IV Naturlehre. 15
Wasser, die, wie wir wissen (5. 1), 6 g wiegen. Ebenso groß war auch der Gewichtsverlust
des eingetauchten Schlüssels. Durch weitere Dersuche ist leicht festzustellen,
daß das Wasser von einem eingetauchten Körper so viel trägt, wie die
verdrängte Wassermenge wiegt. Das gilt auch für alle andern Slüssigkeiten.
c) Demnach muß ein Körper untersinken, wenn er mehr wiegt als die
Flüssigkeitsmenge, die er verdrängt. Ist er aber ebenso schwer, oder leichter als diese,
so wird er von der Flüssigkeit getragen: er schwimmt. Eine leere Blechbüchse z. B.
schwimmt auf dem Wasser; drücken wir sie aber stark zusammen, so sinkt sie unter,
obgleich sich ihr Gewicht nicht verändert hat. Ein Stück Eisen sinkt im Wasser unter;
die eisernen Hanzerschiffe aber schwimmen. — Ein eiserner Uagel sinkt im Wasser
unter, während er im Guecksilber schwimmt (warum?). — Wir verstehen nun auch,
daß ein schwimmender Uörper um so tiefer eintaucht, je mehr er wiegt. hHolz sinkt
z. B. tiefer ein als Kork. (Führe andre Beispiele an!) — Der menschliche Körper wiegt
etwa ebensoviel wie das Wasser, das er verdrängt. Durch geeignete Bewegungen
(künstliches Ichwimmen) können wir uns daher leicht an der Cberfläche halten.
6. Das spezifische Gewicht. Der eiserne Schlüssel, den wir zu unsern Dersuchen
benutzten, verdrängt 6 cem Wasser, d. h. er nimmt einen Raum von 6 com ein. Uun wiegen,
wie wir festgestellt haben, diese 6 cem Eisen 45 g; 1 cem Eisen wiegt also 7,5 g, d. h.
7,5 mal so viel als 1 cem Wasser: Die Sahl der Gramme, die 1 cem eines Stoffes
wiegt, nennt man sein spezifisches Gewicht. Durch ähnliche Dersuche kann man das
spezifische Gewicht auch von andern festen Körpern ermitteln. Wie kann man das spezifische
Gewicht von Hlüssigkeiten bestimmen?
7. Die Senhwage (das „AKräometer“). Ein Stück holz sinkt im Wasser nicht so
tief ein wie im Alkohol. SFrische Eier, die in reinem Wasser untersinken, schwimmen, wenn
man sie in Wasser legt, in dem viel Salz aufgelöst ist. — Wir füllen drei Gläser: das eine
mit Spiritus, das zweite mit reinem Wasser, das dritte mit einer Salzlösung. Tauchen wir
dann ein Drobiergläschen, in das wir einige Schrotkugeln getan haben, einen sogenannten
„chwimmer“, in den Spiritus, so sinkt der Schwimmer bis zu einer bestimmten Stelle ein.
Im Wasser sinkt er nicht so tief und in der Salzlösung noch weniger tief ein (warum?).
Auf diesen Tatsachen beruht die Einrichtung und Derwendung der „Senkwage“. Sie ist nichts
anders als ein Schwimmer, der mit einer Skala versehen ist, und dient zur Bestimmung des
spezifischen Gewichtes von Flüssigkeiten (Spiritus, Milch u. a.), sowie von Mischungen verschiedener
Slüssigkeiten.
S. Don den luftförmigen Körpern (Gasen).
1. Die Luft ist ein Körper. a) Süllen wir Bier, Wein u. dgl. auf
Hlaschen, so sehen wir, daß die SFlüssigkeit nur langsam durch den TCrichter fließt,
wenn er fest in dem halse der Flasche steckt. Setzen wir den Crichter luftdicht
hinein (umwickle ihn mit feuchtem Fließpapier!l), so dringt nur wenig von
der Hlüssigkeit in die Flasche. Tauchen wir eine Flasche so in Wasser, daß ihre
Offnung nach unten gerichtet ist, dann tritt fast gar kein Wasser in die Flasche ein.
Wenn wir aber die Effnung der untergetauchten Flasche nach oben halten, strömt
das Wasser rasch ein, während Luftblasen aus der Slasche entweicksen. ZQus alledem
ergibt sich, daß da, wo Cuft ist, nicht gleichzeitig etwas anderes sein kann. Die
Luft nimmt also einen Raum ein: sie ist ein Körper. Dasselbe gilt von
allen andern Luftarten oder Gasen. (Nenne einigel)
b) Da die Luft ein Nörper ist, hat sie auch Gewicht. Wie Dersuche ergeben,
wiegt 1 1 der Luft, die uns umgibt (atmosphärische Luft), etwa 1,3 g.