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seiner Feinde. Laudon, der ehemals vergeblich sich um eine preußische Hauptmannsstelle
bemüht hatte, war von Neuem der Urheber eines der empfindlichsten
Verluste gewesen. Seltsamerweise hätte der kühne Feldherr fast Strafe statt der
Belohnung davongetragen, weil er ohne Verhaltungsbefehl des Hofkriegsrathes
in Wien den so erfolgreichen Schritt gewagt hatte.
Den König versetzte dies neue Unglück in eine düstere Stimmung in Bezug
auf den kommenden Feldzug; dennoch beharrte er bei seinem tapferen Widerstande.
Er berief seine vornehmsten Offiziere, legte ihnen den Stand der Dinge
vor, und stellte es jedem frei, ob er mit ihm das schwere Geschick theilen oder
seine Dienste verlassen wollte. Keiner war ehrlos genug, seinen König Preis
geben zu wollen; im Gegentheil, es belebte die edle Gefinnung des Königs
von Neuem ihren Muth.
Nachdem Friedrich II. vergebens auf eine Gelegenheit zur Schlacht gegen
Laudon gewartet hatte, legte er seine Truppen in die Kantonnirungsquartiere.
Er selbst schlug seine Wohnung in dem offenen Dorfe Woiselwitz, etwa 150
Schritte von der Stadt Strehlen an der Ohlau entfernt auf; eine eben nicht
allzu anmuthige Erholung für die Nachtwachen und sonstigen Entbehrungen des
Lagers von Bunzelwitz. Auch hier fehlte es dem Könige oft an dem Nothwendigsten.
Hörte man ihn doch eines Tages, als er wie gewöhnlich in die
Schanzen ritt, den Befehl geben: „Nehmt ein Bund Stroh mit, damit ich nicht
wieder auf der bloßen Erde liegen muß.“
Trotz seiner Rastlosigkeit und Umsicht wäre Friedrich hier fast das Opfer
eines abscheulichen Verrathes geworden. Der Baron von Warkotsch, ein
schlesischer Edelmann, in seiner Jugend östreichischer Offizier, hatte seit der Erwerbung
Schlesiens als preußischer Vasall auf seinen bei Strehlen gelegenen
Gütern gelebt, und von dem Könige manche gnädige Berücksichtigung erfahren.
Warkotsch fand auch damals freundliche Aufnahme in dem Hauptquartier, und
ward von ihm zur Tafel gezogen. Dessenungeachtet entwarf er den verrätherischen
Plan, Friedrich den Oestreichern in die Hände zu liefern, indem er zu
diesem Zweck mit dem kaiserlichen Obersten Baron von Wallis in Unterhandlung
trat. Schmidt, ein katholischer Geistlicher, machte den Zwischenträger;
allein die abscheuliche Absicht wurde durch Kappel, den Jäger des Baron
Warkotsch, obgleich er ein Beichtkind des Pfarrers Schmidt war, entdeckt und
dem Könige mitgetheilt. So wurde er gerettet und der Verräther in gefängliche
Haft gebracht, Letzterer entkam jedoch durch List und entging der verdienten
Strafe. Friedrich verlegte hierauf sein Hauptquartier für den Winter nach Breslau.
Traurig für den König endeten dieses Jahr die Kriegsereignisse in Pommern.
Wenn auch die Schweden hier, sowie die vorigen Jahre durch des
General Belling kühne Streifzüge in Ehrfurcht gehalten wurden, so betrieben
doch die Russen diesmal den Krieg eifriger als sonst. Zum dritten Mal legten
fie sich mit einer großen Zahl von Schiffen und einer starken Landmacht vor
die Festung Colberg. Der wackere Commandant von Heyde vertheidigte sie mit