Full text : Der Vertrag von Versailles.

AUAummer  278

##er  Siegeszus  gegen  die  Mastener.  1

Abbruch  der  Offensive  in  Italien?
Zürich,  1.  Dez.  Die  „Ihricher  Post“
schteibt  zur  militärischen  Lage:  Die  Möglichtrit
eines  Abbruch  es  der  Offensivein  Italien
  ist  immer  mehr  in  Rechnung  zu  stellen.
Hindenburg  erreichte  eine  neue  starle  Verkürzung
  der  Fronten  und  zwang  die  Italiener  in
eine  Stellung,  die  defensiv  ungünstig  und  ofsen-#
  beinahe  hoffnungslos  ist.  Wir  unierschätzen
ert  der  Ebene  zwischen  Piave  und  der
Pi  fnewege.  Ob  ihr  Besitz  aber  heute  die
ser  wert  ist,  die  ein  Durchbruch  gerade  jetzt
llr  rdern  würde,  ist  immerhin  zweifeihaft.  Die
Piavestellung  ist  für  die  Italiener  auf  alle
Fälle  ungünstiger  als  die  Brentastellung.  An
der  Brenta  stehen  sie  ziemlich  sicher.  An  der
Piave  muß  Dun  stets  mit  neuen  Ueberraschungen
  rechnen.  Die  Piavelinie  bindet  also  stärkere
  Truppenbestände  als  die  Etsch.  Damit  ist
selbsioerständlich  nicht  ausgeschlossen,  daß  sich
mente  ergeben  können,  die  zur  Ausnutzung
einer  taktischen  Möglichkeit  geradezm  herausfordern.
  Eine  strategische  Notwendigkeit  zur  Weiterführung
  des  Feldzuges  über  die  Piave  hinaus
  liegt  aber  nicht  vor.  vor.

vie  rtel  In  im  vVellttlege.

Die  Kämpfe  in  Palästina.

Die  Turken-  meldeten  am  30.  11.  von  der  Sinaifront:
  Die  Kämpfe  werden  fortgeseht.  Südlich
  Audschn  Abu  Ledsche  von  der  Küste  bis
El  Tire  stiehen  unsere  Truppen  erneut  auf  heftigen
  Widerstand.  Sie  wiesen  alle  feindlichen
Angriffe  ab.  Weiter  südöstlich  bei  Maalin  stiehen
  die  Engländer  mehrfach  mit  einer  Infan--terie-
  und  einer  Kavallerie.  Dioision  gegen  unlere
  bis  dorthin  vorgedrungenen  Truppen  vor.
Sie  wurten  iedeemal  mit  schweren  Verlusten
zurückgeschlagen.  Kräflig  setzten  unsere  Truppen
auf  dem  rechten  Flügel  der  Mittelgruppe  ihre
Angrifse  sort.  Schon  vorgestern  wurde  von  ih
nen  Beiur-el  Foka  genommen.  30  Mann  und
41  Maschi  inengewehre  wurden  eingebracht.  Bei  unseren
  Tiunppen  westlich  und  südiich  Jerusalem
herrschte  nur  geringe  Gefechts:  äligkeit.  Ein  englischer
  Fesseiballon  wurde  durch  einen  unserer
Flieger  angesd-alen.  Die  seindlicken  Verpflegunge-
  und  Munitsonsdepot##  wurden  erfolgreich
  mit  Bomben  beworfen.

