Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Mackensen: Die vorgeschobenen
Abteilungen nordöstlich und östlich von Logischin wurden vor einem umfassenden
russischen Angriff hinter den Orginski-Kanal und die Jaslolda zurückgenommen.
Sie führten dabei 2 Offziere und 100 Mann Gefangene mit sich.
Südöstlicher Krlegsschauplatz. Keine Veränderung.
Oberste Heeresleitung. (W. T. B.)
Russische Niederlage bei Nowo-Aleksiniec.
Wien, 24. September. Amtlich wird verlautbart:
Russischer Kriegsschauplatz. Im Nordosten trat gestern keine Aenderung ein.
Während in Ostgalizien Ruhe herrschte, kam es im Raume von Nowo-Aleksiniec und
an der unteren Ikwa zu heftigen Kämpfen. In dem erstgenannten Abschnitte griffen
die Russen unter starkem Ariillerieaufgebot elf Glieder tief unsere Linien an. Sie
wurden überall unter den schwersten Verlusten zurückgeworfen, worauf ihnen unsere
im Gegenangriff nachdrängenden Truppen noch eine Höhenstellung entrissen. Eine
russische Batterie wurde durch unser Artilleriefeuer zersprengt. Bei Rydoml fielen
auf verhältnismäßig engem Gefechtsfeld 11 Offiziere und 300 Mann in unsere Hände.
Auch die Uebergangsversuche des Feindes über die untere Ikwa scheiterten.
In der Gegend nordwestlich von Kolki am Styr vertrieb unsere Reiterei den
Feind aus einigen Ortschaften.
Die in Litauen kämpfenden österreichisch-ungarischen Kräfte haben in der Ver-
folgung des Gegners weiteren Raum gewonnen.
Italienischer Kriegsschauplatz. An der Tiroler Westfront vertrieben unsere
Landesschützen die feindlichen Alpini von der Albiolispitze (nördlich des Tonalepasses).
Auf der Hochfläche von Bielgereuth wurde ein Angriff einiger italienischer Kom-
pagnien auf den Durer (nordwestlich des Coston) abgewiesen. Etwa 1000 Italiener,
die sich auf den Osthängen des Monte Piano gegen unsere Stellungen in Bewegung
setzten, wurden durch Artilleriefeuer zum Rückzug gezwungen.
Im Kärntner Grenzgebiete scheiterte ein feindlicher Angriffsversuch auf die
Cellonspitze (östlich des Plöckenpasses).
An der küstenländischen Front kam es gestern nur zu Geschützkämpfen.
Die Gesamtlage ist unverändert.
Südöstlicher Kriegsschauplatz. Im Südosten verlief der gestrige Tag ohne
wesentliche Begebenheiten.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes.
v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. (W. T. B.)
Mobilisierung Griechenlands.
London, 24. September. Das Reutersche Bureau meldet aus Athen
von gestern, daß der König den Einberufungsbefehl für 20 Jahrgänge Kriegs-
pflichtiger unterzeichnet habe; die Veröffentlichung solle am Abend erfolgen.