Metadata : Deutsches Wörterbuch. Erster Band A-G. (1)

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ein  jubiläum,  seinen  jahrestag  (Matth.  14,  6),  ein  sest
(2.  Macc.  1,  18)  begehen;  sciuen  geburtstag  begehen
Stieler;  auch:  manche  ceremonien  wurden  begangen
Goethe  Wanderj.  3,  6;  begebt  den  alten  beilgen
brauch,  allvater  dort  zu  loben  erste  Walpurgisnacht;
allgemeiner  im  Mhd.  etwas  ins  Werk  fetzen,  vollziehen,
ausführen:  swaz  er  halt  güter  dinge  begat  Hv  Melk
Er.  93;  im  Nhd.  nur  in  Bezug  auf  Böses,  aber  bis
heute  gewöhnlich  geblieben:  narrheit  (1.  Mos.  34,  3
schande  (3.  Mos.  20,  12),  thorheit  (5.  Mos.  22,  21),
frevel  (Richt.  9,  24),  sunde  (Jer.  15,  13),  greuel  (Hes.
18,  12),  ubertrotung  (18,  22),  mord  (Marc.  15,7)  u.  a.
begehen;  was  ich  un  meinem  bruder  Danayn  begangen
Wieland  Geron  988;  begeh  ich  eine  thorheit  Schiller
M.  Stuart  2,9.  2)  refl.  sich  begehen,  in  älterer  Spr.
sich  durchbringen,  nähren:  swer  sich  koufes  wil  begän
Freidank  171,  11;  sich  mit  bösen  kunsten  erneeren
und  begon,  oder  erbalten  Maaler;  sich  mit  schieszen
begon  ebd.;  vertragen,  auskommen:  die  zween  nachbawren
  begeben  sich  übel  mit  einander  Henisch;  wenn
..  man  und  weib  sich  mit  cinander  wol  begehen  Sir.
25,  2;  noch  bei  Wieland:  wenn  man  sich  mit  den
leuten  zu  begehen  weisz  Sylv.  3,  6,  später  abgekommen;
sich  begatten:  vögel  und  frösch  .  begehn  sich  zu
allen  augenblicken  Goethe  Sat.  1.  —  Begehr,  m.  u.
(mhd.  beger,  Fem.  neben  begir)  Handlung  des  Begehrens
und  das  Begehrte:  das  begehr  Stieler,  der  begehr
Steinbach,  ersteretz  Geschlecht  das  gewöhnliche:  ich
wil  thun  nach  alle  deinem  beger  1.  Kön.  5,  8;  du  solt
auch  moin  beger  thun  5,  9;  mein  bitt  und  beger  ist
Esth.  5,  7;  was  ist  dein  begehr?  Steinbach;  sprach
sein  begehr  aus  Immermann  Münchh.  112  sie
trugen  sein  zu  walten  kein  begehr  Geibel  1,  231.—
begehren,  Verlangen  trazeen,  haben  wollen,  im  13.  Ih.
als  begern  und  begirn,  Verstärkung  des  einfachen  gern,
erscheinend;  mit  Gen.:  wer  ein  weib  ansihet,  jr  zu

Begehr  —  Begehrlichkeit.

begeren  Matth.  5,  28;  ein  lewe  der  des  raubs  begert
Pf..  17,  12;  wer  noch  des  weins  begehrt  Platen  Gas.

