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Eor-aia 27. Marz 1916
Rosenheimer Unzeig
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Der Raubzug der Rußen nach Memel und die Strafe dafür.
ncue Erfolge m Unterscekrich gegen Eugland. — D#r Kaisir und die HKricgsanleihe.
— Osc engländer Iin ostascika
— Sünstiger Stand der großben Schlacht in deas Karpathen
eimmilchung englands. — Proten öricchenlands gegen fankrelch und england. —
sebnfucht in bolland.
Reutrat#n durch den breiverband.
Der rufsische Kaubzug nach Memel.
MIB. Großes Hauptquartier, den
25. März. Ueber die Vorgänge bei Memel ist
solgendes feslgestellt:
Am Donnerstag, den 18. März, rückten die
Russen, gleichzeitig von Norden und Osten kommend,
in mehreren Kolonnen gegen Memel vor.
Es waren sieben Reichswehr-Bataillone mit
6 8 älteren Geschügen, einige Reichswehr-Eskadrons,
2 Kompagnien Marine-Injanterie, 1
Bataillon der Reserve- Regimente 271 und
Grenzwachtruppen aus Riga-Libau, im ganzen
6½0 10 000 Mann. Der unterlegene deutsche
Landsturm zog sich von der Grenze auf Memel
zurück und mußte schlieflich auch durch die Slaot
über das Haff und die Nehrung zurückgehen.
Die Russen sengten an den Vormarschstraßen
von Nimmersatt und Naugallen zahlreiche Gebäude
nieder, vor allem Scheunen; im ganzen
wurden 15 Ortschaften schwer beschädigt. Eine
erhebliche Anzahl von Landeseinwohnern, auch,
Frauen und Kinder, wurden nach Rußland fortgeschleppt,
eine Anzahl Einwohner wurde erschlagen.
Am Abend dee 18. März zogen die
Russen in Memel ein. Die Truppen wurden
hauptsächlick in den Kasernen untergebracht.
Am Freitag abend erschien der russiscke Kom
mandant im Nathause und forderte den O#erbürgermeister
und später noch drei weitere Bürger
als Geiseln. Er ließ sie in die Kasernen
bringen, welche von den Russen bereits in einen
unglaublichen Zustand versetzt worden waren.
In den Straßen der Stadt trieben sich plün
dernde Truppen russischer Soldaten herum, verhafteten
Einwohner, drangen in Häuser ein,
zerschlugen Fenslerscheiben, plünderten und raubten
Lebensmittelgeschäfte sowie zwei Uhrmacherladen
und einen Juwelierladen vollständig aus
In drei Fällen Find Vergewaltigungen weib.
uͤcher Personen bisher festgestellt. Brände und
Häuserzerstörungen ereigneten sich im allgemeinen
nicht. Die Nachricht, daß sich russischer
Pöbel an den Ausschreitungen beteiligte, hat
sich nicht bestätigt. Der russische Kommandant,
dem das wüste Treiben seiner Leute anscheinend
seltit ungeheuerlich erschienen ist, suchte Einhalt
zu gebieten, indem er die Plünderertruppe m
die Kasernen zurückschicken und schließlich die
Kasernen schließen ließ.
Am Samstag vormittag war die Vorstodt
selbst bie auf Patrouillen frei von russischen
Soldaten. Am Samstag abend zogen die Russen
ab. Nur einzelne versprengte Truppen bli:-ben
in Memel zurück. Diese wollten berei.s
ihre Gewehre auf dem Rathaus abliefern, als
Sonntag nachmittag von neuem stärkere rusfsische
Truppen von Norden her in die Stadt
einrückten. Sie stießen in Memel bereits auf
deutsche Patrouillen, denen stärkere deutsche
Truppen vom Süden her folgten. Im energischen
Angriff, bei dem sich das Bataillon MNußbaum
vom Ersatzregiment Königsberg besonders
augzeichnele, warsen sie die Russen aus
Memel heraus. Bei den heftigen Straßentämpfen
verloren die Russen etwa 150 Toie.
der Krieg zulschen lapan
Unsere Verluste waren gering. Beim Zurückgelten
rissen die Ruisen ihre nachkommenden
Verilärkungen auf der Flucht mit. Die Geiseln
waren beim Herannahen unjerer Truppen unier
Bedeckung nordwärts abgesahren. Beim Königswäldchen
blieb der Wagen siehen, die Bedecungomamnschaften
flüchtef#en. Die verhaftelen
Bürger suchten nack Memel zuruckzuiommen.
Hierbei fiel der Burgermeister Pockele zu Voden
und wurde liegend von flüchtenoden kus##schen
Soldaten durch Basoneklsticke schwer verletzt.
