fullscreen: Hermann Stegemanns Geschichte des Krieges. Zweiter Band. (2)

220 Der Feldzug im Osten vom 12. Sept. bis 5. Nov. 1914 
aus dem Blozewkagrund westwärts wichen, führte er seinen stark ausgebauten 
linlen Flügel zwischen Byblo und Mizyniee zum Sturm auf Hrusatyee, 
Zrotowice und Stroniowice, um die russischen Vorstellungen der Linie 
CGyseki— Mizynice aus den Angeln zu heben. Unbelümmert um das Sck win. 
den der Munilion trug der Kroate den Angriff an den Feind. Das IX. Korps 
warf die Russen auf dem Nordflügel aus Stroniowice und rang sich gegen 
die kapellengekrönte Höhe von Mizyniec vor, auf der der Russe ruhig in 
starken Stellungen saß. In der Mitte griffen die Wellen der grauröckigen 
Infanterie in mächtigem Anprall an der Magiera hinauf und überfluteten 
die ersten Gräben. Der rechte Flügel ging von Byblo auf das verlorenge- 
gangene Sanoczany vor, um gegen Czyszli Raum zu gewinnen. Da von 
Siedlista her Flankenfeuer der Drzemysler Artiller ic in die 2ussischen Giäben 
an der Buchta schlug und der Angriff auf eine Front von 10 Kilometer 
Breite vorgewälzt wurde, waren die Russen nicht in der Lage, ihre Masse 
am entscheidenden Punkt zu ballen. Sie vertrauten auf die festen Höhen- 
stellungen, vor allem auf die breitgeschwungene Naturbastion der Magiera, 
von der sie Flankenfeuer ins Blozewkatal regnen ließen, und trieben ihren 
Angriff aus dem Blozewkagrund gegen die Linie Chyrow—Nowe Miasto 
weiter vor. Darüber verlor Iwanow den Nordflügel zu sehr aus den Augen. 
Boroevic ersah seinen Vorteil und warf die 44. Landwehrdivisicn zum 
Sturm auf den Kapellenberg und die Magiera. 
Der Kampf steigt zur Höhe. 
MReihenweise liegen die russischen Gräben auf der Magiera übereinander, 
versteckte Batterien machen sie fest. Boroecvic hat seinc schweren Batterien 
auf dic breite Kuppe gelenkt, um sie sturmreif zu machen. Auf 5000 Meter 
Entfernung muß der blaugraue Höhenzug unter Steilfeuer genommen werden. 
Schwere Haubihen werfen ihre Geschosse auf das lockende Ziel. Da die 
Munitionsfuhren auf den grundlosen Wegen Westgaliziens sleckengeblieben 
sind, hilft Drzeemysl mie Granaten aus. Das Fe#er wirkt. Braune Erd- 
fahnen, dunkle Qualmbüschel steigen von dem besche ssenen Hügelrücken empor, 
gewaltige Einschläge zerreißen Slände und Grälen. Die Nussen räumen 
die ersten Linien. 
LIuterdessen ersteigt der linke Flügel der 44. Landwehrdivision den 
Kapellenberg und bedrängt den Feind dort so, daß die Russen Verslärkungen 
himverfen. Da ersehen zwei Bataillone Bozener Landesschützen den Augen- 
blick, in dem die Verteidiger der feuerspcienden Magiera von den schweren 
Einschlägen der Haubißzen vorübergehend erschüttert cheinen, und laufen noch 
einmal in schütteren Schwarmlinien an. Sie überwinden die leczten Hindernisse, 
dringen in Gräben und AUnterstände und schlagen den Verteidiger hinaus. 
Mit Kolben und Bajonett wird die Magiera im Handgemenge genommen 
und gesäubert. Kurz darauf fällt bei Mizyvnice die Höhe 281. Vergeblich 
ist das Bemühen herbeieilender russischer Reserven, die Stellungen zmück-