103;  mit  Acc.:  du  solt  nicht  begeren  deines  nehesten
haus,  acker,  knecht,  wagc  5.  Mos.  5,  21;  nim  darnach,
  was  dein  herz  begert  1.  Sam.  2,  16;  sie  begeret
ein  zeichen  Luc.  11,  29;  willst  im  augenblick  was  du
begehrst  Goethe  Tasso  4,  4;  ein  madehen  zur  frau,
zur  ebe  begebren;  etwas  von  einem  begehren:  bilf  von
gott  begären  Maaler;  gehorsam  von  einem  begehren
Adelung:  statt  dessen  in  älterer  Spr.  auch  an  einem:
begerlen  an  jm  ein  2eichen  vom  himel  Marc.  8,  11;
oder  an  einen:  die  dame  begehrte  an  ihn,  er  wolte
den  schatz  heben  Simpl.  3,  101;  mit  abhäng.  Satze:
wir,  begern  aber,  das  ewer  sglicher  denselben  fleis  deweise
  Hebr.  6,  11;  oder  Inf.  mit  zu:  (er)  begeret  jn
zu  sehen  Lue.  9,  9;  begehrten,  ihm  hulfe  zu  leisten
Simfpl.  1,  211;  begehre  nimmer  und  nimmer  zu  schauen
Schiller  Taucher;  mit  Präpositionen  des  Ziels:  nach
etwas:  dasz  du.  begehrt  (hast)  nach  einem  wundersamen
abenteuer  Heyse  3,  170;  sab  er  sich  erst  um,  wohin  er
eigentlich  begehre  Goethe  W.  Meister  4,  12;  absolut:
dir  geben  weisheit,  wie  du  begerst  Sir.  6,37;  überall  nicht
mehr  in  täglicher  Rede.  Bei  Jägern:  der  hirsch  begehrt

das  wildbret,  die  hundin  den  hund,  suchen  Begattung,

der  hirsch  begehrt  den  zeug,  sucht  darüber  zu  springen,
den  säger,  sucht  ihn  zu  spießen  Adelung.  Inf.  Neutr.:
heftiges,  trotziges,  unverschämtes  begehren  Stieler;
du  kannst  des  kaisers  begehren  nicht  erfullen  Schiller
Picc.  2,  6.  —  begehrenswert,  wert  begehrt  zu  werden:
der  grimm  macht  dich  pur  schöner,  begehrenswerther
Schiller  Ränb.  3,  1.  —  begchrlich,  1)  zu  begehren,
begehrenswert:  eine  begebrliche  sache  res  e.rpetenda
Stieler.  2)  begehren  wollend:  cupidus  begerlich
Dief.;  nach  allem  köstlichen  streckt  er  begehrlich
seine  hünde  aus  Schiller  Tur.  2,  4;  vor  Frankreichs

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leit,  I.  nach  beschrlich  2:  eupiditas  begerlicheit  Dief.—
hegeisern,  mit  Geiser  bespritzen  oder  beflecken  Stieler;
das  kind  begcifert  sein  litzchen,  begeifert  sich;  schlangen
beiszen  sie,  begeilern  sie  Goethe  üb.  Laokoon;  übertragen,
  Haltung  oder  Ehre  eines  giftig  angreifen:  (Tücke)
die  sclber  uns,  die  delbst  das  grab  noch  zu  begeifern
dachte  Freiligrath  3,  173;  dasz  du  dic  ehre  meines
weibes  begeiserst  mit  deiner  niederträchtigen  zunge
Keller  Seldw.  2,  86.  —  begeistern,  mit  Geist  verfehen
(frequentativ  zu  dem  seltenen  begeisten:  laszt  euch  einen
gott  begeisten  Goethe  den  Guten);  seit  17.  Ih.:  gott
hat  den  menschen  mit  der  seele  begeistert  Stieler;
in  engerm  Sinne  mit  Wahngeist  erfüllen,  wahnsinnig
machen:  er  ist  ganz  begeistert  und  verdustert  ebd.;
andrerseits,  als  einzig  gebliebene  Bed.,  mit  gehobenem
Geiste,  lebhafter  Empfindung,  Krast  und  Mut  erfüllen:
begeistert,  /rpfratus,  piritu  agitatus  Frisch;  reden
und  gesünge,  sowie  der  reichlich  genossene  wein  begeisterten
  ihn;  das  wird  feucr  in  deine  adern  blasen,
wenn  dich  sonst  nichts  begeistert  Schiller  Räub.  1,  2;
eine  begeisterte  ansprache  balten;  begeistert  in  das
hoch  auf  den  kaiser  cinstimmen;  begeisterte  zurufe.  —
Begeisterung,  k.  Zustand,  Thun  eines  Begeisterten;  nach
der  älteren  Bed.  von  begeistern,  Wahngebilde:  die  begeisterungen
  UHoflmanns  Goethe  16,  274;  sonst  nach
der  jetzigen:  mit  begeisterung  reden,  singen;  in  der
I  begeisterung  beschlieszen  Benedix  Störenfr.  1,1;  die
begeisterung  der  traube  (die  diefe  hervorrust)  Voß  5,  85.

