mann  gefangen
genommen,  darauf  im  Hafen  von  Durazzo  einen
Dampfer  uund  einen  Segler  durch  Geschützfeuer
versenkt  und  das  Feuer  mehrerer  Landbatterien
  zum  Schweigen  gebracht.  Dabei  stießen
zwei  Zerstörer  auf  Minen.  „Lika“  ist  gesunken,
  „Triglav“  ist  schwer  beschädigt.  Der
größte  Teil  der  Mannschaft  wurde  gerettet.
„Triglav“  wurde  ins  Schlepp  genommen,  mußte
jedoch  nach  einigen  Stunden  versenkt  werden,
da  mehrere  überlegene  feindliche  Kreuzer  und
Zerstörer  den  Rückzug  der  ganzen  Flotille  bedrohten.
  Unsere  Flotille  ist  in  den  Basishafen
zurückgekehrt.  Unter  den  feindlichen  Schiffen
wurden  nur  englische  Kreuzer,  Typ  „Bristol“
und  „Falmouth“,  sowie  französische  Jerstörer,
Typ  „Bouelier“,  deutlich  erkannt.

Rottenkommand#-Die

  neue  Offensive  in  Mazedonien.

Saloniki,  31.  Dez.  Der  französische  Generalstab
  gab  folgende  Mitteilung  heraus:  Die
Verbündeten  beginnen  neuerlich  die  Offensioe
in  Mazedonien,  die  nicht  nur  Verteidigungszwecken
  dient,  sondern  die  Durchführung  einer
großen  Aktion,  die  der  Generalstab  der  Verbündeten
  in  London  ausgearbeitet  hat,  bedeutet.
Die  hiesigen  Militärkreise  behaupten,  daß  Joffre
die  Operationen  in  Mazedonien  selbst  führen
wird,  wenn  der  Rest  des  serbischen  Heeres  hier
eingetroffen  ist.  Große  Schwierigkeiten  bereitet
die  Tatsache,  daß  nicht  genügend  Eisenbahnwagen
  zur  Verfügung  stehen.  Von  heute  an  bringen
  die  Transportschiffe  auch  Lokomotiven  und
Waggons  mit.  (3.)

Ver  einer  neuen  Entscheidung.

Wir  leben  in  einer  Zeit  gespannter  Erwarbngen.
  Irgend  etwas  Grohes  bereitet  sich  vor.
Das  fühlen  wir  Ve,  das  mnacht  grbg  Gegner
täglich  snerober,  e  sich  in  höchst  possierlicher.
Weise  den  Kopf  un  erer  milttärischen  Leitung
darüber  zerbrechen,  was  diese  wohl  beabsichtigt.
Dab  dabei  auch  die  Angst  eine  gewisse  Nolle
seiat,  erkennt  man  aus  der  Art,  wie  ausländische
  Preßorgane  orakeln.  „Formidable“
„terrible“,  das  sind  so  Ausdrücke  des  „Man- 



hester  Guardian'“.  Dieses  Tory-Blatt  sucht  unserer

  Heeresleitung  vorzureden,  daß  es  gar  keinen
  Sinn  hätte,  jetzt  nach  Aegypten  zu  gehen,
daß  es  viel  richtiger  sei,  #nächst  einmal  —  Indien
  in  Angriff  zu  nehmen.

Der  „Matin“  beunruhigt  sich  wegen  einer
drohenden  großen  deutschen  Offensive  im  Westen,
  die  in  der  Stille  vorbereitet  werde  und  die
den  Gürtel  der  feindlichen  Truppen  im  Westen
geschwächt  finden  würde,  da  diese  zum  Teil  nach
—  Saloniki  und  dem  Süd-Osten  abtransportiert
werden  müßten,  wo  sie  nötig  gebraucht  werden.
Am  angenehmsten  würde  es  wohl  unseren  Feinden
  sein,  wenn  wir  den  griechischen  Knoten  durchhauen
  und  unsere  Kräfte  auf  Saloniki  ansetzen
würden,  um  die  Ententetruppen  von  dort  wegzujagen.
  Allein  wir  werden  ihnen  diesen  Gefallen
  wohl  nicht  tun,  schon  aus  dem  einfachen
Erunde,  da  dies  eine  unnütze  Kraftverschwendung
  bedeuten  würde.  Denn  es  wird  die  Zeit
kommen,  da  die  Entente-Truppen  ganz  von  selbst
in  ihrer  Mehrzahl  aus  Salonili  verschwinden
werden,  weil  sie  —  anderswo  wahrhaftig  nöti-Aaosgue

  Signora,  und  Verrn  unnert.  Lab  die
Signorina  di  Solvander  in  Mitleidenschaft  geoh#n
  worden  ist,  beruhte  lediglich  auf  einem
rrtum,  der  auch  obne  die  Hilfe  jenes  Offiziers,
dessen  Verdienst  ich  durchaus  nicht  verkleinern
will,  durch  mich  aufgeklärt  worden  wäre.

