Aummer 117
EAI
Freitag, 18. Mai 1916
Das Gemeindebeamnlengeseh
münchen, 17. Mai.
Im Ausschuß der Kammer der Abgeordneten
* Beratung des Gemeindebeamtengesetzes er.
sielte die Debatte in verschiedenen wichtigen
Bunlten Einstimmigkeit zugunsten der in der
sentralrerdandssitzung der Gemeindebeamten
ecänßerlen Wünsche. Es gelangte zunächst zur
Annahme ein Antrag des Abg. Dr. v. Cassei-!
ann (lib.): „In den beiden Gemeindeordnun.
gen werden die Worte „Bedienstete“ und „Ge.
meindebedienstete“ durch die Worte „Beamte“
und „Gemeindebeamte“ ersetzt.
Der Artikel 1 des neuen Entwurfs setzt den
iünftigen Wortlaut des Artikels 74 der rechtsrheinischen
Gemeindcordnung in Absatz 1 nach
der lielerigen Fassung, in Absatz 2 nach der
ung der Reichsratskammer und in Absatz 3
au. dem Auman r. Casselmanns dahin fest:
Arsf. 3 (neuy: Durch Beschluß des Stadtmagi-.
nmals lann mit Zustimmung der Gemeindebedlnigt
das Dienstverhältnis schon vor
eblauf der im Abs. 2 bestimmten Zeit als un.
urderruflich erklärt werden. Demnach wird beüglich
der Anstellung der rechtskundigen Bür.
vermeister und Magistratsräte gegen früher
ieichls geändert, durch den neuen Absatz 3 aber
ermöglicht. daß die Gemeinden erprobte Ver-I#
Altungsbeamte sofort definitiv anstellen könwenn
es in ihrem Interesse liegt.
Der Artikel 2 regelt die neue Fassung des
Artikels 77 der baner. Gemeindeordnung über
wie Stellung der Stadt und Markttschreiber. Es
Wid einen. Antrag r. Casselmann (lid.) zuge-«
.dal«i-1:»Die3mvlsodekMakltfchteiler“
führen den Titel „Stadt oder Marktsekreuar.“
Die Gemeindebeamten haben Anspruch
an. Besoldungen oder Dienstbezüge und regelräbig
gauch auf Gehaltsstufen nach dem Dienstal
er, dde roillbeschäftiglen Gemeindebeamten
annerdem nach dreijähriger Dienstzeit Wuspruch
Gaui Rubegehalt nach Erreichung des 65. Lebens-’-
oder im Falle der Dienstunfähigkeit.
ie auf Hinterbliebenenrersorgung.
Die Gemeindebeamtenrersammlung vom vernangenen
Sonntag hat den einhelligen Beshluß
gefaßt, die Unwiderruflichkeit nochmal an.
umreben. Die Liberalen kamen ihnen mit fol.
brendem Antrage zu Hilfe: „Das Dienstrer.
I! IUnis der vollbeichäftigten Gemeindebeamten.
die eine höllere wissenschaftliche, fachliche oder
tunstleriscke Berufobildung aufzuweisen haben,
" in den eriten drei Jahren, das der übrigen
rollbeschäftigten Gemeindebeamten in den ersten
chn Jalrren medderruflich. Nach Ablauf dieser
eeit il das ienstrerhältnis unwiderruflich. Der
Magistrat kann jedoch mit Zustimmung der Gevreindeber
oilmächtigten ichon vor Ablauf dieser
Jeit unwiderrufliche Anslellung gewähren.“ Das
entrum widerrief den Antrag, die Sozialde-7
olraten bekämpften ihn wie früher aus Prinzip,
der Staatominister begrüßte die Wiederhersiellung
des ursprunglichen Regierungerorschlages.
icjurchtet aber, daß die erste Kammer ihren
landpuntt nicht andern und schließlich nicht
uitimmen werde. Bei der Abstimmung wurde
der liberale Antrag mit 14 gegen 10 Stimmen
abtgelebut. Abg. Dr. 1. Casselmann wollte nun
durd. einen neuen Antrag jenen Gemeindebeam-.
ien, welche nichr als 18000 Mk. Jahresgehalt
IFiel- en, nach 13 Dienstjahren die Unwiderruf.
lichkeit relien: allein auch dieser zweite Antrag
wurde albgelebnt.