Am  1.  10.  meldeten  die  Türken:  An  der  -e
naifront  wurden  auch  am  29.  11.  die  Kämpfe

fortgesetzt.  Während  es  an  der  Küfte  bie  El
Tire  zu  keinen  größeren  Kämpfen  lam  und

tagsüber  bei  unseren  Truppen  südöstlich  von
Maalin  allgemeine  Ruhe  herrschte,  wurde  der
rechte  Flugel  unserer  Mitteigruppe  in  der  Gehend
  ron  Beinr-c  Fola  siurt  angegrissen.
Nachdem  das  Dorf  und  einige  Teile  unserer
Stel  ung  vorüherg.B#nd  verlorin  wurd  u.  w###dn
das  Dorf  sofort  und  alle  anderen  Stellungen
später  nieder  gewonnen.  Wesiüch  Jerusalem
nur  Areiillerietäligleit  und  lein  Infanteriegefecht;
  nördli  herrscht  Ruhe.  Vor  Mersina  wurden
  durch  unsere  Flieger  wieder  zwei  Wachtschisse
  zur  Umkehr  gezwungen.

—  —  —

Algemeines  vom  Fries.

*:  Millionen  („efangene.

Kürzlich  wurde  von  deulscher  amtlicher  Seile
bekanntgegeb:  eien.  das.  die  Zaill  der  listenmäßig
is  deutschen  Lagern  geführten  Kriegsgesangenen
die  Ziffer  von  2000000  überschritten  habe.  Die
Zusammenftellung  unserer  österreichisch-ungarischen
  —.3  vom  1.  November  rrgit,

wauuca.

Ands  ein  berhummen.  tin  cuisatden;
wie  (e#n.  en  Wold  die  lufte  cch#en

laub  ihm  abruschmichen.
8  E  —  milde  Sterben

Non  hintien  geht  die  siilie  “

Und  aerne  Slaner  #inhen  scilc.

ie  Dogel  zopen  nach  dem  süchen,
Au##dem  741  4%  %  tauchenbdie
  hesder.  gien  25  mer  nrausen,
re  Blaiter  141l  Eris.  die  muden

In  dlefez  Walde’s  selfem  nnon
r1#  miur  oln  hor“  #  (1  wehen.
Dallcn  Sterbra  ##  er  aebe
nur  be#ch  srill  ns  as
#.  lensn.

Aufs  setzt.

S#e  bayrische  Vauerngeschichte  von  Herman  Schuid.
25)

In  bemselben  Augenblicke  halle  die  Flamme
die  dürren  Bollen  des  Dackgerustes  erreicht;
es  wich  dem  Luftdrucke,  und  wie  ein  furchtbates
Notzeichen  stieg  eine  Feuersaule  funlensprühend
  in  den  Nachthimmel  empor.

Verwirrte  Stimmen,  Hilserufe  und  Kindergeschrei
  erschollen  aus  dem  anstoßenden  Bauernhonse
  herüber.  Die  Bewohner  waren  erwacht  u.
——  wie  sie  dem  Bette  entsprungen,  aus  dem

urchtbare  Ahnung  ir  surchtbarger-
  Sro

Eiän-  t  zu  sehen.  ledie  die
demsecch  den  hauses  hin-—A
  n  einige  Funken  auf  den

Reichsfinanzen  und

F  Schinde

 

Kesenseimer:.  Anzei##n

wie  wir  zuderssi  erfahren,  für  die  österrelchisch
rische  Monarchie  eine  S  an
ch  angenen  von  über  1000  en.
ohne  Hinzurechnung  der  in  den  e
184  ngen  nicht  mitgezähllen,  in  der  "—
befindlichen  Kieg  fangenen  sowie  der  von
den  Bulgaren  und  Türken  eingebrachten  Kriegsgefangenen
  ergibt  das  allein  für  Deutschland
und  Oesterreich-Ungarn  eine  Zahl  von  weit
über  3000  000  Mann.  Erinnert  man  sich
bei  dieser  Gelegenheit,  daß  vor  wenigen  Ta
Lord  Turzon  im  englischen  Oberhause  voller
Stolz  verkündete,  die  Engländer  hätten  auf  allen
Kriegsschauplätzen  im  Ganzen  bisher  159
Gefangene  gemacht,  so  sieht  auch  der  Blinde,  wo

 

 

in  diesem  Kriege  die  Sieger  zu  suchen  und  zu
schlicken  haben,  scheint  es  gut  zu  sein,  auf  diese
Summe  von  acht  Milliarden  linzuweisen,  die  in
der  Kriegszeit  bisher  an  besonderen  direkten

sinden  sind.

