III. Die Königl. Preußische technische Hochschule
zu Aachen.
I. Geschichtliche Übersicht.
Im Gegensatz zu den anderen deutschen und preußischen technischen
Hochschulen hat die Aachener technische Hochschule in der
Zeit ihres Bestehens wenig \Wandlungen durchzumachen gehabt.
Schon bei ihrer Begründung hatte sie in allem wesentlichen Hochschulcharakter
aufgeprägt erhalten, und cs bedurfte bei ihr schließlich
nur geringfügiger formaler und organisatorischer Veränderungen, um
1879 aus der „Königl. Rheinisch-Westfälischen Polytechnischen Schule“
eine „Königl. technische Hochschule“ zu machen. So unterscheidet
sich die dreiunddreißigjährige Geschichte der Aachener Hlochschule
wesentlich von der ihrer älteren Schwesteranstalten. Was dort in
langsamer Entwicklung gewonnen werden mußte: der Fortschritt von
der höheren Schule zur Hochschule mit Lehr- und Lernfreiheit, der
zielbewußte Ausbau aller Einrichtungen, um den Studierenden in die
wissenschaftlichen Grundlagen der modernen Technik einzuführen und
ihn die selbständige Handhabung ihrer Arbeitsmethoden zu Ichren,
das fiel der Aachener Anstalt als reife Frucht jener fremden Erfahrungen
in den Schoß und gab ihr die Möglichkeit, auf diesem
Boden weiter zu bauen und ihre besonderen Eigentümlichkeiten zu
entwickeln. Als solche Eigenart darf die Aachener Hochschule
wohl für sich in Anspruch nehmen das besonders enge Verhältnis
von Lehrenden und Lernenden, das aus den Zeiten eines verhältnismäßig
schwachen Besuches auch in die Jahre einer stetig wachsenden
und an die einzelnen Lehrkräfte erhöhte Anforderungen stellenden
Zuhörerzahl hinübergenommen worden ist.
Und noch in einer anderen Richtung unterscheidet sichdie Aachener
Hochschule von ihrenälterenpreußischenSchwesteranstalten insbesondere.
Sowohl bei ihrer Gründung als auch bei jeder wichtigeren Enweiterung
der Hochschule haben zwei große Aachener wirtschaftliche
Institute, die „Aachener und Münchener Feuerversicherungsgesellschaft‘