Full text : Medizinal-Statistische Mittheilungen aus dem Kaiserlichen Gesundheitsamte. Sechster Band. (6)

12

Laufende  Nr.

Anstalt

Impfthiere  wurden  geimpft

mit

l

Menschenlymphe


Menschen.
und  Thierlymphe


Thierlymphe


Gesammtzahl

  der

geimpften
Thiere

Bemerkungen

10

11

12

Halle  a.  S.

Hannover

Dresden

Leipzig

11
1mal
ariola

60

35

69

71

762)

14  3

101

47n

69

71

119

101  5)

Der  Impfstoff  war  bei  11  Thieren  Kinderlymphe,
  bei  29  Thieren  Retrovaccine  eigener
Züchtung,  bei  6  Thieren  Variolavaccine
und  bei  1  Thier  Menschenpockenstoff.  Die
Kinderlymphe  war  von  den  Anstaltsärzten
in  öffentlichen  Terminen  gesammelt,  mit
gleichen  Theilen  Glycerin  gemischt  und
1  Tag  bis  5  Monate  alt,  die  Retrovaccine
war  40  Tage  bezw.  4  bis  6  Monate  alt.

Die  Mehrzahl  der  Kälber  wurde  mit  eigener,
(ursprünglich  von  der  1881  er  Hamburger
Variolavaccine  herrührender)  seit  8  Jahren
in  der  Anstalt  von  Kalb  zu  Kalb  bis  zur
40.  Generation  fortgezüchteter  Thierlymphe
geimpft.  Eigenschaften  und  Wirksamkeit
dieses  Stammes  haben  sich  in  keiner  Weise
geändert.  Auf  20  Kälbern  wurde  ein
außerdem  zur  Kontrole  mit  Thierlymphe
aus  dem  Haag  angelegter  Stamm  bis  zur
3.  Generation  fortgeführt.  Von  der  2.
Generation  ab  unterschied  sich  dieser  Stamm
kaum  von  dem  vorigen.

Verwendet  wurde  ausschließlich  Thierlymphe
aus  den  Impfanstalten  zu  Hannover  und
Stettin  und  von  geeigneten  Thieren  dereigenen
Anstalt.  Für  die  bei  fortgesetzter  Thierimpfung
  festzustellende  deutliche  Abschwächung
des  letzteren  Impfstoffes  wird  als  Grund
das  jugendliche  Alter  der  Thiere  angesehen.

Zum  Animpfen  der  Kälber  wurde  wie  bisher
Stettiner  Lymphe  benutzt.  Die  Erträge
aus  derselben,  nur  mit  der  fünffachen
Menge  GElycerinwasser  verdünnt,  wurden
lediglich  zu  Kälberimpfungen  verwendet.

Die  Menschenlymphe  wurde  rein  oder  mit
Glycerin  vermischt  verimpft.  Die  Thierlymphe
  war  theils  aus  Hamburg,  Karlsruhe
  und  Halle  a.  S.  geliefert  oder  auch
in  der  eigenen  Anstalt  gewonnen.

Die  Lymphe  war  in  der  Anstalt  gewonnen,
in  einem  Fall  jedoch  aus  Hamburg  bezogen.

Außer  Dresdener  Thierlymphe  wurde  auch
in  der  eigenen  Anstalt  gewonnene  Thierlymphe
  verwendet.  Diese  war  im  Vorjahre
  und  soweit  es  sich  um  spätere  Thierimpfungen
  handelt,  im  Berichtsjahre  gewonnen.


Die  4  ersten  Kälber  wurden  mit  Lymphe
von  Kalb  VII  der  Dresdener  Anstalt,  die
anderen  4  mit  Lymphe  von  Kalb  1
eigenen  Anstalt  geimpft.

1)  2  Thiere  wurden  außerdem  in  Ausführung  noch  nicht  abgeschlossener  Versuche  geimpft.

2)  43  andere  zu  Versuchszwecken  eingestellte  Thiere  wurden  theils  mit  Kälberlymphe,  theils  mit
Reinkulturen  und  Pockenstoff  geimpft.
8)  Außerdem  wurden  2  Kälber  und  1  Pferd  als  Versuchsthiere  geimpft.