24. verkuͤndete, daß Rußland dem ssterreichisch-serbischen
Konflikt nicht gleichguͤltig gegenuͤberstehen könnte. Auf unsere
Bitte, in Petersburg beruhigend zu wirken, erwiderte
Sir Edward Grey, dies sei „voͤllig unmoͤglich“ (Orangebuch
20), und in Paris wollte man unsere Ausgleichsbemuͤhungen
als Absicht, Frankreich und Rußland zu
entzweien, deuten! (Orangebuch 35.) In einem Exposs
üäber die Lage, das der Minister des Außern, Viviani,
für den Präsidenten der Republik aufsetzte, heißt es:
„In Paris versuchte Freiherr von Schön vergebens,
Frankreich zu einer solidarischen Einwirkung
mit Deutschland auf Rußland im Interesse des
Friedens zu bewegen.“ (Orangebuch sz.) Von An-Dinge
hinzuzlehen, dann riß ihr die Geduld. 1868 brach sie die Beliehungen
zu Griechenland ab und stellte ein Ultimatum in Athen, das
die Perleugnung der „nationalen“ Politik bezweckte. Im Vertrauen auf
dle russische Hilfe anewortete Griechenland ablehnend, die Pforte ruͤstete
und siellte eln verschärftes Uleimatum. In Athen war man zum Kampf
bereit, denn Ignatiew fuhr fort, die Griechen zu ermurigen. Aber Fürst
Gortschakow, vor die Frage gestellt, es auf einen europäischen Konflike ankommen
jzu lassen, bedeutete Griechenland, daß es auf Rußland nicht zu
rechnen habe. Ignakiew wurde desavonlert, Griechenland gab nach und
der Konflikt wurde vermieden.
Oie Vorgänge haben eine auffallende Abulichkelt mit dem setbischen
Sereitfall. Aber warum hat Herr Sasonow 1914 nicht ebenso gehandelt,
wie Fuͤrst Sortschakow 18687 Er, der später in der Duma den europaͤischen
Krieg als „das größte Verbrechen an der Menschhelt“ bezeichnet hat!
1) Im russischen Orangebuch (ro) ist das Communlqué vom
12. /25. Jull datiert. Es muß hler ein Versehen vorliegen, da die
russische Telegraphenagentur dasselbe bereits am 24. brachte. Das
österreichische Rocbuch gibe ebenfalls letzteres Oatum an.
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