Der  große  Kriegsrat  der  Alliierten.

*Paris,  1.  Dez.  (Agence  Havas.)  Die  vorbereitende
  Versammlung  zu  den  Konfere  en  des
interalliterten  Generalstabes  fand  heute  Vormittag
  statt.  Llond  George,  General  Wilson.  Lord
Milner  und  Gener  atville  begaben  sich  Pae
Hen  nach  Versailles.  Auch  Cadorna  ist  in  Verailles.


Japan  sendet  keine  Truppen.

LHaag,  30.  Nov.  Die  jabanische  Zeitung
„Mahi“  erklärt  halbamtlich,  daß  die  Pariser
Entenkekonferen)  auch  die  Frage  der  Entsendung
japanischer  Truppen  nach  Europa  endgült'g  regeln
  werde.  Der  japanische  Premierminister  habe
  im  Rate  der  Alten  erkliärt,  daß  eine  Entsendung
  japanischer  Truppen  nach  Europa  unmöglich
  sei.  Japan  würde  aber  mehr
soeicheih  iffe  in  die  europäischen  Gewessern  entende


 

Ausland.

Schwedische  Spionage  zu  Gunstender
Entente.

*  Berlin,  1.  Dez.  Zur  schwedischen  Spionage
  im  Dienste  des  franz.  Mi  litärattaches  verlautet
  aus  zuverlässiger  Quelle,  daß  die  Hauptbeschuldigten
  zwei  Brüder  Löving,  die  man  gesucht
  hatte,  am  22.  11.  verhaftet  wurden.  Diese
gesianden,  seit  drei  Monaten  mit  Hilfe  eines
Boten  des  Stockholmer  Haupttelegraphenamles,
  namens  Ardakl.  sämtl.  Staatstelegramme
der  deutschen,  österreihischen,  türkischen  u.  bulgarischen
  Gesondtsckaften  dem  frangz.  Militärattache
  verschafir  zu  haben.  «

Leutfezeeselsiilsg

*  Berlin,  1.  Dezbr.

Der  Reichstag  b.  faßte  sich  heute  mit  der  driten
  Lesung  der  Kreditvorlage.

Zu  Beginn  der  Sitzung  gab  Abg-  Prinz
Schönaich  -Caro  lath  (natlb.)  als  Berichterstarter
  des  Hauptausschusses  eine  Erlklärung
ab,  in  der  betont  wird,  daß  der  Auoschuß  den
Ausführungen  des  Reichskan)  lers  beir.  seine
Be  reitwilligleit,  in  Unterhandiungen  mit  Rußland
  einzutreten,  sobald  hierzu  bevollmächtigke
Vertreter  Rußlands  benannt  sein  werden,  cinmütig
  beigetreten  sei.  (Beifall.)

Hierauf  ergreift

Reichsschatzselretär  Graf  Roedern
das  Wort  zu  längeren  Ausführungen  über  die
speziell  die  Kriegskredite
und  Ariegseuery#n3  Was  die  Schätzung  der
bisherigen  Ergel  -##.  der  Kriegssteuern  betrifft,
sagte  der  Pibeszelr  är.  so  kann  sie  nur  sumerisch
  ertoigen  Ith  gaube,  daß  diese  Kriegs- 



-  un  entsesseiten  Elements  Einhalt  zu  tun,
nichts  blieb  übrig,  als  das  Beste  au  Fahrnis
und  Habe  aus  dem  gefährdeten  Hause  zu  schaffen,
  das  Gebäude  aber  selblt  der  Zcrorung
zu  überlassen.  Ve  etten,  Kleider,  Hausrat  aller
Art  wurden  in  die  Büsche  und  zwischen  die
Trümmer  der  Ruine  geschleppt;  die  Frau  des
Baumannes  mit  ihren  schreienden  Kindern  sank
mie  ohnmächtig  darauf  nieder,  während  die
Magd  noch  mit  dem  Austragen  von  Gegenständen
  bescheftigt  war,  der  Mann  sokbst  aber
mit  dem  Knechte  den  ohnmächtigen  Versuch
machte,  Wasser  aus  dem  Bache  in  einen  Kübel
zu  schöpfen  und  in  die  Flammen  zu  schatten.