„Ich  weiß  nicht,  wie  man  derartige  Geschehmssse
  hierzüland,  aufsaßt,“  entgegnete  Frau
von  Leven,  und  sie  lächelte  noch  immer.  „Vei
uns  in  utschl  and  Kichette  n  pilegt  man  die
Emführung"  eines  jungen  Mädchens,  bei  der
die  brutalste  Gewalt  zur  Anwendung  gelangt
ist,  nich  als  eine  Bagatelle  anzusehen.“

r  Gouverneur  räusperte  sich.

Vie  „wissen.  wie  lehr  Cerüchte  und  unerden,“

*7  er.  „Es  ist  niemals  Verlaß  auf  #e  Bericht
  vierter  und  ünkter  Personen.  Und  in
diesem  Fall  kann  ich  mich  dafür  verbürgen,
daß  die  Tatsachen  eine  so  schlinime  Auffassung

der  Angelegenheit-  nich  rechtfertigen.

„Nun  —  Auffassung,  Exzellenz,  erscheint
  auch  mir  9  dle  durchaus  richtige  und
vernunstgemäße.“  Lydia  von  Peoden  nickte
ihm  freundlich  zu.  „Und  es  wird  das  beste  für
#uls  e  Parteien  sein,  sich  dleser  Auffassang  anzugaschet#r

  atmete  erleichtert  auf.  So  bequem
  und  leicht  hatte  er  den  Sieg  allerdings
nicht  zu  erringen  gehofft,  und  auf  ganz  anden
hatte  er  sich  von  dieser  Vrau  esoßt
Er  warf  einen  krlunnoperenden
der  aber  läche  mitleldig  zurück.
denn  der  Glchelie  d  mahrhasst  ein  berarliger
Tölpel  sein,  die  Worte  der  gefährlichen  Frau
für  bare  Münze  zu  nehmen  7  dachte  er.  Run,
er  wenigstens  wollte  auf  seiner  Hut  sein.
„Das  wäre  allo  in  Ordnung  —  vollkommen

 

ger  gebraucht  werden.  Mit  dem  Festsetzen  in
Salonili,  mit  den  Verschanzungen  und  sonstigen
Vorbereitungen  auf  eine  längere  Verteidigung
arbeiten  unsere  Feinde  uns  nur  in  die  Hände.
Die  Franzosen  beginnen  das  schon  einzusehen,
Trotzdem  folgen  sie  dem  englischen  Willen.

Dieser  will  zunächst  die  bulgarischen  Kräfte
felleig,  und  es  ist  klar,  daß  die  Bulgaren  auf
Hut  sein  müssen,  um  nicht  abermals  um  die
dndt  ihrer  frischen  Siege  betrogen  zu  werden.
Die  Engländer  aber  verlassen  sich  den  Eingeborenen
  in  Aegypten  gegenüber  auf  deren  Nazel
an  modernen  Machtmitteln  und  auf  ihre  bewährten
  Bestechungskünste.  Wir  werden  sehen,  ob
die  deutsche  Eisenfaust  nicht  auch  durch  diese
Berechnungen  einen  kernigen  Strich  machen
werde

Die  österreichisch  ungaeische
Ankwortuole.

Wien,  30.  Dez.  Der  k.  u.  k.  Minister  des
Aeußeem  hat  an  des  Botschafter  der  Vereinigten
Staaten  von  Amerika  Frederik  C.  Penfield
unter  dem  29.  Dezember  1915  nachstehende
Note  gerichtet:

