Volltext : Rosenheimer Anzeiger. 62. Jahrngang (62)

Aummer  117

EAI

Freitag,  18.  Mai  1916

 

Das  Gemeindebeamnlengeseh
münchen,  17.  Mai.

Im  Ausschuß  der  Kammer  der  Abgeordneten
*  Beratung  des  Gemeindebeamtengesetzes  er.
sielte  die  Debatte  in  verschiedenen  wichtigen

Bunlten  Einstimmigkeit  zugunsten  der  in  der

sentralrerdandssitzung  der  Gemeindebeamten
ecänßerlen  Wünsche.  Es  gelangte  zunächst  zur
Annahme  ein  Antrag  des  Abg.  Dr.  v.  Cassei-!
  ann  (lib.):  „In  den  beiden  Gemeindeordnun.
gen  werden  die  Worte  „Bedienstete“  und  „Ge.
meindebedienstete“  durch  die  Worte  „Beamte“
und  „Gemeindebeamte“  ersetzt.

Der  Artikel  1  des  neuen  Entwurfs  setzt  den
iünftigen  Wortlaut  des  Artikels  74  der  rechtsrheinischen
  Gemeindcordnung  in  Absatz  1  nach
der  lielerigen  Fassung,  in  Absatz  2  nach  der
ung  der  Reichsratskammer  und  in  Absatz  3
au.  dem  Auman  r.  Casselmanns  dahin  fest:
Arsf.  3  (neuy:  Durch  Beschluß  des  Stadtmagi-.
nmals  lann  mit  Zustimmung  der  Gemeindebedlnigt
  das  Dienstverhältnis  schon  vor

eblauf  der  im  Abs.  2  bestimmten  Zeit  als  un.
urderruflich  erklärt  werden.  Demnach  wird  beüglich
  der  Anstellung  der  rechtskundigen  Bür.
vermeister  und  Magistratsräte  gegen  früher
ieichls  geändert,  durch  den  neuen  Absatz  3  aber
ermöglicht.  daß  die  Gemeinden  erprobte  Ver-I#
  Altungsbeamte  sofort  definitiv  anstellen  könwenn
  es  in  ihrem  Interesse  liegt.

Der  Artikel  2  regelt  die  neue  Fassung  des
Artikels  77  der  baner.  Gemeindeordnung  über
wie  Stellung  der  Stadt  und  Markttschreiber.  Es
Wid  einen.  Antrag  r.  Casselmann  (lid.)  zuge-«
  .dal«i-1:»Die3mvlsodekMakltfchteiler“
  führen  den  Titel  „Stadt  oder  Marktsekreuar.“
  Die  Gemeindebeamten  haben  Anspruch
an.  Besoldungen  oder  Dienstbezüge  und  regelräbig

  gauch  auf  Gehaltsstufen  nach  dem  Dienstal

er,  dde  roillbeschäftiglen  Gemeindebeamten

annerdem  nach  dreijähriger  Dienstzeit  Wuspruch

Gaui  Rubegehalt  nach  Erreichung  des  65.  Lebens-’-

  oder  im  Falle  der  Dienstunfähigkeit.
ie  auf  Hinterbliebenenrersorgung.

Die  Gemeindebeamtenrersammlung  vom  vernangenen
  Sonntag  hat  den  einhelligen  Beshluß
  gefaßt,  die  Unwiderruflichkeit  nochmal  an.
umreben.  Die  Liberalen  kamen  ihnen  mit  fol.
brendem  Antrage  zu  Hilfe:  „Das  Dienstrer.
I!  IUnis  der  vollbeichäftigten  Gemeindebeamten.
die  eine  höllere  wissenschaftliche,  fachliche  oder
tunstleriscke  Berufobildung  aufzuweisen  haben,
"  in  den  eriten  drei  Jahren,  das  der  übrigen