Es  währte  nicht  lange,  so  hatte  die  aufsteigende
  Feuerseule  die  Bewohner  der  Niederungen
  geweät;  von  den  Kirchtürmen  der  benachbarten
  Orte  begannen  die  ängstlichen  Feuerlocken
  klingen;  bald  waren  auch  die  Bewohner
  der  nächsten  Häuser  zu  Hilfe  da,  aber  die
Hilfe  kam  zun  spãt.  Das  Feuer  hatte  schon
den  größten.  Teil  seiner  Jerstörung  vollendet;
das  Dach  des  Hauses  stand  schon  in  voller  Glut;
aus  den  Fenstern  loderten  Feuer#ungen  empor:
die  Scheune  drohte  jeren  Augenbiick  in  8
selbst  zusammenzustürzen.

Auch  die  Bewohner  von  Flintebach  “'“
herbei,  mit  ihnen  der  Wirt  und  der  alte  Förster;
  selbst  die  Grenzaufscher  sehlten  nicht.  Sie
waren  eben  auf  ihrem  nächtlichen  Rundgang
begriffen,  als  sie  den  Feuerschein  erblickten  und
hilfsbereit  herbeieilten.  Von  den  Elinwohnern
der  Häuser  am  Abhange  des  Fallkenstein  sehlte

 

war  teine  Moslichrett,  der  1

 

steuer  mit  den  Zuß  lägen  dem  Reich  einen
Ertrag  von  rund  5  iarden  Matk  brin
wird.  Das  Resultat  ist  also  erheblich  uen

als  wir  es  alle  bei  der  porjä  66%
bung  veranschlagt  haben.  Sn  Kiie  O"
auch  veranlagte  Sen  mit  2  etwas

über  100  Mistionen  und  Kriesssteuer  stessen  also
zufammen  die  vom  Neich  während  des  Krieges
erl  obe  nen  direkten  Steuern  dar,  die  usammen
über  6  Milliarden  ergeben  werden.  Da-  auch  die
Bundesstaaten  und  die  Kommunen  ihre  direkten
  Steuern  haben  erhöhen  müssen,  so  darf  mian
annehmen,  daß  noch  ein  Plus  von  etwa  zwei
Milliarden  gegen  die  Friedenszeit  ethoben  worden
  ist  und  gegenüber  manchen  Intümern,  die
auf  diesem  Gebiete  sich  in  letzter  Zeit  einge-Kriegssteuern

  erhoben  worden  ist.  Ich  bin  mir
durchaus  bewußt,  daß  dies  nur  ein  bescheidener
Teil  der  tatfachlichen  Kriegsausgaben  ist,  und
doß  unsere  bisherigen  Kriegssteuern  in  erster
Linie  dazu  dienten,  das  bisherige  Zinssoll  sowie