Die  k.  u.  k.  Regierung  stimmt  mit  dem  Woshingtoner
  Kabinett  durchaus  darin  überein,
daß  den  geheiligten  Geboten  der  Menschlichkeit
auch  im  Krieg  Rechnung  getragen  werden  muß.
Wie  sie  schon  bisher  niemals  und  niemandem
Anlaß  gegeben  hat,  an  ihrer  Achtung  vor  die
sen  Geboten  zu  zweifeln,  hat  sie  auch  im  ga
Laufe  dieses  Krieges,  der  so  erschütternde  24
der  sittlicher  Begriffsverwirrung  darbietet,  den
Feinden  sowohl  als  den  Neutralen  zahlreiche
Beweise  menschenfreundlicher  Gesinnung  gegeben,
  und  es  lag  nicht  an  ihr,  wenn  sie  mit  dem
Washingtoner  Kabinett  vor  nicht  langer  Zeit
gerade  in  einer  Fräge  nicht  einig  wurde.  die
sie  im  Einklang  mit  der  ganzen  öffentlichen
Meinung  in  Oesterreich-Ungarn  hauptsächlich
als  eine  Frage  der  Menschlichkeit  betrachtet.
Auch  dem  in  der  sehr  geschätzten  Note  zum  Ausdruck
  gelangten  Grundsatz,  daß  feindliche  Privatschiffe,
  soweit  sie  nicht  fliehen  oder  Widerstand
  leisten,  nicht  vernichtet  werden  dürfen,
ohne  daß  die  an  Bord  befindlichen  Personen
in  Sicherheit  gebracht  werden,  kann  die  k.  u.  k.
Regierung  im  wesentlichen  beipflichten.

Für  die  Versicherung,  daß  die  Bundesregierung
  Wert  darauf  legt,  die  guten  Beziehunen,
  die  glücklicherweise  zwischen  Oesterreichugarn
  und  den  Vereinigten  Staaten  von
Amerika  bestehen,  aufrecht  erhalten  zu  sehen,
ist  die  k.  u.  k.  Regierung  sehr  empfänglich.  Sie
erwidert  diese  Versicherung  auf  das  wärmste
und  ist  nach  wie  vor  bestrebt,  diese  Beziehungen,
  soweit  es  an  ihr  liegt,  noch  herzlicher  zu
gestalten.  Von  dem  gleichen  Geiste  der  Offenheit
  geleitet  wie  die  Regierung  der  Union,  ist
die  k.  u.  k.  Regierung,  wiewohl  sie  in  der  mehrerwähnten
  Note  nicht  die  Antwort  auf  alle
von  ihr  aufgeworfenen  berechtigten  Fragen  findet,
  bereit,  der  Bundesregierung  das  Resultat
der  Untersuchung  mitzuteilen,  welche  auf  Grund
der  bestehenden  internen  Vorschriften  sofort  nach
Einlangen  des  Flottenberichtes  über  die  Versenkung
  der  „Ancona“  eingeleitet  wurde  und
undi  der  allerjüngsten  Zeit  zum  Abschluß  gedieen
  ist.

Das  Ergebnis  dieser  Untersuchung  läßt  sich
in  folgendem  zusammenfassen:

Am  7.  November  1915,  11  Uhr  40  Min.
vormittags,  bemerkte  der  Kommandant  des
Unterseebootes  auf  38  Grad  40“  Nord  und
10  Grad  08“  Ost  bei  unsichtigem  Wetter,  wie
piohich  in  Entfernung  von  rund  3000  Metern
aus  dem  Nebel  ein  Strich  Steuerbord  die  Umrisse
  eines  großen  italienischen  Dampfers  aufim

  Drdnung,“

 

lagte  der  Gouvermeente  und  rieb

ch  vergnügt  die  Händ  „Vei  1  Herrn
Geheimrat  habe  ich  mic-  bereils  7  entchuldigt.
  Und  wenn  wirklich  noch  eine  Miß—
timmung  zurückgeblieben  sein  sollte,  so  hoffe
ich  sie  doch  morgen  durch  eine  persönliche  Erklärung
  des  Vorfalles  zu  beseitigen.  Außerdem
werde  ich  dem  Herrn  Geheimrat  noch  einmal
mein  Bedauern  aussprechen.“

„  Sie  das.  d  ich  glaube,
daß  es  nicht  schwerfallen  wird,  un  freundschaftliches
  Einvernehmen  zu  erzielen.  Unter
Vorausseung  allerdings,  daß  Sie  auf  den
Vorschlag  eingehen,  der  mich  hergeführt  hat.“

Alfierl  machte  eine  ungestüme  Bewegung,
und  auch  der  Gourerneur  soh  beunruhigt  auf.
Aber  er  war  seiner  Sache  jetzt  zu  sicher,  als
daß  ihn  die  Ankündigung  irgendeines  unbequemen
  Verlangens  noch  hätte  sonderlich  erchrecken
  sollen.  Mit  dieser  Frau  ist  leicht  sertia
zu  werden,  dachte  er;  und  es  wird  im  Notsah.

enügen,  wenn  ich  sie  dureh  einen  amtlichen
on  Michüchters

„  nädigste  Signora  —2“  sagte  er
welt  ube:  und  zurückhaltender,  als  er  sich
beer  Gegelgt  hatte.  „Darf  man  wissen,  welchen

orschlag  Sie  mir  zu  machen  Hedalbten

„Da  err  Baron  de  erte  noch
beutef  freigelassen  waird.