Artilel 3 ichlägt einen neuen Artilel 77 zur
haper. Gemeindeordnung ror. Nach diesem mülsien
die Besoloungen der Gemeindebeamten, die
Ruhegehalte usw. angemeisen sein; die Beamten
lonnen erentuell neue Festsetzung beantragen
und haben ein Beschwerderecht. Hiezu bean.
tragte Dr. x. Caiselmann die Angemessenheit
auch sür die Gehaltsilufen nach dem Dienslalter
tals Abj. 11. Er beantragte jerner als Abs. 3:
Für die Berechnung des Nuhegehalts, des Sterlegchalts,
des Witwen, und Waisengeldes sollen
die einschlägigen Bestimmungen des Staatsheamtengesetzes
16. Angust 1908 Anwendung
sinden. Jedoch können die Gemeinden die Versorgungobezuge
erhöhen.
Frank (entr.) beantragte als Abs. 4:, Den
rollbeschäftigten G. B., die der reichsgesetzlichen
Krankenrersicherung unterliegen, hat die Gemeinde
im Falle der Krankheit auf die Dauer
der Regelleistungen der Kranlenkassen einen
Barbezug im 1½12fachen Betrage des Krankengeldes
zu gewähren. Auf diesen Bezug wird der
Betrag angerechnet, der dem G.-B. für die
leiche zei: als Besoldung, Ruhegehalt oder
Unterhaltsbeitrag zulommt. Jit ein vollbeichäj ·
tigter G.B. vrersicherungsberechtigt, so tann ihn
die Gemeinde anhalten, der Versicherung freiwillig
beizutreten; sie muß elsbann die vollen
Beiträge bestreiten. Jedoch werden die Barleistungen
der Krankenkasse. aused die dem G.B.
gegen die Gemeinde für die gleiche Zeit zustelenden
Bezüge angerechnet.“
Der Antrag Casselmann wurde abgelehnt, der
Antrag Frank angenommen.
Am Mittwoch hat der Gemeindebeamtengeseg.
aueschust die Beratung des Entwurfes
Reid-sralskammer über die Regelung der r—e
lichen Verhältnisse der Gemeindebeamten zu-Ende
geführt und den Entwurf mit den vom
Ausschuß beschlossenen Aenderungen mit allen
gegen die Stimmen der Abg. Götßz (
Matzeder (Bayer. Bbd.) angenommen.
sinde n
Mächener Aenglellen
München. 17. Mai. Der Kaufpreis für-# das
ron Krupp erworbene Gelände von 1100 T
werl siellt sich auf etwa 6—7 Millionen Mah.
Die Summe ist an die bisherigen Eigentmer
sofort in bar, bzw. in fünfprozentiger Kriegsanleihe
zur Austallung gelangt.
München. 17. Mai. Am Donnerstag den
25. Mai nachm. 1 Uhr findet zu München im
Katbolischen Gesellschaftshaus, Brunnstraße 7,
eine Konferenz der Präsides der katholsschen Ar.
beiter und Arbeiterinnen-Vereine der Erzdiczese
München und Ireising statt. Die Tagesordnung
lautet: „Der Stand der latholischen
Arbeiter und Arbeiterinnenrereine in der Erz--diözese
(Berichterstatler: Msgr. C. Watterbach),
„Die tatholischen Arbeiter- und Arbeiterinnenvereine
im Verhältnis zu den übrigen Organisationen“
(Berichterstatter: Bezirkspräses Lohr).
