Ges., d. Benützung des Wassers betr., Art.33—38. 155
a) die Bestimmungen der Art. 39 u. ff. a. a. O.,
durch welche die deutschrechtliche Theorie der Gemeinschaftlichkeit
solcher Gewässer sanktionirt wurde,
und vermöge welcher solche Bäche als Zubehör der
Grundstücke zu betrachten sind, zwischen denen
sie durchfließen, hier um so weniger Beachtung finden,
als es sich, wie gleichfalls schon erörtert, nicht
um das auf die klägerische Wiese bereits abgeflossene
und durch diese hindurchfließende Wasser handelt,
und Kläger nicht Eigenthümer derjenigen Ufer ist,
zwischen welchen das streitige Wasser hindurchfließt.
Die Frage, wer Ufereigenthümer und Eigenzhüenr
von Wasserableitungsgräben sei, ist nicht mit
ücksicht auf das Recht am Wasser, sondern nur
mit Rücksicht auf das Eigenthum an Grund und
Boden zu beurtheilen. Vgl. Pözl a. a. O. S. 154.
b) Die Art. 33 und 34 a. a. O. dagegen
sprechen das Eigenthum an solchen Privatgewässern,
wie das vorliegende, in Uebereinstimmung mit den
Vorschriften des gemeinen Rechtes, wie des bayer.
Landrechtes nur dem Eigenthümer des Grundes und
Bodens zu, worauf solche Wasser entspringen oder
sich natürlich sammeln, indem diese Wasser als Zugehör
dieser Grundstücke, als portio agri betrachtet
werden; fr. 1 §S. 11 u. 21 (39, 3), fr. 11 pr. (43,
24), Const. 4 u. 10 (3, 34), bayer. LR. Th. II
Kap. VIII §. 12 und Anm. dazu, Anm. z. LR.
Th. II Kap. 1 8. 5 Nr. 4 Iil. 1, Gesterdin
Beitr. z. Wasserrecht im Arch. f. civil. Prax. Bd. III
S. 60, Funke, ebendas. Bd. XII S. 287, Kori,
ebendas. Bd. XVIII S. 40 u. Bl. f. RA. Bd. 1
S. 59, Brinz in d. Bl. f. RA. Bd. XV S. 193,
Schäffer in der Zeitschr. f. Civ.-Recht u. Proz.
neue Folge Bd. VI S. 186, Elvers, Recht des
Wasserlaufs in d. Themis n. Folge 1838 Bd. I
S. 413.
Eine nothwendige Folge dieses Rechtssatzes