  die  Aussälle  an  anderen  Steuern  zu  delken

  und  daß  nur  ein  Teil  der  Kriegssteuern
eine  tatsächliche  Herabminderung  des  #ar  leihesolls
  unserer  Kriegssteuern  dienen  wird  und  dahaben
  sie  auch  rollkommen  ausgereicht.  Der
Staatsselretär  stellt  sodann  verschiedene  Irrtülmer
  seines  englischen  Kollegen  Bonar  Lawm  beüglich
  unserer  Kriegsfinanzierung  rihtig.  Uebergehe
  nd  auf  den  Erfolg  der  letzten  Kriegsanleihe
  dankt  der  Staatsselretär  allen  denen,
die  sich  für  ihr  Zustandekommen  einsetzten,  den
Tausenden  von  freiwilligen  Helfern,  der  Presse,
den  Banlen,  Sparkassen  und  dem  Heer.  Ich
in  mir  durchaus  bewußt,  daß  auf  dem  finanziellen
  Gebiete  die  gröhten  Musgoben  noch  vor
uns  liegen.  Ich  denke  aber,  daß  wir  den  während
  des  Krieges  durch  drei  Jahre  verfolgten
Weg  weitergehen,  d.  h.  nach  Möglickeit  Konsolidierung
  der  Kriegsausgaben  durch  langfristige,
  regelmäßig  wiederkehrende  Anleihen,  Aufdringung
  des  Zinsendienstes  durch  neue,  eventuell
  auch  den  besonderen  Verhällissen  des
Krieges  angepaßte  Steuern,  organische  Finanzreform
  und  der  Durchführung  eines  größeren
Programms,  aber  erst  dann,  wenn  wir  über
wirtschaftlicke  und  sonstige  Kriegsjolgen  elwas
llarer  sehen.  Der  gegenseitige  feste  Wille,  durch
eine  große,  die  Bedürfuisse  unseres  reich  gegliederten
  öffentlichen  und  wirtschaftlichen  Lebens
  voll  berücksichtigende  Gesamtreform  wird
bei  Ihnen  und  der  Ninanzverwaltung  vorhauden
  Tein.  Wenn  ein  solcher  Wille  vorhanden  ist,
“**  sich  auch  ein  gemeinsamer  Weg  finden
a

Abg.  Ebert  (Soz.)  kommt  auf  das  russische
  ngebot  zu  sprechken  und  erllärt,  daß  seine
Partei  diesem  zustimme  unter  dem  Prinzip
„Ohne  Annexrionen  und  Kontributionen  auf
Grund  des  Selbstbestimmungsrechtes  der  Völker".
  Llond  George  und  Clemenceau  wollen
leinen  Frieden,  sondern  die  Fortschung  des
Krieges.  Deshalb  stimmen  wir  den  Kriegekrediien
  zu,  müssen  aber  gleichzeitig  sordern,  daß
die  Regierung  ihrerseits  alles  tul,  um  die
Vollsernährung  zu  sichern.  Die  kärglichen  Bezüge
  der  Soldaten  müssen  baldigit  aufgebessert
und  für  die  Witwen  und  Weisen  unserer  Soldaten
  gründlich  gesorgt  werden.  Wr  hoffen,
daß  die  Schrecken  des  Krieges  baldigst  aufhören
werden  und  das  Volk  den  Frieden  erhält!

Abg.  Ledebour  (U.  Soz.)  verbreitet  sich
über  ie  Invalidenfürsorge  und  über  die  Erhöhung
  der  Soldatenlöhnung.  Er  begrüßt  die
Bereitwilligkeit  der  Regierung  zu  Friedensverhandlungen.


Abg.  Graf  Westaro“  (kons.)  erhebt  Einnaturiich

  niemond  unter  ihnen  krr  gleich
einer  Verzweifelien,  Gertl's  Mutter

„Wo  ist  mein  Kind?“  Hrteg  sie,  fon  e
re  raufend.  „Wo  ist  meine  Gertl?
Gertl,  wo  bist  Du?  Gib  Anwort  —  um's  SSe
Chrifti  willen,  gib  Antwort

Es  dauerte  einige  Augenblide,  b  is  man  aus
ihren  verworrenen  Reden  begriff,  daß  das
Mädchen  wegen  der  Morgenarbeit  schon  den
Berg  heraufgekommen  sei  und  die  Absicht  get.