Die Russen slohen, ollue Wideritand zu leinen,
und wurden am 22. und 23. März enernisch
verfolgt. Besondere beim Durchmarschk durch
Polangen erlitlen sie durch dar Geschutzfeuer
unserer Kreuzer, die sich an der Verfolgung be
leiligten, schwere Verluste. Es sielen dm de
sangene, 3 Geschune. 3 Masckinengewehre und
Munitionswagen in unsere Hand.
Die ruissische Unternehmung
kennzeichnet sich als
gegen Memel
ein Raubzug, bei dem c:
von vornherein weniger auf einen militariichen
Erfolg als auf Beule und Verwuftung ankanr.
Ein gleicher Raulzug Keein- gegen Tilii#g
plant gewesen zu sein. Der russische Kommar
dant fragte den Oberburgermeister von Memel
Freilag abend, wie es in Tilfit aussähe und
war sehr erstaunt zu böten. daß diese Stadt
sich in den Händen der Deutschen befinde.
Bei den deutschen Truppen, die Memel anl
berten, befand sich der jungie Sohn S. M. dr
Kaisers, Prinz Joachim von Preußen. Er
wurde überall, wo er erlannt wurde, von der
Bevölkerung freudig begrußt.
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Berlin,25.dllmk3.TieVläncrncrlsircj
tensolqcnchkldnngKnHlnitraqkdesthstc
mlicldmokschallsoon Dindenburg besickh lig.
Prinz Joad, im von Preufen am Dienslag die
Stadt Memel eingehend. Der Priuz hielt dabei
folgende Ansprache: „D# GWeneralseldmarschall
von Hindenburg hat mich beauftragl, mich sofort
hierber zu begeben, um mich persönlich von
dem Mißgeschick, weld. die lönigstreue Skadl
Memel betroffen hat, zu überzeugen, um dann
dem Kaiser und dem Feldmarschall berichtlen iu
lönnen. Seien Sie überzeugt, daß es im ganzen
deutschen Vaterlande Keinen gibt, der nicnt
eempört ist über die ruchlosen Taten, die Ihnen
und Ihrer Sladt zugefüg! worden sind. Wir
werden nicht cher rulen, bevor der Feind hirjür
genugend bestrast ist. Der Generalfeldmar
schall hat übrigens wie dem Gouvernement Su
walli so auch den übrigen Teilen des von ihn
besetzten Gebietes Kontributionen auferlegt, als
Strafe für den Russeneinbruch in Memel und
die dabei verübten Plünderungen und Mord
brennereien. Unter anderem wurde der Stiadt
Lodz die Summe von 1:Million Rubel auf:
erlegt.“ (3.)
Die Vergeltung für den
russischen Einfall in Memel.
Berlin, 25. März. Der Kriegsberichterstatter
des „Lokal-Anzeigers“ im öbtlichen
Hauptquartier meldet: „Nach der masurischen
und Chinad unvermeldlich.
Winterschlacht ir das Gouvernemen! Suwallki
zum zweiten Male von deulichen Truppen besetzt,
und die Hceresleilung ist an die Einrichlung
der JZivilverwallung geschritten. Gerade
zu der zeil, wo den Notabeln der Siadt Suwalti
die Auferlegung einer Kriegslontribution
belann gegeben werden sollle, erfolgte der rau
bherische Ueberfall der ruisischen Reichswehr in
das (bebiet zwischen der Kurischen Nehrung und
er russischen Grenze, die von den deulschen
Truppen beinabe entblont war. Der runische
Einbruch bezmecktle lediglick die Punderung des
Landstriches und die Verjolgung der Hi#ilbevol.
lerung. Wegen dieier groben Verlenung des
Volterrecktes wurde u. u. die der Stadtl Suwalli
auferlegte Geldtoniribution auf 111 100000
Markl erhol.!, zur Aufbringung dieser Summe
jedoch ein jehr liberaier Feilrau u zugenanden.
Suwalti in uhrigene mit einer Einwohnerschaft
von nnne: Menichen die reichite und großte
Eiadr der verkaln »mäizig reichen Gouverne—
ments. ze Sicherung des pünktlidhen Eingangs
der Kontribution wurden zehn vornelme Burger
der Stladt als Geiseln in Gewahriam genom.
men. Der Sitadl murde zuge landen. daß nur
ein Teil der durchaus nid! hohen Kontridution
in barem Gelde zu entrichten ist, dar andere
lann in Naturalien geliesert werden. Dies wird
der Stadi umio leichter sallen. als fowohl in
der Umgebung, wice auck in anderen Teilen des
(Gourernements groste Vorräle an Gemeide und
Schlachtviel) vorlanden sind. Eine weitere Anwort
auf den rauberischen Ueberfall der Reich
wehr war dar vorgestern erfolgte Vombarde
ment von GGrodno durch unierr Flieger. Ein
Elieger O ffizier, der dabei beleiligt war, to#n
mir mil, daß er geilern sieben Bomben auf
(GGrodno sallen ließ und beionders beim großen
Marttplanz letraclicken Schaden angerichtet
hale. Weilere Lergellungemaßnahmen werden
in Kurze erfolgen, und fur die Bestrafung der
betreffenden Reichewehrtruppen ist gesorgt.“ (#3.)