rollbeschäftigten  Gemeindebeamten  in  den  ersten
chn  Jalrren  medderruflich.  Nach  Ablauf  dieser
eeit  il  das  ienstrerhältnis  unwiderruflich.  Der
Magistrat  kann  jedoch  mit  Zustimmung  der  Gevreindeber
  oilmächtigten  ichon  vor  Ablauf  dieser
Jeit  unwiderrufliche  Anslellung  gewähren.“  Das
entrum  widerrief  den  Antrag,  die  Sozialde-7
  olraten  bekämpften  ihn  wie  früher  aus  Prinzip,
der  Staatominister  begrüßte  die  Wiederhersiellung
  des  ursprunglichen  Regierungerorschlages.
icjurchtet  aber,  daß  die  erste  Kammer  ihren
landpuntt  nicht  andern  und  schließlich  nicht
uitimmen  werde.  Bei  der  Abstimmung  wurde
der  liberale  Antrag  mit  14  gegen  10  Stimmen
abtgelebut.  Abg.  Dr.  1.  Casselmann  wollte  nun
durd.  einen  neuen  Antrag  jenen  Gemeindebeam-.
ien,  welche  nichr  als  18000  Mk.  Jahresgehalt
IFiel-  en,  nach  13  Dienstjahren  die  Unwiderruf.
lichkeit  relien:  allein  auch  dieser  zweite  Antrag
wurde  albgelebnt.

Artilel  3  ichlägt  einen  neuen  Artilel  77  zur
haper.  Gemeindeordnung  ror.  Nach  diesem  mülsien
  die  Besoloungen  der  Gemeindebeamten,  die
Ruhegehalte  usw.  angemeisen  sein;  die  Beamten
lonnen  erentuell  neue  Festsetzung  beantragen
und  haben  ein  Beschwerderecht.  Hiezu  bean.
tragte  Dr.  x.  Caiselmann  die  Angemessenheit
auch  sür  die  Gehaltsilufen  nach  dem  Dienslalter
tals  Abj.  11.  Er  beantragte  jerner  als  Abs.  3:
Für  die  Berechnung  des  Nuhegehalts,  des  Sterlegchalts,
  des  Witwen,  und  Waisengeldes  sollen
  die  einschlägigen  Bestimmungen  des  Staatsheamtengesetzes
  16.  Angust  1908  Anwendung
sinden.  Jedoch  können  die  Gemeinden  die  Versorgungobezuge
  erhöhen.

Frank  (entr.)  beantragte  als  Abs.  4:,  Den
rollbeschäftigten  G.  B.,  die  der  reichsgesetzlichen
Krankenrersicherung  unterliegen,  hat  die  Gemeinde
  im  Falle  der  Krankheit  auf  die  Dauer
der  Regelleistungen  der  Kranlenkassen  einen
Barbezug  im  1½12fachen  Betrage  des  Krankengeldes
  zu  gewähren.  Auf  diesen  Bezug  wird  der
Betrag  angerechnet,  der  dem  G.-B.  für  die
leiche  zei:  als  Besoldung,  Ruhegehalt  oder
Unterhaltsbeitrag  zulommt.  Jit  ein  vollbeichäj  ·
tigter  G.B.  vrersicherungsberechtigt,  so  tann  ihn
die  Gemeinde  anhalten,  der  Versicherung  freiwillig
  beizutreten;  sie  muß  elsbann  die  vollen
Beiträge  bestreiten.  Jedoch  werden  die  Barleistungen
  der  Krankenkasse.  aused  die  dem  G.B.
gegen  die  Gemeinde  für  die  gleiche  Zeit  zustelenden
  Bezüge  angerechnet.“

Der  Antrag  Casselmann  wurde  abgelehnt,  der
Antrag  Frank  angenommen.

 

Am  Mittwoch  hat  der  Gemeindebeamtengeseg.
aueschust  die  Beratung  des  Entwurfes

Reid-sralskammer  über  die  Regelung  der  r—e
lichen  Verhältnisse  der  Gemeindebeamten  zu-Ende
  geführt  und  den  Entwurf  mit  den  vom

Ausschuß  beschlossenen  Aenderungen  mit  allen
gegen  die  Stimmen  der  Abg.  Götßz  (
Matzeder  (Bayer.  Bbd.)  angenommen.

sinde  n

 

Mächener  Aenglellen

München.  17.  Mai.  Der  Kaufpreis  für-#  das

ron  Krupp  erworbene  Gelände  von  1100  T
werl  siellt  sich  auf  etwa  6—7  Millionen  Mah.