 

—

Alfieri  aber  verlor  jetzt  seine  Selbsft
Shprenh  Wohl  hatte  er  sich  sagen  müssen,
etwas  Derartiges  kommen  würde;  aber  die
Dreistigkelt  im  Auftreten  ken  Frau  und  ihre
cheinbare  Gelassenhelt  brachten  ihn  zum  Rasen.
Er  bebte  am  ganzen  Körper,  und  seine  Augen
alübten  wie  im  Lieber.  .

 

 

tauchten.  Er  hielt  ihn  anfangs  für  einen  Transportdampfer,
  drehte  ab  und  schoß  dann  aus
dem  achtehen  Geschütz  einen  weitliegenden  Warst
  Gleichett  segte,  er  das  Sienal
„Verlassen  Sie  iff!“  Der  Dampfer
stoppte  nicht,  senden  wendete  vielmehr  und  ?„
versuchte  zu  entkommen.  Der  Kommandant
blieb  zunächst  einige  Minuten  gestoppt  liegen,
um  die  Entfernung  zu  vergrößern,  da  er  befürchtete,
  daß  der  La###er.  ein  Hedeschütz  habe
und  mit  demselben  gegen  das  Unterseeboot  feuern
  werde.  Als  die  Distanz  4500  Meter  betrug,
  ließ  er  mit  ganzer  Kraft  die  Verfolgung
aufnehmen  und  feuerte  mit  dem  vorderen  Geschütz
  bei  abnehmender  Entfernung  16  Granaten,
  unter  denen  er  drei  Treffer  beobachtete.

Während  der  Verfolgung  lief  der  Dampfer
im  Zickzack  und  stoppte  erst  nach  dem  dritten
Treffer.  Darauf  stellte  der  Kommandant  das
Feuer  ein.  un  während  der  Flucht  hatte
der  Dampfer  in  voller  Fahrt  einige  Boote  mit
Menschen  von  oben  fallen  gelassen,  die  sogleich
kenterten.  Nach  dem  Stoppen  begann  er  Boote
auszusetsen.  In  einer  Entfernung  von  etwa
2000  Metern  sah  der  Kommandant,  daß  sechs
Boote  voll  besetzt  und  schnell  vom  Damofer
wegruderten.  Ein  weiteres  Boot  war  gekentert
und  schwamm  kieloben.  Die  Leute  hielten  sich
an  herunterhängenden  Tauen  und  dem  gekenterten
  Boot  fest.  Während  der  weiteren  Annäherung
  des  Unterseebootes  sah  der  Kommandant,
  daß  an  Bord  große  Panik  herrschte
und  daß  er  es  mit  einem  Passagierdampser,
nämlich  der  „Ancona“  aus  Genua,  zu  tun  hatte.
Er  ließ  deshalb  den  Insassen  des  Dampfers
mehr  als  die  erforderliche  Zeit,  um  das  Schiff
auf  den  Rettungsbooten  zu  verlassen.  An  Bord
waren  noch  mindestens  zehn  Rettungsboote,  die
zur  Rettung  der  noch  an  Bord  befindlichen  Personen
  mehr  als  genügt  hätten.  Eines  von  diesen
  Booten  hing  voll  besetzt  und  hinausgedreht
an  den  Bootskranen.

