hereinzuziehen. Unter diesen war das mächtigste Geschlecht
das der Welfen, in Niederdeutschland begründet
von dem sächsischen Kaiser Lothar, der seine Tochter mit
dem Welfen Heinrich dem Stolzen von Bayern vermählte.
Ohne die Hilfe der mächtigen Welfen wäre es Friedrich
I. nicht geglückt, die Kaiserkrone zu erlangen und
sich in deren Besitz zu behaupten; und von da an wurde
es den Kaisern überhaupt nicht mehr möglich, sich anders
als durch ein persönliches Verständnis mit den Fürsten
auf dem Throne zu erhalten. Friedrich I. schloß ein solches
Verständnis mit Heinrich dem Löwen ab, und da
er nun diesen mächtigsten Fürsten auf seiner Seite hatte,
so konnten auch die übrigen nichts gegen ihn unter>
nehmen; aber man sieht, daß es mit der unbedingten
Autorität des Kaisers ein Ende hatte.
Als nun Friedrich I. Kaiser geworden war und die
Idee des Deutschen Reiches wiederherzustellen suchte,
gerieter mit dem Papst in Streit über gewisse Ehrenrechte.
Papst Hadrian hatte in einem Briefe an den Kaiser sich
des Wortes Beneficium in bezug auf das Deutsche Reich
bedient, was der Kaiser ebensowenig wie die Fürsten zu
dulden gemeint waren.
Der vornehmste Streit aber, worauf die ganze Geschichte
der Hohenstaufen basiert, drehte sich um die
Herrschaft in Italien. Die Hohenstaufen hatten nämlich
ihre Hauptgüter im südlichen Deutschland und suchten
durch die Verbindung dieser ihrer süddeutschen Besitzungen
mit dem nördlichen Italien ihren Einfluß in
Italien überhaupt zu erhöhen. Dabei jedoch hatten sie
das Unglück, mit den Städten in Oberitalien in Konflikt
zu geraten. In diesen war schon früher ein Gefühl von
Unabhängigkeiterwacht, welches sich vielleicht auf Momente
ihrer alten Verfassung zurückführen läßt. Diese
Städte waren von den Ottonen den Bischöfen unter:
worfen worden; äls aber der große Streit zwischen den
Kaisern und den Päpsten ausbrach, suchten sie sichsowohl
von ihren Bischöfen als von dem Kaiser freizustellen.
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