  habe,  bis  zum  Beginne  derselben  sich  in
die  Spheue,  ins  Heu  zu  legen.  Wie  versteinert,
lautlos  vor  Entsetzen,  standen  alle  einen  Augenblic;
  das  Blut  wollte  in  den  Adem  gerinnen.
  Wenn  die  Unglückliche  ihren  Vorsa#z  wirklich
  ausgeführt  hatte,  war  sie  verloren.  Unfellbar
  inußie  sie  entweder  erstickt  oder  gar
verbrannt  sein  oder  sie  mubte,  wenn  sie  noch
lebte,  von  dem  sih,  bereits  zum  Einsturz  neigenden
  flammenden  Giebelbalken  erschlage  werden.
Die  Mutter,  als  sie  die  furchtbare  Wirklichleit
  begrifsen,  slürzte  bewußilos  zusammen.  Niemand
  wagle  den  Versuch,  sich  dem  Scheunentor
zu  nähern;  er  wäre  in  den  sicheren  Tod  gegangen.
  „Es  geht  nicht,“  schrie  alles  durcheinander:
„das  Dach  stürzt  jeden  Augenblick  ein;  es  hilft
auch  nickts  mehr  die  ist  schon  verloren;  beten
  wir  lieber  ein  „Vater  unser',  daß  ihr  unser
Herreet  beisteht  in  ihrer  schrecklichen  Sterbestun


“m7  war  rings,  nur“  Funterbrochen  von
dem  Murmeln  der  betenden  Stimmen,  von  dem
Knistern  und  Knattern  der  Flammen  oder  dem

 

 

Dienstag,  a.  Dezember  1917

spruch  gegen  de  Angrijfe  des  Wbg.  Ebert  gegen
Herrn  v.  Wal

.  Da  ##n  meint.  wenn  wir  im
Augu  191  #  4

dem  Nezept  der  Unabhängigen
  die  Kriegsfredite  abgelehnt  und  das  S'ignal
zur  Zuletracht  gegeben  en,  so  wären  jetzt
in  Petersburg  nicht  die  ilchewiti  am  Regimenk,

  sondern  der  siegreicht  Jar.  (Der  Reichlanzler
  betritt  don  Saal.)  Wie  richtig  unsere
Politik  ist,  beweist  die  Haltung  der  Engländer
  und  Franzosen
Zininierinaiin  (ni-tlb)  sagt,  die
suerenen  mit  Rußland  müßten
eführt  werden,  dah  Deutschland  all#  dort
b.  orene  Geld  und  Gut  wieder  bekomme.
Abg.  Ledebour  (.  Soz.):  Die  Bewilligung
  Cer  Kreditvorlage  ist  nichts  als  eine  Verkrauenstundgedung
  für  die  Regierung.  (Lebhafter

  W  -ehph  und  Unruh:  im  ganzen  Hause.)
g.  vid  (Soz.)  hält  dagegen,  daß  gerade
  die  ul##ch:  Nevolution  die  Richtigkeil  der
olitik  der  Partei  bewiesen  habe.  Sie  wäre

nicht  gekommen,  wenn  die  Entente  uns  beliegt
lärte.  Die  Zerschmetlerung  der  zarischen  Truppen
  sei  mit  unser  Verdienst,  nicht  des  der  unabhängigen
  Sozialdemokraten.

Darauf  wird  die  Kreditvorlage  einmütig
  gegen  die  Stimmen  der  unabhängigen
Sozialdemokraten  angenommen.

Bei  der  nun  solgewden  ersten  Lesung  des  Antrages
  Liesching  (Fr.  Vp.)  #a##

Abänderung  des  Kohlensteuer-Gesetze

spricht

Staatssekretär  Graf  Roedern  die  Hoffnung
  aus,  daß  die  verbündeten  Regierungen
dem  Anitag  wohl  zustimmen  werden.

Darauf  wird  der  Anttag  in  allen  drei  Lesungen
  angenommen.

Sodann  tritt  Vertagung  ein.

Präsident  Dr.  Kämpf  bittet  um  die  Ermächtigung,
  Tag  und  Tagesordnung  der  nächsten
  Sitzung  selbständig  fesizuseren  und  sagt  dabei,
  58  eine  längere  Pause  nicht  beabsichtigt
sei.

