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S. 10.
Albrecht V. machte großen Aufwand; denn er liebte nicht blos
Pracht und Ueberfluß, sondern pflegte auch großmüthig Wissenschaften
und Künste. Die Hauptstade des Landes, so wie die Schlösser
Landshut, Füssen, Isareck, Dachau und Staruberg wurden mit
kostbaren Gebäuden und Anlagen verschönert. Eine koftspielige
Lust-Flotte zierte den Würmsee. Albrechts Hof sollte wie jener
der Mediceer in Florenz, ein Sammelplatz aller Pracht und Kunstberrlichkeit
werden. An seinem Hofe lebte Orlando di Lasso,
der Orpbeus seiner Zeit, mit dem berühmten Tonsetzer Adam Gumpelzbeimer;
die Maler Christoph Schwarz und Hans Mielich. Er
hatte gelehrte Männer um sich, einen Ergsmus Vend, einen Wigulejus
Hund, einen Simon Eck und andere. Albrecht legte den
Grund zu dem großen Bücherschatze in München, zu den kostbaren
Sammlungen von Münzen, Gemälden, und Naturmerkwürdigkeiten.
Biele Schulen entstanden unter seiner weisen- Sorge.
So baute er den Söhnen des Adels eine Schule Contubernium
St. Michaelis 1558, und stiftete für arme Studierende das. Seminarium
Gregorianum daselbst 1574 und das Albertinum in
Ingolstadt. Es war überhaupt Albrecht's höchster Gedanke, Bayerns
kraftvolles Volk durch Wissenschaft und Kunst zu einem der
ersten des heiligen Reichs zu machen. Es gelang ihm zwar niche
nach Wunsch; aber Größeres, als er, hat kein Fürst für Künste
und Wissenschaften getban. Er wollte noch mehr vollbringen, da
unterbrach ihn mitten unter den schönen Entwürfen der Tod am
24. Okt. 1570, im 51. Jahre seines Lebens.
S. 11.
Unter Albrechts Regierung vergrößerte sich Bapern durch die-Neichsberrschaft
Hohenschwangen, und durch die Grasschaft Haag.
Tuch ließ sich Albrecht vom Kaiser die Anwartschaft auf die Wolfsteinischen
Reichslehen Sulzbürg und Pyrbaum in der Oberpfalz,
und auf die Degenbergischen Güter ertheilen.
d. 12.
Herzog Wilhelm V., Sohn und Nachfolger Albrechts V. (geb.
1548) zählte beim Tode seines Vaters schon 31 Jahre. Er war ein
Fürst von würdevollem Ansehen, aber durch Anlage und Erziehung
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