Die  Summe  ist  an  die  bisherigen  Eigentmer

sofort  in  bar,  bzw.  in  fünfprozentiger  Kriegsanleihe
  zur  Austallung  gelangt.

München.  17.  Mai.  Am  Donnerstag  den
25.  Mai  nachm.  1  Uhr  findet  zu  München  im

Katbolischen  Gesellschaftshaus,  Brunnstraße  7,

eine  Konferenz  der  Präsides  der  katholsschen  Ar.
beiter  und  Arbeiterinnen-Vereine  der  Erzdiczese
  München  und  Ireising  statt.  Die  Tagesordnung
  lautet:  „Der  Stand  der  latholischen
Arbeiter  und  Arbeiterinnenrereine  in  der  Erz--diözese
  (Berichterstatler:  Msgr.  C.  Watterbach),
„Die  tatholischen  Arbeiter-  und  Arbeiterinnenvereine
  im  Verhältnis  zu  den  übrigen  Organisationen“
  (Berichterstatter:  Bezirkspräses  Lohr).

München.  17.  Mai.  In  den  „Süddeutschen
Monatsheften“  war  ror  einiger  Feit  ein  Artikel
enthalten,  in  dem  Beschwerde  über  angebliche
Tierquälereien  und  andere  Mißstände  im  Münch-#nerchlachthof
  geführt  wurde.  Die  Schlachthofdirektion
  antwortet  hierauf  in  einem  eingehenden
Bericht,  in  dem  u.  a.  betont  ist:  „Die  in  dem  Artikel
  angeführten  Einzelfälle  müssen  den  An.
schein  erwecken,  als  ob  in  sachrerständiger,  ob.
jektirer  Weise  ganz  ungebeuerliche  Tierquälereien
  aufgedekt  würden,  die  tagtäglich  sich  un.
ter  den  Augen  der  Autchebehorde  abspielen,
ohne  Ahndung  zu  finden.“  Nach  den  Aeußerun.
gen  des  Obertierarztes  Mölter  sei  die  Sache
außerordentlich  übertrieben.  Der  Verfasser  des
Artikels  habe  z.  B.  reflektorische  Bewegungen
als  Ausdruck  ver  Schmerzempfindung  eusge,
saßt.  Man  müsse  anch  berücksichtigen,  daß  e
in  diesen  Kriegszeiten  an  geschultem  Persanel

fehl

–
·

 

Bayecische  Noacheichten.

Egglkofen,  17.  Mai.  Der  rerilorbene  Reichsrat
  r.  Auer  hat  den  Betrag  von  100  000  Mkr
als  Stiftung  für  Errichtung  einer  Kinderbewahranstalt
  und  einer  Station  für  ambulante  Krankenpflege
  der  hiesigen  Gemeinde  testamentarisch
rermacht.  Der  Verstorbene  war  Schloßherr  von
Eggllofen.

HPlanegg,  17.  Mai.  Einen  guten  Fang
machte  der  Jäger  des  Münchener  Geheimrats
r.  Angerer,  Anton  Zpiegel.  Auf  dem  Pürschgang

  bemerlte  er  zwischen  Forstkasten  und  Neuried
  drei  verdächtige  Männer,  die  sich  im  Jungholz
  herumtriceben.  Spiegel  stellte  die  drei  Wil.
derer.  In  ilrem  Besiß  befand  sich  u.  a.  ein
achlfaches  Repetiergewehr  neuesten  Systems.  Bei
ihrer  Vernelmung  durch  die  Gendarmerie  gab
der  eine  an,  Amtsgerichtsassistent  zu  sein,  seine
Vegleiter  stellte  er  als  seinen  Schwiegervrater
und  dessen  Sohn  ror.

1  r.

Die  oberbaner.  Bauernwallfahrt
nach  Altötting.
Altötting,  17.  Mai.