Abg.  Scheidemann  (Soz.)  sagt,  dah  der
Reichstag  jeht  versammelt  bleiben  missee;  die
Situation  erlaube  es  nicht,  daß  der  Reichstag
jetzt  nach  Hause  geschickt  werde  und  wünscht  für
die  nächste  Woch:  Fortsetzung  der  Verhandlungen.


Abg.  Ledebour  (.  *  schließt  sich  der
Anregung  Scheidemann  an

Adg.  Dr.  Stresemann  (natlb.)  ist  ebenfalls
  ber  Meinung,  daß  der  Reichstag  nicht  ausgeschaktet
  werde.

Nach  einer  weiteren  Debatte,  an  der  sich  die
Abgg.  Fischkeck  (Fr.  Bp.),  Ledebour  (U.  Soz.).
Fehrenbach  (Zentr.)  und  Graf  Westarp  (konf.)
beteiligen,  bleibt  es  bei  dem  Vorschlag  des
Präsidenten,  worauf  der  Reichstag  um  411  Uhr
auseinandergeht.

*  »»
Vom  Hauptausschuß  de?  Reichstags.

*Verlin,  1.  Dez.  Der  Hauptausschuß  des
Reichstages  trat  nach  der  Vollversammlung
wieder  zusammen,  umn  vertraulsche  Erklärungen
des  Staatssekretärs  des  Auswärtigen  v.  Kühlmann
  entgegenzunehmen.  Nach  kurzer  Dauer
wurde  die  Sihzung  geschlossen.  Der  Termin
für  die  nächste  Sitzung  wurde  offen  gehalten.
Je  nachdem  die  pollüsche  Lage  sich  gestalict,
wird  der  Ausschuß  früher  oder  Wäter=  wieder
zusammentreten.  .

Giolter  hier  und  da  esar  Ballen  und

Steine.
„Laßt  mich  durch!“  schrie  plötzlich  mit  schallender
  Stimme  ein  Mann,  der  mit  staridm  Arm
sich  durch  die  Menge  drängte  und  auf  die  Scheune
  zustürzte.  Bei  seinem  Erscheinen  brach  alles
in  Ausrufungen  des  Schreckens  und  der  Verwunderung
  aus  —  des  Schreckens,  weil  niemand
  noch  eine  Rettung  für  möglich  hielt
und  den  Kühnen  nur  in  den  gewissen  Tod  gehen
  sah  —  der  Verwunderung,  denn  der  unerwartete
  Netter  war  keine  fremde  Person.  Es
war  offenbar  der  blöde  Krüppel,  der  Tiroler
Stummerl,  den  jedes  Kind  kannte,  und  doch  so
verändert,  daß  man  Müle  hatte,  sich  an  ihm
zurecht  zu  sinden.
as  ist  denn  das?“  ging"s  durch  einander.
Wo  hat  denn  der  Stummerl  seinen  Stelzfuß
ursl  „Wie  hat  er  geschwind  so  gut  reden
  gelernt?“

Es  war  W#  Zeit,  sich  wane  Atwoott  ur
A  oleh  der  Augenblick  der
Ah  Este,  eibung  war  gekolhmen.  Unbeküm--mert
  um  den  Fungemenes  der  auf  ihn  nieder-Pbrübte.
  hatte  der  Mann  die  Ballen  am  Eingang
bei  Seite  gechler  venn  den  Riegel  zurügestößen,
und  von.  chienen  sahen  Alle  mit
einem  Aufschrei  des  asen  das  vermißte
Möchen  hart  an  der  Schwelle,  einer  Tot##  ähnlich,
  dohingesereckt.  Rräsnen  bob  der  Freinde  sie
empor  und  eilte  mit  seiner  Lan  in's  Freie  —
unmttelbar  Dinter  ihm  prasselke  das  einskürzende
Gebälk  nieder.

(Gachus  #sen#n.)  [–