Da  aber  im  übrigen  keine  weiteren  Anftalten
getroffen  wurden,  die  Voote  auszusetzen,  beschloß
  der  Kommandant  nach  Ablauf  von  45
Minuten,  das  Schiff  derart  zu  torpedieren,  daß
es  noch  längere  Zeit  über  Wasser  bleiben  mußte,
damit  einerseits  die  Ausbootung  beschleunigt
wurde  und  anderseits  hinreichend  Gelegenheit
blieb,  um  die  noch  an  Bord  befindlichen  Menschen
  zu  retten.  Kurz  darauf  wurde  ein  Dampker
  sichtbar,  der  mit  großer  Nauchentwicklung
auf  die  „Ancona“  zuhielt  und  anscheinend  durch
Funkspruch  der  „Ancona“  herbeigerufen  worden
war.  Da  der  Unterseebootskommandant  mit
einem  Angriff  des  Dampfers,  den  er  für  einen
feindlichen  Kreuzer  hielt,  chnn  mußte,  tauchto
er,  nachdem  er  um  12  Uhr  35  Min.  nachmittags
aus  800  Meter  Entfernung  einen  Torpedoschuß
  in  den  vorderen  Laderaum  der  „Ancona“
hatte  abfeuern  lassen.
Schusse  eine  Krängung  von  etwa  10  Grad  nach
Steuerbord.  Dabei  wurde  versucht,  das  halb
ausgedrehte  Rettungsboot  vollends  auszusetzen;
es  riß  jedoch  ab  und  fiel  ins  Wasser.  Das  Boot
schwamm  kielunten  weiter  und  die  Leute  Hielten
sich  am  Bordrand  fest.

Von  den  übrigen  Booten  wurde  keines  mehr
ins  Wasser  gelassen,  obwohl  noch  Personen  an
Bord  bemerkbar  waren.  Der  Dampfer  richtete
sich  allmählich  auf  geraden  Kiel  auf  und  ging
so  langsam  tiefer,  daß  der  Kommandant  des
Unterseebootes  anfänglich  bezweiselte,  ob  der
Dampfer  versinken  würde.  Erst  um  1  Uhr  20
Min.  sank  er  nach  längerem  parallelen  Tiefertauchen
  mit  dem  Bug  zuerst.  Während  dieser
weiteren  45  Minuten  hätten  alle  noch  an  Bord
besindlichen  Personen  ohne  Mühe  mit  den  vorhandenen
  Booten  gerettet  werden  können.  Aus
dem  Umstande,  daß  dies  wider  Erwarten  nicht
geschah,  schloß  der  Kommandant,  daß  die  Mannschaft
  wider  allen  Seemannsbrauch  auf  den

Mir  emem  befirgen  Wort  *  ie  er  sich  an
Frau  von  Heyden  wenden,  er  noch  einmal
gebot  ihm  Marchetti.  der  sebs  ein  wenig  blaß
geworden  war,  zu  schweigen.  Und  kühl,  aber
noch  immer  burchaus  liebenswürdig,  wandte
er  sich  gn  Lydla

f  lift,  meine  Gnädigste,  werden  am
besten  Veukeilen  können,  wie  unmöglich  nr
Ansinnen  ist.  Es  steht  nicht  einmal  in  mein
Macht,  Ihrem  Berlangen  nachzukommen.“

ie  halten  meinen  Vorschlag  also  nicht
einmal  einer  Diskussion  w

Marchetti  zuckte  die  *  i

„Ich  muß  bedauern  —  nein

Er  erschrak  5  5  dem  funesue  Blick,  mit
dem  ihm  die  mne  Frau  in  die  Augen  sah.
Noch  inimer  ehr-  bewahrte  sie  ihre  Fassung,
und  noch  immer  klang  es  liebenswürdig  und
verbindlich,  was  sie  sag

„Das  ist  —  he  Entgegnete  sie.  „Meine
llerdinge  geringe  Erfahrung  hat  mich  gelehrt.
da  immer  am  vogtellhestesten“  ist,  einen
Wenoeih,  zu  schließen.  Das  Leben  zwingt  leider
dazu,  Kompromisse  zu  schließen.  Und  wen
zwei  oder  deen,  Leuue  verschiedener  Ansicht  sind  —
vernünftige  L  hat  am  Ende  jeder
etwas  für  seine  Meinurg  borgubringes,  das
der  *  wert  ist.

„Gew  grnin  —  des  würde  durthaus
—  es  sich  wirklich  nur  um  eine

uoesiseeschlewenhel!  bendeie  dle  durch  eine
Aussprache  beltze  legt  werden  könnte.“  Sie
täuschte  ihn  vollkommen;  er  melnt  nun  wirk.
lich,  sie  durch  einige  Pbrasen  und  bestimme
Erklärungen  einschüchten  zu  können.,
aber  hobe  ich  es  mit  amtlichen  Imstruntso#e
*  Tatlachen  zu  tun,  die  keine  Deutelelen  zu-—



 

Diese  nahm  nach  dem  t

—  —  —  —