Wenn  schon  die  zwei  ersten  Wallfahrtstage
mit  ihrem  Massenandrang  gläubiger  bayerischer
Bauern  mächtige  Eindrücke  vermittelten,  so  wurden
  diese  Eindrücke  noch  vertieft,  als  am  Montag
von  ittag  ab  in  acht  Ertrazügen  die  Oberbane#en
  anrückten.  Von  mittags  12  Uhr  an  marschierten
  betend  unter  Glockenllang,  geleitet  ron
Priestern,  lange  Züge  von  Pilgern  in  Altötting
ein,  von  Rosenheim,  aus  der  Ingolstädter  und
Areisinger  Gegend,  vom  Rupertiwinkel  und  den
baperischen,  Vorbergen,  aus  Münchens  Umkreis
und  vom  Lechrain  dis  aus  der  Gegend  von  Buchloe
  kommend.  Zug  um  Zug  begab  sich  sofort
in  die  Basilila  und  in  die  Magdalenenkirche,
um  lurze  Ansprachen  und  den  kirchlichen  Segen
entgegenzunehmen.  Dann  begann  der  Andrang
zu  den  Beichtstühlen  in  sämtlichen  Kirchen,  wo#
bis  zum  Abend  die  Scharen  der  Beichtenden  ansianden.


Es  mögen  wohl  an  87000  Bauern  aus  dem

ganzen  Oberbayern  gewesen  sein,  welche  sich  eingejunden
  hatien.  Den  Nachmittag  widmeten  die
Pilger  dem  Besuch  der  Gnadenkapelle  und  der
ubrigen  Kirchen.  Am  Abend  um  ½7  Uhr  sand
ie  eine  Segensandacht  in  der  Bafsilike  und  in  der
Stistslirche  unter  kolossaler  Boteiligung  stam.
wobel  die  Kirchen  nicht  entsernt  die  Potn  ächtigen
sossen  konnten.  Bei  den  Sgenzandachten  begeislerten
  wieder  P.  Löhr  S.  J.  in  der  Basilika
und  Benefiziat  Gasteiger-  ann  in  der  Stifts-Zu.)

  und

Die

zmeite  Lesung  soll  Mitte  nächster  Woche  stalt.
n.

 

lirche  die  Zuhörer  mit  erhebenden  Predigten.
Nach  den  Andachten  sammelte  sich  auf  dem  Kapellenplatz
  die  rieltausendpöpfige  Pilgermenge
zur  großen  Versammlung  welche  nach  Absingung
eines  Marienliedes  programmgemäß  denselben
schönen  und  eindrucksvollen  Verlauf  nahm  wie
die  Versammlung  am  Samstag  abend.  Auch  die
gleichen  Redner  sprachen  wieder  zu  der  großen
Menge.  Mit  dem  „Engel  des  Herrn“  schloß
die  wirkungsvolle  Abendveranstaltung.

Ungeheuer  war  wleder  am  Montag  und
Dienstag  der  Audrang  zur  Beichlgelegenheit.
In  allen  Kirchen  saßen  von  Montag  1  Uhr  bis
abendes  7  Uhr  und  am  Dienstag  von  4  Uhr  morgens
  ab  gegen  50  Priester  in  den  Beichtstühlen
und  konnten  kaum  den  Ansprüchen  gerecht  werden.
  Ebenso  stark  war  das  Verlangen  nach  dem
Tisch  des  Herrn.  Und  wieder  war  der  Himmel
trotz  dräuender  Wolken  gnädig  dem  letzten  Wallsahrtstage,
  als  auf  offenem  Platze  des  feierliche
Hochamt  ron  Prälat  Sladtpfarrer  Konrad  in
Amwesendeit  des  Hochwürdigen  Herrn  Bischofo
Dr.  Sigismund  Felir  ron  Passau  gefeiert
wurde.  Der  Oberhirte  erfreute  die  Wallerichar
nach  dem  Gottesdienste  durch  eine  Ansprache.
Dankbar  wurde  der  Segen  entgegengenommen.
Dem  Hochamt  roraus  war  eine  gehalt  und
geistrolle  Predigt  des  Jesuitenpaters  Löhr  ge
gangen,  der  den  Krieg  trotz  aller  seiner  Heim
suchungen  als  eine  Sendung  Gottes  bezeichnele,
eine  Schidung,  welche  wieder  glauben,  beten  und
entsagen  lehrte.