München. 17. Mai. In den „Süddeutschen
Monatsheften“ war ror einiger Feit ein Artikel
enthalten, in dem Beschwerde über angebliche
Tierquälereien und andere Mißstände im Münch-#nerchlachthof
geführt wurde. Die Schlachthofdirektion
antwortet hierauf in einem eingehenden
Bericht, in dem u. a. betont ist: „Die in dem Artikel
angeführten Einzelfälle müssen den An.
schein erwecken, als ob in sachrerständiger, ob.
jektirer Weise ganz ungebeuerliche Tierquälereien
aufgedekt würden, die tagtäglich sich un.
ter den Augen der Autchebehorde abspielen,
ohne Ahndung zu finden.“ Nach den Aeußerun.
gen des Obertierarztes Mölter sei die Sache
außerordentlich übertrieben. Der Verfasser des
Artikels habe z. B. reflektorische Bewegungen
als Ausdruck ver Schmerzempfindung eusge,
saßt. Man müsse anch berücksichtigen, daß e
in diesen Kriegszeiten an geschultem Persanel
fehl
–
·
Bayecische Noacheichten.
Egglkofen, 17. Mai. Der rerilorbene Reichsrat
r. Auer hat den Betrag von 100 000 Mkr
als Stiftung für Errichtung einer Kinderbewahranstalt
und einer Station für ambulante Krankenpflege
der hiesigen Gemeinde testamentarisch
rermacht. Der Verstorbene war Schloßherr von
Eggllofen.
HPlanegg, 17. Mai. Einen guten Fang
machte der Jäger des Münchener Geheimrats
r. Angerer, Anton Zpiegel. Auf dem Pürschgang
bemerlte er zwischen Forstkasten und Neuried
drei verdächtige Männer, die sich im Jungholz
herumtriceben. Spiegel stellte die drei Wil.
derer. In ilrem Besiß befand sich u. a. ein
achlfaches Repetiergewehr neuesten Systems. Bei
ihrer Vernelmung durch die Gendarmerie gab
der eine an, Amtsgerichtsassistent zu sein, seine
Vegleiter stellte er als seinen Schwiegervrater
und dessen Sohn ror.
1 r.
Die oberbaner. Bauernwallfahrt
nach Altötting.
Altötting, 17. Mai.
Wenn schon die zwei ersten Wallfahrtstage
mit ihrem Massenandrang gläubiger bayerischer
Bauern mächtige Eindrücke vermittelten, so wurden
diese Eindrücke noch vertieft, als am Montag
von ittag ab in acht Ertrazügen die Oberbane#en
anrückten. Von mittags 12 Uhr an marschierten
betend unter Glockenllang, geleitet ron
Priestern, lange Züge von Pilgern in Altötting
ein, von Rosenheim, aus der Ingolstädter und
Areisinger Gegend, vom Rupertiwinkel und den
baperischen, Vorbergen, aus Münchens Umkreis
und vom Lechrain dis aus der Gegend von Buchloe
kommend. Zug um Zug begab sich sofort
in die Basilila und in die Magdalenenkirche,
um lurze Ansprachen und den kirchlichen Segen
entgegenzunehmen. Dann begann der Andrang
zu den Beichtstühlen in sämtlichen Kirchen, wo#
bis zum Abend die Scharen der Beichtenden ansianden.
Es mögen wohl an 87000 Bauern aus dem
ganzen Oberbayern gewesen sein, welche sich eingejunden
hatien. Den Nachmittag widmeten die
Pilger dem Besuch der Gnadenkapelle und der
ubrigen Kirchen. Am Abend um ½7 Uhr sand
ie eine Segensandacht in der Bafsilike und in der
Stistslirche unter kolossaler Boteiligung stam.
wobel die Kirchen nicht entsernt die Potn ächtigen
sossen konnten. Bei den Sgenzandachten begeislerten
wieder P. Löhr S. J. in der Basilika
und Benefiziat Gasteiger- ann in der Stifts-Zu.)
und
Die
zmeite Lesung soll Mitte nächster Woche stalt.
n.
lirche die Zuhörer mit erhebenden Predigten.
