Metadaten : Das Lehrlingswesen und die Berufserziehung des gewerblichen Nachwuchses.

D.  Der  gegenwärtige  Stanb  des  Lehrlingswesens  im  Handwerk.  89

Handelsgärtnerei  ist  er  nur  im  Bergbau  usw.  größer  geworden,  was
wohl  mit  der  Angliederung  von  Nebenbetrieben  im  Zusammenhange
steht.  Im  übrigen  aber  deutet  die  Verminderung  allenthalben  eine
Zunahme  der  maschinellen,  arbeitsteiligen  Fabrikation  an,  eine  Vermehrung
  der  ungelernten  Arbeitskräfte  gegenüber  den  Gelernten.
Ist  doch  auch  die  Gesamtzahl  der  Lehrlinge  nur  um  10,1%  gewachsen,
  während  die  der  Gehilfen  und  Arbeiter  insgesamt  um
43,9  %  zugenommen  hat.  In  der  Abteilung  Industrie  allein  sind
die  entsprechenden  Ziffern  9.14%  und  42,1  /.

Sehr  interessant  ist  die  Betrachtung  der  Veränderungen  in  den
kleinsten  Betrieben  mit  1—5  Personen.  Auch  hier  ist  im  allgemeinen
die  Verhältniszahl  der  Lehrlinge  scgegenüber  den  Gehilfen  und  Arbeitern
  zurückgegangen.  Sie  ist  jedoch,  abgesehen  von  Bergbau  und
Tierzucht,  gewachsen  in  der  Metallverarbeitung,  ein  Zeichen  für  die
Desfähiekert  dieser  Kleinbetriebe.  In  den  größeren  Betrieben
dieser  Gruppe  ist  dagegen  der  Prozentsatz  der  Lehrlinge  zurückgegangen.


Eine  Zunahme  der  Lehrlingshaltung  gewahren  wir  berschiedentlich
  in  den  Betrieben  mit  6—10  Personen,  wenn  wir  diese  Betriebe
im  Jahre  1907  der  Größenklasse  von  6—20  Personen  im  Jahre  1895
¾lr  enüberstellen,  was  allerdings  nur  unter  der  Voraussetzung  mögich
  erscheint,  daß  in  den  Betrieben  mit  6—20  Personen  eine  größere
Gleichmäßigkeit  der  Phrlingshaltung  besteht.  In  Wirklichkeit  wird
ja  wohl  die  Gruppe  mit  6—10  Personen  stärker  mit  Lehrlingen  besetzt
sein.  Eine  gewisse  Vergleichbarkeit  der  Ziffern  ist  aber  immerhin
vorhanden.  Es  lauten  dann  die  Atserecheen  Zahlen  für  1895  und
1907  in  der  Metallverarbeitung  3  1,2  und  36,1,  in  der  Industrie  der
Maschinen,  Instrumente  und  pparate  25.0  und  28,1,  in  der  Industrie
  der  forstwirtschaftlichen  Nebenprodukte  1,3  und  2,1,  in  der
Textilindustrie  4,7  und  4,9,  in  der  Papierindustrie  11,3  und“  13,9,  in
der  Lederindustrie  16,1  und  19,2,  in  der  Industrie  der  Holz-  und
Syntzttoffe  465  und  17,3,  in  der  Nahrungs-  und  Genußmittelin
  dustrie  15,  4  und  18  8.9  und  im  Baugewerbe  12,5  und  14,1.

In  den  Tabellen  VI  und  VII  ist  versucht  worden,  die  socziellen
Verhältnisse  im  Handwerk  näher  zur  Darstellung  zu  bringen.
sind  solche  Gewerbeklassen  und  -Arten  herausgenommen,  in  i
der  Betrieb  zum  großen  Teile  ein  handwerksmäßiger  ist.  Von
großem  Interesse  ist  zunächst  in  Tabelle  VI  die  Zunahme  oder  Abnahme
  der  absoluten  Zahl  der  r.Lelhringe  seit  1895.  Ein  ganz  erheblicher
  Rückgang  in  der  Zahl  der  Lehrlinge  ist  zu  verzeichnen  bei  den
Steinmetzen  und  in  der  Verferkigung  grober  Steinwaren,  sodann  in
der  Töpferei,  bei  den  Böttchern,  in  der  Verfertigung  von  Dreh.  und
Schnitzwaren  sowie  der  Korkschneiderei  und  in  der  Schuhmacherei.
Hier  handelt  es  sich  um  Gewerbe,  in  denen  das  Handwerk  stark  im
Rückgang  begriffen  ist.  Eine  geringere  Abnahme  der  Lehrlings.
zahlen  finden  wir  sodann  bei  den  Kupferschmieden,  den  Rot,  und
Gelbgießern,  bei  den  Zeitmeßinstrumenten,  in  der  Seilerei,  der
Buchbinderei,  bei  den  Riemern,  Sattlern  und  Tapezierern,  bei  den
Korbmachern  und  Korbflechtern,  bei  der  Verfertigung  von  Kämmen,