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C. Todesfälle im Kindbett bezw. an den Folgen der Entbindung.
Zum Vergleich eignen sich endlich noch die aus den 4 Hauptstädten vorliegenden
Zahlenangaben über die Sterbefälle weiblicher Personen im Kindbett bezw. an den
Folgen einer Entbindung. Bei einer Zusammenstellung derselben sollen Altersgrenzen
der Verstorbenen nicht innegehalten werden, denn es empfiehlt sich aus naheliegenden
Gründen, solche Todesfälle nicht auf eine gewisse Zahl Lebender, sondern, soweit angängig,
auf die gleiche Zahl entbundener Personen zu reduziren. Da indessen statistische Erhebungen
über die Zahl der letzteren in der Regel nicht stattfinden, ist unter der Voraussetzung, daß
auf jede entbundene Frau ein geborenes Kind kommt, ermittelt worden, wie viele Todesfälle
im Kindbette auf je 1000 lebend= und todtgeborene Kinder entfallen sind.
Die Zahl der entbundenen Frauen entspricht zwar dieser Kinderzahl nicht genau, sie wird
vielmehr in Folge der Zwillings 2c. -Geburten etwas geringer, andererseits in Folge der
Entbindungen von unreifen Früchten (Fehlgeburten) etwas größer sein, doch fallen diese
Ungenauigkeiten für Vergleichszwecke nicht sehr in's Gewicht.Ek
Während der Jahre 1891 bis einschließlich 1893 wurden
in in in
Berlin Wien Paris
a. lebendgeboren52793 141 281 176 589
b. todtgeboren 4673 8321 12 480
zusammen 157 466 149 602 189 069
Diesen geborenen Kindern sind folgende Todesfälle eben entbundener Personen zur
Seite zu stellen, wobei ausdrücklich bemerkt sein soll, daß für Berlin die Zahl der laut
Hest 132 und 135 der Preußischen Statistik jim Kindbett“ Gestorbenen genau übereinstimmt
mit der Summe der — laut Ausweis für die Reichsstatistik — an „Kindbettfieber“
und „anderen Folgen der Geburt einschließlich Fehlgeburt“
Gestorbenen.
Während der drei Jahre starben:
in Berlin „im Kindbettt. 6226,
„ Wien an „Infektionen nach Entbindung oder Abortus 4393,
„ Paris an fièvre puerpérale et autres affections puerpérales 1.000,
mithin. aus angegebener Ursache auf je 10 000 lebend= und todtgeborene Kinder in Berlin
39,5, in Wien 30/8, in Paris 52,s weibliche Personen. Zu einem Vergleiche mit London
ist man, da die daselbst vorgekommenen Todtgeburten nicht registrirt sind, auf eine
Sch ätu ng der Zahl der todtgeborenen Kinder angewiesen.
Nimmt man an, daß in London, wie durchschnittlich in den 3 anderen Großstädten,
auf je 1000 lebendgeborene Kinder rund 54 todtgeboren sind, so ist, da während der
drei Jahre 1891 bis 1893 in London 399 787 Kinder als lebendgeborene in die Listen
eingetragen worden sind, die Zahl der dort lebend= und todtgeborenen Kinder auf rund
421 000 zu schätzen.
Während derselben drei Jahre starben in London an „puerperal fever“ 887, an
„accidents of childbirth“" 925, zusammen 1 812 weibliche Personen, also nach vorstehender
Schätzung etwa 43 auf je 10 000 Lebend= und Todtgeborene, d. i. mehr als in Wien
und in Berlin, aber weniger als in Paris.
1) Nach den aus Italien veröffentlichten Erfahrungen kamen während der Jahre 1893 und 1894 auf je
1000 lebend= und todtgeborene Kinder 988 Geburten, d. h. Wöchnerinnen. (cause di morte 1893/94. S. XV.)