Nach den Andachten sammelte sich auf dem Kapellenplatz
die rieltausendpöpfige Pilgermenge
zur großen Versammlung welche nach Absingung
eines Marienliedes programmgemäß denselben
schönen und eindrucksvollen Verlauf nahm wie
die Versammlung am Samstag abend. Auch die
gleichen Redner sprachen wieder zu der großen
Menge. Mit dem „Engel des Herrn“ schloß
die wirkungsvolle Abendveranstaltung.
Ungeheuer war wleder am Montag und
Dienstag der Audrang zur Beichlgelegenheit.
In allen Kirchen saßen von Montag 1 Uhr bis
abendes 7 Uhr und am Dienstag von 4 Uhr morgens
ab gegen 50 Priester in den Beichtstühlen
und konnten kaum den Ansprüchen gerecht werden.
Ebenso stark war das Verlangen nach dem
Tisch des Herrn. Und wieder war der Himmel
trotz dräuender Wolken gnädig dem letzten Wallsahrtstage,
als auf offenem Platze des feierliche
Hochamt ron Prälat Sladtpfarrer Konrad in
Amwesendeit des Hochwürdigen Herrn Bischofo
Dr. Sigismund Felir ron Passau gefeiert
wurde. Der Oberhirte erfreute die Wallerichar
nach dem Gottesdienste durch eine Ansprache.
Dankbar wurde der Segen entgegengenommen.
Dem Hochamt roraus war eine gehalt und
geistrolle Predigt des Jesuitenpaters Löhr ge
gangen, der den Krieg trotz aller seiner Heim
suchungen als eine Sendung Gottes bezeichnele,
eine Schidung, welche wieder glauben, beten und
entsagen lehrte.
Dann ging allmählich die Feier zu Ende.
Die Erxtrazüge rerließen nach und nach die
Gnadenstätte. Alle aber nahmen mit eine neue
Kräftigung und Stählung ihrer religiöfen
Tcberzeugung, das Bewuptsein, denkwüroige,
erhebende Tage rerlebt zu haben. Als Antwort
auf die ron den Oberbayern an Se. Majestät
Nönig Ludwig gesandte Ergedenheitsdepesche
traf folgendes Telegramm des Königs ein:
„Anfrichtig erfreut über die mir erneut dargebrachte
Huldigung sage ich allen Mitgliedern
des Oberbayerischen Bauernrereins herzlichen
Dank für treues Gedenken. Möge der Allmachtige
den Gebeten der frommen Pilger an ge
heiligter Stälte Erbörung schenken.“
Baoyerisches Oberians.
Sachrang, 17. Mai. In der hart an der
österreichisch-baycrischen Gtenze gelegenen Unterlunftshütte
„Eggenalpe“, die dem Bauern Johann
Greiderer von Kössen gehört, wurde von
bis jetzt unermitlelten Gaunern eingebrochen und
vie dort befindlichen Bedarfegegenstände, darun.
ter allein 200 Wäschestücke, außerdem alle Vor.
räte an Speck, Branntwein, Fett uiw. gestohlen.
Mühldorf, 17. Mai. Der als Mitschuldiger
am Morde des Peter Fischer anfänglich cin
gezogene Schäfer Wurmoegger ist aus der Haft
entlassen worden. Die A Aussagen des Großt,
wronach er als alleiniger Täter in Frage kommt,
haben Wurmoegger so entlastet. daf er als
unschuldig am Raubmord anzusehen ist.