III
Allgemeine- vom Krieg.
Der Kaiser und die Kriegsanleihe.
WIB. Berlin, 25. März. Der „Reichsanzeiger"
veröffentlicht folgenden an den Reich
lanzler gerichteten Erlaß: „In dem alle Erwartlungen
übertreffenden und in der Finanzgeschickte
oller Zeilen beispiellosen Ergebn:s
der Zeichnungen auf de zweite Kriegeanleile
sehe ich die Bekundung des zu jedem Opfer
und jeder Leistung entschloisenen Siegeswillens
und der gottvertrauenden Siegeszuversicht des
deutschen Volles. Mein laiserlicher Dank gilt
allen, die zu dem großen Erfolge beigetragen
haleen. Wie die ruhmreichen Taten meines Heees
und meiner Flotte erfullt mich dieser Sieg
der Daheimgebliebenen mil Freude und Stolzj,
in solcher Zeit der erste Diener einer solchen
Nation zu sein. Ich ersuche Sie, diesen Erlaß
zur offentlichen Kenmnis zu bringen. Großes
Hauptquartier, 24. Marz 1915. Wilhelm, I. R.“
— Ffränkreichs firaänzuile 1agr. — die Frieckens=—
Die Vergeltung für den Ruflen-Einfali in memel.
— Di benbeltung der
die Pontik Aaliens urd die
vor e####em neucn Ang#iff auf die Dardaneiles.
Frankreichs finanzielle Erschöpfung.
Zurich, 25. März. Ein französisches Finanzblatt
„Oeconomist Europaäen“ sagt die finanzielle
Kapitulation oder die finanzielle Erschopfung
Frankreics# voraus. Das Blatt veranschlagt
die Verluste Frankreichs auf einen
Wert von 57 Milliarden Francs erster französischer
Werte, 2“7 Millionen Francs Kursverlume,
zirtln . Milliarden Verlust in indubFriellen
Spekulationen und fremden Poavieren.
Frantreich in das einzige Land. das trotz aus-VGezeichucter
finan zieller Si#ellung die Fehlbeträge
von 125“ Millio##en monatlich durck, den Krieg
noch nich habe fundieren konnen. Dabei ist die
Velaftung der Bevolkerung so hoch, daß sie ein
Viertel der Vollreintommens verschlingt. Sollte
Frankreich den Krieg verlieren, so müßte es mit
dem Verlun seiner finanziellen Stellung rechnen;
sollte es ihn gewinnen, olne einc bedeutende
Kriegrenüchadigung in erhalien, so wäre es
fur ein Menschenalter finanziell erschöpft. Trotz
grosem Goldbesinz des Publitums steigen die
Goldrorräte der Bangue de Zrance keineswegs.
so schnell wie in Deutsckland. Die Zurückhaltung
des Goldes int ein Mißtrauensvotum, das das
chauviniKtiscke Nasen der Pariser Presse nicht zu
mildern vermag. (#.#
Dreiverbandesbettelei.
Duag. Englische Blatter melden
aus Parik, daß dort eine Liga für franzölische
Propaganda zuen Bereisen der neutralen Länder
durch franzsöfische Schriftneller von Ruf und
durch Prosesforen der Sorbonne begründet
wurde. Auch der Kinematograph, der französicche
Kriegefilme vorfuhren soll, wird dazu
herangezogen werden. Die franzosische Regierung
bewilligte fur die Liga einen Kredit von
1 Million Fr. (33.)
Maärz.
Die „Macedonia“.
Marz. Gegenuber der Reuter
Meldung aur Las Palmas, daß der
deutsche Dampfer „Macedonia“ während der
Adwesenheit des Wachtschiffes abgefahren sei, ersahrt
der Korrespondent der „Times“ in Madrid,
daß diese Nachrickt unrichtig sei und die
„Macedonia“ noch im Hafen liege. (3Z.)
London, 25.
Friedcussehnsucht in Holland.
Amsterdam, 25. März. „Nicuwe van den
Tag“ veroffentlicht einen Brief des holländischen
Miniiters des Aeußern, Loudon, auf eine Eingale
an die Konigin, die mit vielen tausenden
von Unterschriften bedeckt war und in der die
Konigin um ihre Hilfe zur Herbeiführung des
Friedens ersucht wurde. Der Brief des Ministers
des Aeußern lautet: „Durch Sie und viele andere
ist an J. M. die Königin eine Adresse
gerichiet worden, worin J. M. ersucht wird, den
verschiedenen Regierungen der kriegführenden