Full text : Deutsche Schulfibel. Zweiter Teil. (2)

—  80  —

 

3.  „O  helft,  ich  muß  versinken  4.  Der  packt  es  bei  dem
in  lauter  Eis  und  Schnee;  Schopfe
o  helft,  ich  muß  ertrinken  und  zieht  es  dann  heraus;
im  tiefen,  tiefen  Seel“  vom  Fuße  bis  zum  Kopfe
Wär'  nicht  ein  Mann  gekom=  wie  eine  Wassermaus.

men,  Das  Büblein  hat  getropfet,
der  sich  ein  Herz  genommen,  der  Vater  hat  geklopfet

o  wehl  es  aus  zu  Haus.

 

Friedrich  Güll.

210.  Die  Geiß  auf  dem  Eise.

Es  war  einmal  eine  Geiß,  der  war's  zu  wohl  im  Stall;
da  ging  sie  hin  aufs  Eis,  that  einen  bösen  Fall;  da  fing  sie
kläglich  an  zu  schrein:  O  weh,  ich  hab'  gebrochen  das  Bein!
Oweh,  wie  schmerzt  das  Bein!

Das  merke  sich  die  Jugend  an!  Bald  ist  ein  kecker  Streich
gethan  und  reut  den  Thäter  hinterher:  hätt's  noch  zu  thun,
thät's  nimmermehr.

211.  Bescheidene  Bitte  des  Herrn  Spatz  und  der  Frau  Fink.

1.  Bitte,  stillet  unfre  Not,  bitte,  bitte,  gebt  uns  Brot!
Alle  Dörfer,  Hecken,  Wälder,  alle  Wege,  alle  Felder,
wo  ein  Futterkörnchen  steckt,  alles  ist  mit  Schnee  bedeckt.
Alle  Nahrung  ist  verschüttet  und  ein  hungernd  Vöglein  bittet:
„Bitte,  bitte,  gebt  uns  Brot,  bitte,  stillet  unsre  Not!“

2.  Bitte,  stillet  unfre  Not,  bitte,  bitte,  gebt  uns  Brot!
Kehrt  der  schöne  Frühling  wieder,  singen  wir  auch  frohe  Lieder,
hüpfen  frisch  von  Ast  zu  Ast,  picken  ohne  Ruh'  und  Rast
Raupen,  Frucht=  und  Blütenfresser,  daß  sich  füllen  Scheun'

und  Fässer.

Bitte,  bitte,  gebt  uns  Brot,  bitte,  stillet  unfre  Not!
Ebeling.