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Paderborn — Paris.
P.
Paderborn, ehemals ein reichsunmittelbares
Bistum im westfäl. Kreis, ward
795 von Karl d. Gr. gestiftet und dem
Erzbischof von Mainz unterstellt. Im
16. Jahrh. fand die evangelische Lehre
auch im Bistum P. Eingang, wurde aber
durch die ¾lr Ende des Jahrhunderts folende
Reaktion unterdrückt. Während des
reißigjährigen Kriegs verheerte Christian
von Braun weig das Gebiet von P. und
nahm die Stadt selbst ein. 1802 wurde
das Bistum säkularisiert, und sein Gebiet,
das zwischen dem Herzogtum rssine
der Grafschaft Waldeck, der Landgrafschaft
Hessen-Kassel, den braunschweigischen Landen
und dem preußischen Fürstentum Minden
lag, wurde als Erbfürstentum 1803
an Preußen gegeben. 1807 kam es an
das Königreich Westfalen, jedoch 1814 an
Preußen zurück und bildet jenzt einen Teil
des Regierungsbezirks Minden. Das Bistum
selbst wurde 1821 neu begründet und
dem Erzbischof von Köln unterstellt. Seit
der usezung des Bischofs Konrad Martin
1875 ist der bischöfliche Stuhl undesegt, doch
wurde 1881 ein Bistumsverweser bestellt.
Pappenheim, Gottfried Heinrich,
Graf von, kaiserlicher Feldherr im
Dreißigjährigen Krieg, geb. 1594 auf der
Stammburg seines Geschlechts in Mittelfranken,
studierte in Altdorf und trat dann
ur katholischen Kirche über. Er begab
ich in die Dienste des Herzogs Maximillan
von Bayern, zeichnete g 1620 in der
Schlacht bei Prag aus und wurde dort
schwer verwundet. 1623 machte ihn der
Kaiser zum Chef eines Kürassierregiments
(der berühmten Pappenheimer= ). Nach
Tillys Ernennung zum kaiserlichen Generalissimus
(16 wurde P. General
der Kavallerie, beteiligte sich 1631 an der
Erstürmung von Magdeburg und führte
durch sein Ungestüm Tillys Niederlage
bei Breitenfeld herbei. Als Wallenstein
1632 die Schlacht bei Lützen es. d.) liefern
wollte, wurde P. mit seiner Reiterei von
Halle eurn und brachte auch noch
rechtzeitige Hilfe, wurde aber tödlich verwundet
und starb am folgenden Tag,
17. Nov., zu Leipzig. Vgl. Heß, G. H.,
Graf zu P. (1855#.
Paris, die Hauptstadt von Frankreich,
ist für Deutschlands Geschichte durch
mannigfache Ereigpisse den * 1
Schlacht bei P. 30. März 1814. Schon
29. März waren die Verbündeten mit
100,000 Mann vor der Stadt erschienen,
bei welcher die Marschälle Marmont und
Mortier mit 30,000 Mann auf den Höhen
im Nordosten standen. Am 30. März wurden
die Hochebene von Romainville und der
Montmartre erstürmt, was die Marschälle
veranlaßte, einen Waffenstillstand abzuschließen,
welchem in der Nacht die Kapitulation
folgte. Darin erhielten die franösischen
Truppen freien Abzug. Am 31.
ärz folgte der Einzug der Verbündeten
in P., von den Monarchen nahmen der
König von Preußen und der Kaiser von
Rußland daran teil.
2) Der erste Pariser Friede wurde
30. Mai 1814 zwischen Frankreich einerseits
und Osterreich, Preußen, Rußland
und England anderseits abgeschlossen. Bevollmächtigte
waren für Frankreich Talleyrand,
für Osterreich Metternich und Stadion,
für Preußen Hardenberg und W.
v. Humboldt, für Rußland Rasumowski
und Nesselrode, für England Castlereagh.
Frankreich wardauf die Grenzen beschränkt,
welche es 1. Jan. 1792 besaß, erhielt jedoch
zur bessern Abrundung einen Gebietszuwachs
von 8259 qkm (150 OM.)
mit ½ Mill. Einw., nämlich einzelne
Striche am Oberrhein, in der bayrischen
Pfalz und an der Grenze der Niederlande,
ferner die Grafschaften Avignon und Venaissin.
Großbritannien erhielt die In-Feln
Malta, Isle de France (das heutige
auritius), Tabago und Santa Lucia.
Die weitere Ordnung der europäischen
Verhältnisse blieb dem Wiener Kongreß
(s. d.) vorbehalten.
3) Der zweite Pariser Friede
wurde 20. Nov. 1815 zwischen Fangreich
einerseits und Osterreich, Preußen, Rußland
und England anderseits abgeschlossen.
Frankreich war durch Richelieu, Oster-