Benier,  k.,  mhd.  begir,  Verlangen,  heftiger  Wunsch
(in  älterer  Spr.  auch  Neutr.:  irsullen  din  begir  Elif.
1290;  ein  seer  starkes  ernstliches  begir  der  gnaden.
gottes  Luther  3,  218):  die  begier  cupscko  Aventin;
die  begier  zu  ihrem  suszen  leib  Goetpe  Faust  1;  voll
begier  vach  deinem  blot  Platen  Abbass.  2,  202.  —
Begierde,  f.  wie  Begier,  lebbastes  Verlangen,  heftiger
Wunsch  (ausnahmsweise  Neutr.:  das  begierde  und  gebeet
  der.  die  nichts  haben  Luther  Ges.  Ausg.  1,  202);
)  begird  æssrelus,  dessderinm,  cupido,  eupiditas  Voc.
15.  Ih.;  früher  mit  Gen.:  hegird  der  arbeit  ebd.;  blind
ausz  begird  des  golds  Maaler;  aus  nie  zu  süttigender
begierde  des  besitzes  Goethe  Wahlverw.  1,  1;  sonst
nach-  zu  ctwes;  in  älterer  Spr.  vielfach  von  Herzenswünschen,
  geistigem  Verlangen:  das  meine  begirde  der
allmechtige  erhöre  Hiob  31,  35;  begird  2ä  freien  kunsten,
  es  ist  jn  ein  lust  oder  begird  ankommen,  ein
statt  zu  baumen  Maaler;  und  noch  bei  Wieland:
mit  der  beftigsten  begierde,  allen  drangsalen  seiner
mitgeschöpfe  abzubelfen  gold.  Sp.  2,7;  auch  von  warmer
Liebe:  euer  allerpest  und  vleigigst  lieb,  inbruünstig
begierd  Aventin  2,  582;  sonst  aber,  wie  jetzt  immer,
von  sinnlichem  oder  nicht  sittlich  geläutertem  stachelndem
Wunsche:  begird  23  essen  Maaler;  uppige  begird  amor
ebd.;  ausz  unbedachtsamer  begierde  zur  sache  Weise
Erzu.  224;  begierde  nach  ruhm,  vermögen,  ehre  Abelung;
  so  tauml  ich  von  begierde  zu  genusz,  und  im
genusz  verschmacht  ich  nach  begierde  Goethe  Faust  1.
In  der  Bibel  auch  Gegenstand  heftigen  Verlangens:
hab  ich  den  düurftigen  jr  begirde  versaget?  Hiob  31,  16.
2  Plur.  begierden,  begehrliche  Regungen  des  Herzens,
der  Leidenschaften:  die  creuzigen  ##r  fieisch  sampt  den
lusten  und  begirden  Gal.  5,  24;  ein  greis,  der  jugendliche
  begierden  verräth  Lessing  Laok.  22;  vichischer
process  zur  stillung  viehischer  begierden  Schiller  Räub.
1,  1.  —  begierig,  Begier  habend,  lebhaft  verlangend:
eupidus  begiric  Dies.;  ir  seid  begirig  und  erlangts
damit  nicht  Jac.  4,  2;  mit  Gen.,  nach,  auf  und  zu:
sind  begirig  nach  jren  sunden  Hos.  4,  8;  begirig  einen
umbzebringen,  begirig  uns  z6  dienen  Maaler;  vach
ehre  begierig  Steinbach;  immer  anf  einen  fang  begierig
  Keller  Seldw.  2,  171;  ungleich  den  Subst.  begier
und  begierde,  in  neuerer  Spr.  auch  auf  geistiges  Bebegeifern

  —  begierig.

begelrlichen  hüuden  Treitschte  1,  21.  —  Begehrtich-  gebren  bezogen  (das  sinnliche  heftige  Verlangen  durch