Dann  ging  allmählich  die  Feier  zu  Ende.
Die  Erxtrazüge  rerließen  nach  und  nach  die
Gnadenstätte.  Alle  aber  nahmen  mit  eine  neue
Kräftigung  und  Stählung  ihrer  religiöfen
Tcberzeugung,  das  Bewuptsein,  denkwüroige,
erhebende  Tage  rerlebt  zu  haben.  Als  Antwort
auf  die  ron  den  Oberbayern  an  Se.  Majestät
Nönig  Ludwig  gesandte  Ergedenheitsdepesche
traf  folgendes  Telegramm  des  Königs  ein:
„Anfrichtig  erfreut  über  die  mir  erneut  dargebrachte
  Huldigung  sage  ich  allen  Mitgliedern
des  Oberbayerischen  Bauernrereins  herzlichen
Dank  für  treues  Gedenken.  Möge  der  Allmachtige
  den  Gebeten  der  frommen  Pilger  an  ge
heiligter  Stälte  Erbörung  schenken.“

Baoyerisches  Oberians.

Sachrang,  17.  Mai.  In  der  hart  an  der
österreichisch-baycrischen  Gtenze  gelegenen  Unterlunftshütte
  „Eggenalpe“,  die  dem  Bauern  Johann
  Greiderer  von  Kössen  gehört,  wurde  von
bis  jetzt  unermitlelten  Gaunern  eingebrochen  und
vie  dort  befindlichen  Bedarfegegenstände,  darun.
ter  allein  200  Wäschestücke,  außerdem  alle  Vor.
räte  an  Speck,  Branntwein,  Fett  uiw.  gestohlen.

Mühldorf,  17.  Mai.  Der  als  Mitschuldiger
am  Morde  des  Peter  Fischer  anfänglich  cin
gezogene  Schäfer  Wurmoegger  ist  aus  der  Haft
entlassen  worden.  Die  A  Aussagen  des  Großt,
wronach  er  als  alleiniger  Täter  in  Frage  kommt,
haben  Wurmoegger  so  entlastet.  daf  er  als
unschuldig  am  Raubmord  anzusehen  ist.

Traunstein,  17.  Mai.  Da  am  lehten  Sams
tag.  Marite  wenig  Bäuerinnen  mit  Eiern  waren
und  im  städt.  Kleinrerkanislokale  nur  in  ge
ringer  Stückzahl  (höchitens  3  pro  Haushaln  rqeqelenwrrdennnrrenallunlrlbcngrondkln

gen,  daß  man  leine  Eier  besommen  könne.  Der
Stadtmagistrat  ließ  am  Samolag  nach  Schiuß
der  Haupteintaus##zeit  die  Eierrorräle  bei  den
biesigen  Eiergeschäften  senn#stellen:  dabei  ergab
sich  ein  unrerkaufter  Vorrat'  von  noch  J%½%

 

Eiern,  wobei  nur  einige  hauptsächliche  Vier
geschäfte  gezählt  wurden.  Die  Preise  waren
12.—13  Pfg.  pro  Stück.  Die  Verläufer  erklärtlen,

  daß  keine  besondere  Nachfrage  nach  Eiern
stattgefunden  habe.

Lofalnachrichler.
Rosenbeim,  18.  Mai.
Auf  dem  Felde  der  Ehre  gefallen:
Steinerbauerssohn  Johann  Edtmaier  von  Wang
(Nußdorf  bei  Traunstein),  Soldat  im  16.  Res.
Inf.-A#gt.

