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3. „O helft, ich muß versinken 4. Der packt es bei dem
in lauter Eis und Schnee; Schopfe
o helft, ich muß ertrinken und zieht es dann heraus;
im tiefen, tiefen Seel“ vom Fuße bis zum Kopfe
Wär' nicht ein Mann gekom= wie eine Wassermaus.
men, Das Büblein hat getropfet,
der sich ein Herz genommen, der Vater hat geklopfet
o wehl es aus zu Haus.
Friedrich Güll.
210. Die Geiß auf dem Eise.
Es war einmal eine Geiß, der war's zu wohl im Stall;
da ging sie hin aufs Eis, that einen bösen Fall; da fing sie
kläglich an zu schrein: O weh, ich hab' gebrochen das Bein!
Oweh, wie schmerzt das Bein!
Das merke sich die Jugend an! Bald ist ein kecker Streich
gethan und reut den Thäter hinterher: hätt's noch zu thun,
thät's nimmermehr.
211. Bescheidene Bitte des Herrn Spatz und der Frau Fink.
1. Bitte, stillet unfre Not, bitte, bitte, gebt uns Brot!
Alle Dörfer, Hecken, Wälder, alle Wege, alle Felder,
wo ein Futterkörnchen steckt, alles ist mit Schnee bedeckt.
Alle Nahrung ist verschüttet und ein hungernd Vöglein bittet:
„Bitte, bitte, gebt uns Brot, bitte, stillet unsre Not!“
2. Bitte, stillet unfre Not, bitte, bitte, gebt uns Brot!
Kehrt der schöne Frühling wieder, singen wir auch frohe Lieder,
hüpfen frisch von Ast zu Ast, picken ohne Ruh' und Rast
Raupen, Frucht= und Blütenfresser, daß sich füllen Scheun'
und Fässer.
Bitte, bitte, gebt uns Brot, bitte, stillet unfre Not!
Ebeling.