Traunstein, 17. Mai. Da am lehten Sams
tag. Marite wenig Bäuerinnen mit Eiern waren
und im städt. Kleinrerkanislokale nur in ge
ringer Stückzahl (höchitens 3 pro Haushaln rqeqelenwrrdennnrrenallunlrlbcngrondkln
gen, daß man leine Eier besommen könne. Der
Stadtmagistrat ließ am Samolag nach Schiuß
der Haupteintaus##zeit die Eierrorräle bei den
biesigen Eiergeschäften senn#stellen: dabei ergab
sich ein unrerkaufter Vorrat' von noch J%½%
Eiern, wobei nur einige hauptsächliche Vier
geschäfte gezählt wurden. Die Preise waren
12.—13 Pfg. pro Stück. Die Verläufer erklärtlen,
daß keine besondere Nachfrage nach Eiern
stattgefunden habe.
Lofalnachrichler.
Rosenbeim, 18. Mai.
Auf dem Felde der Ehre gefallen:
Steinerbauerssohn Johann Edtmaier von Wang
(Nußdorf bei Traunstein), Soldat im 16. Res.
Inf.-A#gt.
Die siegreichen Vorstöbe in Süd.
tirol lösten hier größte Freude aus. Dies
zeigte sich schon, alo am Dienstagabend die ersten
Nachrichten darüber eintrasen. Als dann
am Mittwochabend die Meldung kam, dawß die
ersten Erfolge weiter ausgebaut und erweitert
wurden und etliche Tausend Italiener in die
Hände unserer tapferen Verbündeten gefallen
sind, steigerte sich diese Freude zur Begesserung.
Die Siegesschüsse krachten, und viele Fahnen
wurden gehißt. Man freut sich allgemein, daß
auch an der italienischen Front der Feind die
Kriegslage nicht bestimmen kann, und in
Südtirol aus dem Angreifer der Angegriffene
wurde, der bereite große Beute in den Händen
der Sieger lassen mußke. Mögen die nächsten
Tage welsere schöne Erfolge dringen. Unsere
tapseren Verbündelen begluckwünschen wir zu
ihren siegreichen Vorstößen.
Achtzigster Geburtstag. Die Hausbesitzerin
Frau Katharina Römersperger, Kai.
serstraße 22, begeht morgen Freitkag in körperlicher
und geistiger Frische ihren 80. Geburtslag.
Bei ihren Hausinwohnern, von denen die
älteste Partei bereits 35 Jahre, die jüngste
schon 12 Jahre im Hause der Jubilarin woh.
nen, ist sie sehr geschätzt ale gute Hausfrau.
Frau Nömersperger ist schon über 30 Jahre
Abonnentin des „Rasenheimer Anzeiger“. Zu
ihrem Jubeltag entbieten wir ihr die besten
Glückwünsche.
Postschalterdienststunden. Vom 21.
Mai an wird, zufolge Entschliehung der K.
Oberpostdireltion München, tle Postamts
Zweigdienstelle Rosenheim 1 Stadt (Stadtpost)
auch hinsichtlich des Telephon und Telegraphendiensles
an Werktagen abends um 7 Uhr, an
Sonn. und Feiertagen mittags um 12 Uhr vollsinndig
geschloisen. Für die Annahme von Telegrammen
und die Benützung der öffentlichen
Telephon Sprechstelle bleibt das Postamt 2 am
Bahnhof wie bieher, läglich ron 7 Uhr früh
bis 9 Uhr abends geöffnet. Es werden also
dementsprechend zurzeit dahier offen gehalten:
1. Die Postanmeisungeschalter in Rosenheim 1
Stadt und 2 Bahnbof: an Werktagen von 8 bis
12 Uhr rormittags und 2 bis 7 Uhr nachmit.
lags, an Sonn und Feiertagen von 10 bis 12
Uhr rormittags. 2. Die Brief. und Paketpostschaller:
a) an Werktagen: in Rosenheim 1
Stadt von 7 Uhr vorm. bis 7 Uhr abends,
in Rosenheim Bahnhof ron 712 Uhr vorm. bis
Uhr abends, b) an Sonn. und Feiertagen:
in Rosenheim 1 Stadt und 2 Bahnhof von 7
bis 8 und 10 bis 12 Uhr vormittags. 3. Die
Schaller für Telegraph und Telephon: a) an
Werklagen: in Nosenheim 1 Stadt von 7 Uhr
rorm. bis 7 Uhr abends, in Rosenheim 2 Bahn.
hof ron 7 Uhr vorm. bis 9 Uhr abends, b) an
Sonn. und Feiertagen: in Rosenheim 1 Stadt
von 7 bis 12 Uhr vormittags, in Rosenheim 2
Bahnhof ron 7 Uhr vorm. bis 9 Uhr abends.