 

Die  siegreichen  Vorstöbe  in  Süd.
tirol  lösten  hier  größte  Freude  aus.  Dies
zeigte  sich  schon,  alo  am  Dienstagabend  die  ersten
  Nachrichten  darüber  eintrasen.  Als  dann
am  Mittwochabend  die  Meldung  kam,  dawß  die
ersten  Erfolge  weiter  ausgebaut  und  erweitert
wurden  und  etliche  Tausend  Italiener  in  die
Hände  unserer  tapferen  Verbündeten  gefallen
sind,  steigerte  sich  diese  Freude  zur  Begesserung.
Die  Siegesschüsse  krachten,  und  viele  Fahnen
wurden  gehißt.  Man  freut  sich  allgemein,  daß
auch  an  der  italienischen  Front  der  Feind  die
Kriegslage  nicht  bestimmen  kann,  und  in
Südtirol  aus  dem  Angreifer  der  Angegriffene
wurde,  der  bereite  große  Beute  in  den  Händen
der  Sieger  lassen  mußke.  Mögen  die  nächsten
Tage  welsere  schöne  Erfolge  dringen.  Unsere
tapseren  Verbündelen  begluckwünschen  wir  zu
ihren  siegreichen  Vorstößen.

 

Achtzigster  Geburtstag.  Die  Hausbesitzerin
  Frau  Katharina  Römersperger,  Kai.
serstraße  22,  begeht  morgen  Freitkag  in  körperlicher
  und  geistiger  Frische  ihren  80.  Geburtslag.
  Bei  ihren  Hausinwohnern,  von  denen  die
älteste  Partei  bereits  35  Jahre,  die  jüngste
schon  12  Jahre  im  Hause  der  Jubilarin  woh.
nen,  ist  sie  sehr  geschätzt  ale  gute  Hausfrau.
Frau  Nömersperger  ist  schon  über  30  Jahre
Abonnentin  des  „Rasenheimer  Anzeiger“.  Zu
ihrem  Jubeltag  entbieten  wir  ihr  die  besten
Glückwünsche.

Postschalterdienststunden.  Vom  21.
Mai  an  wird,  zufolge  Entschliehung  der  K.
Oberpostdireltion  München,  tle  Postamts
Zweigdienstelle  Rosenheim  1  Stadt  (Stadtpost)
auch  hinsichtlich  des  Telephon  und  Telegraphendiensles
  an  Werktagen  abends  um  7  Uhr,  an
Sonn.  und  Feiertagen  mittags  um  12  Uhr  vollsinndig
  geschloisen.  Für  die  Annahme  von  Telegrammen
  und  die  Benützung  der  öffentlichen
Telephon  Sprechstelle  bleibt  das  Postamt  2  am
Bahnhof  wie  bieher,  läglich  ron  7  Uhr  früh
bis  9  Uhr  abends  geöffnet.  Es  werden  also
dementsprechend  zurzeit  dahier  offen  gehalten:
1.  Die  Postanmeisungeschalter  in  Rosenheim  1
Stadt  und  2  Bahnbof:  an  Werktagen  von  8  bis
12  Uhr  rormittags  und  2  bis  7  Uhr  nachmit.
lags,  an  Sonn  und  Feiertagen  von  10  bis  12
Uhr  rormittags.  2.  Die  Brief.  und  Paketpostschaller:
  a)  an  Werktagen:  in  Rosenheim  1
Stadt  von  7  Uhr  vorm.  bis  7  Uhr  abends,
in  Rosenheim  Bahnhof  ron  712  Uhr  vorm.  bis

Uhr  abends,  b)  an  Sonn.  und  Feiertagen:
in  Rosenheim  1  Stadt  und  2  Bahnhof  von  7
bis  8  und  10  bis  12  Uhr  vormittags.  3.  Die
Schaller  für  Telegraph  und  Telephon:  a)  an
Werklagen:  in  Nosenheim  1  Stadt  von  7  Uhr
rorm.  bis  7  Uhr  abends,  in  Rosenheim  2  Bahn.
hof  ron  7  Uhr  vorm.  bis  9  Uhr  abends,  b)  an
Sonn.  und  Feiertagen:  in  Rosenheim  1  Stadt
von  7  bis  12  Uhr  vormittags,  in  Rosenheim  2
Bahnhof  ron  7  Uhr  vorm.  bis  9  Uhr  abends.

Zu  der  Bekanntmachung  betr.  Beschlagnahme
  baumwollener  Spinnstofse  und
Carne  (Spinn  und  Webrerbot)  ist  ein  Nachtrag
erschienen,  dessen  Anordnungen  kereits  am  10.
Mai  in  Kraft  traten.  Der  Wortlaut  der  neuen
Verordnung  kann  an  der  magistratischen  Amtstafel
  eingesehen  werden.

Aueschankzeiten  für  das  Gastwirtsgewerbe.
  In  der  Regelung  der  Ausschank.
zeiten  in  Gastwirtschaften  bestehen  noch  verschiedene
  Unsicherheiren,  im  besonderen  über  die
genaue  Durchführung  der  Abgabe  von  Bier.
Es  dürsen  die  Wirtschaften  ohne  Unterbrechung
im  Betrieb  offen  bleiben.  Es  darf  aber  nur
in  der  Zeit  ron  11  bis  2  Uhr  und  ab  6½  Uhr
abende  Bier  ausgeschänkt  werden.  Auch  das
Weizenbier  fällt  unter  das  Verbot.  Es  dürsen
  außer  dem  rerbotenen  Bier  in  der  Zwischen
zeit  alle  anderen  Getränke  ausgeschänkt  werden.

Die  Viehglocken.  Das  stellv.  General.
lommando  Il.  bayer.  Armeekorps  teilt  mit:
Vielglocken  (sog.  Tiroler  oder  Weideglocken)
find  endrerarbeitele  Gegenstände  und  daher  von
der  Vekanm#inachung  beir.  Bestandemeldung  und
Beschlagn=  ime  von  Metallen  nicht  betroffen.
Eis  unterliegen  somil,  soweit  sie  bereits  am

Miui  1915  ferliggestellt  waren,  keinerlei  Be
irahme  im  Handel.  dagegen'  ist  ihre  Herfleliung
  aus  beschtagnahmtem  Sparmetall  verleten.


Arnahme  der  Schwalben.  Noch  nie
ist  lie  geringe  Zabl  der  Schwalben  so  aufgefall.
  .  wie  in  diesem  Frühjahr.  Es  hat  fat
zuu:  der  zehnte  Teil  aus  dem  Süden  den  Weg
#:  uns  zulücgefunden  und  die  alten  Nester  der
9  Vorjahre  wieder  bezogen.  Die  gleichen  Beobachtungen
  hat  man  auch  im  übrigen  Deutschen
Reich  gemacktt.  Als  Ursache  dieser  Erscheinung
wird  übereinstimmend  angegeben,  deß  die
Schwalben  auf  dem  Heimzug  im  Herbst  und
auf  ihrem  Frühlingszug  zu  uns  in  großen  Mas.
sen  von  den  Italienern  abgefangen  und  mangels
  anderer  Fleischnahrung  verspeist  worden
sind.  Tatsächlich  enthalten  die  meisten  italicnischen
  Zeitungen  Inserate,  in  denen  man  Singrögel,
  gemästete  Lerchen,  allerhand  Wasservögel
  und  auch  Schwalben  zur  menschlichen  Ernährung
  anbietet.

 

Ernteaussichten  1915  und  heute.

Das  Ernteergebnis  des  Jahres  1915  war,  abgesehen
  von  der  Kartoffelernte,  aus  einer  Rei
ron  Ursachen  sehr  ungünstig.  Die  Heltarerträge
erwiesen  sich  nach  dem  Drusch  als  gering,  hauptsächlich
  infolge  zu  großer  Trockenheit;  dazu  kam,
daß  fruchtbare  Landstriche  im  Osten,  durch  den
viusseneinfall  verwüstet,  nicht  mehr  in  nügen
de  Kultur  genommen  werden  konnten.  ru
die  Ausdehnung  der  bebauten  Fläche  dur
angrisfnahme  von  Mooren  und  Oedlderderl  n
noch  nicht  so  weit  vorgeschrilten.  In  den  Zoben

ten  Gebleten  war  “*  stellung  der  Felder  na
turgemäh  noch  nicht  mit  ennoner.  ensuen
ausgenommen  worden.  So  erklärt  sich  der  beträchtliche

  Ernteausfall  des  Vorjahres,  und  so
erllär!  sich  auch  die  Schärfe  der  Verforgungs-