Zu der Bekanntmachung betr. Beschlagnahme
baumwollener Spinnstofse und
Carne (Spinn und Webrerbot) ist ein Nachtrag
erschienen, dessen Anordnungen kereits am 10.
Mai in Kraft traten. Der Wortlaut der neuen
Verordnung kann an der magistratischen Amtstafel
eingesehen werden.
Aueschankzeiten für das Gastwirtsgewerbe.
In der Regelung der Ausschank.
zeiten in Gastwirtschaften bestehen noch verschiedene
Unsicherheiren, im besonderen über die
genaue Durchführung der Abgabe von Bier.
Es dürsen die Wirtschaften ohne Unterbrechung
im Betrieb offen bleiben. Es darf aber nur
in der Zeit ron 11 bis 2 Uhr und ab 6½ Uhr
abende Bier ausgeschänkt werden. Auch das
Weizenbier fällt unter das Verbot. Es dürsen
außer dem rerbotenen Bier in der Zwischen
zeit alle anderen Getränke ausgeschänkt werden.
Die Viehglocken. Das stellv. General.
lommando Il. bayer. Armeekorps teilt mit:
Vielglocken (sog. Tiroler oder Weideglocken)
find endrerarbeitele Gegenstände und daher von
der Vekanm#inachung beir. Bestandemeldung und
Beschlagn= ime von Metallen nicht betroffen.
Eis unterliegen somil, soweit sie bereits am
Miui 1915 ferliggestellt waren, keinerlei Be
irahme im Handel. dagegen' ist ihre Herfleliung
aus beschtagnahmtem Sparmetall verleten.
Arnahme der Schwalben. Noch nie
ist lie geringe Zabl der Schwalben so aufgefall.
. wie in diesem Frühjahr. Es hat fat
zuu: der zehnte Teil aus dem Süden den Weg
#: uns zulücgefunden und die alten Nester der
9 Vorjahre wieder bezogen. Die gleichen Beobachtungen
hat man auch im übrigen Deutschen
Reich gemacktt. Als Ursache dieser Erscheinung
wird übereinstimmend angegeben, deß die
Schwalben auf dem Heimzug im Herbst und
auf ihrem Frühlingszug zu uns in großen Mas.
sen von den Italienern abgefangen und mangels
anderer Fleischnahrung verspeist worden
sind. Tatsächlich enthalten die meisten italicnischen
Zeitungen Inserate, in denen man Singrögel,
gemästete Lerchen, allerhand Wasservögel
und auch Schwalben zur menschlichen Ernährung
anbietet.
Ernteaussichten 1915 und heute.
Das Ernteergebnis des Jahres 1915 war, abgesehen
von der Kartoffelernte, aus einer Rei
ron Ursachen sehr ungünstig. Die Heltarerträge
erwiesen sich nach dem Drusch als gering, hauptsächlich
infolge zu großer Trockenheit; dazu kam,
daß fruchtbare Landstriche im Osten, durch den
viusseneinfall verwüstet, nicht mehr in nügen
de Kultur genommen werden konnten. ru
die Ausdehnung der bebauten Fläche dur
angrisfnahme von Mooren und Oedlderderl n
noch nicht so weit vorgeschrilten. In den Zoben
ten Gebleten war “* stellung der Felder na
turgemäh noch nicht mit ennoner. ensuen
ausgenommen worden. So erklärt sich der beträchtliche
Ernteausfall des Vorjahres, und so
erllär! sich auch die Schärfe der Verforgungs-