Full text : Tägliche Erinnerungen aus der sächsischen Geschichte.

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erische  Erbfolgekrieg  (siehe  den  13.  Mai)/  begann,  ging  jedoch  schnell  und
ziemlich  spurlos  vorüber.  Nun  folgten  wieder  acht  und  zwanzig  Jahre  der
Ruhe  und  des  Segens  bis  1806.  Denn  wenn  auch  die  Bauernunruhen
(siehe  den  13.  Juli)  und  die  Kriege  Deutschlands  mit  den  Franzosen
einige  Störung  verursachten,  so  war  dies  doch  wenig  bemerklich.  Nur
einige  Male  in  den  neunziger  Jahren  mußten  sächsische  Truppen
mit  dem  Reichsheere  an  den  Rhein  marschiren.  Friedrich  August
zeigte  übrigens  auch  in  dieser  Zeit  öfter  seine  weise  Besonnenheit  und
seine  große,  höchst  rühmliche  Mäßigung.  Er  nahm  die  polnische
Königskrone,  die  ihm  1792,  angeboten  wurde,  nicht  anz  er  rieth  den
Fürsten  immer  wieder  zur  gütlichen  Verträglichkeit  mit  den  rebellirenden
  Franzosen;  er  that  auf  dem  Convente  zu  Pillnit  (siehe  den  25.
August)  nichts  wider  Frankreich,  und  er  suchte  so  lange  als  möglich
in  jener  kampfreichen  Zeit  neutral  zurbleiben.  So  ward  er  seinem
Lande  und  Volke  ein  Förderer  alles  Guten,  ein  Erlöser  von  der  schweren
  Schuldenlast,  ein  neuer  Begründer  seiner  Wohlfahrt  und  seiner
Achtung  bei  den  Nachbarvölkern.  Wie  traurig,  daß  von  1806  an
Ununterbrochene  Kriege  ihn  wider  seinen  Willen  im  segensreichen
Laufe  störten!  —  Im  Herbste  1806  war  er  gezwungen,  an  dem  Kriege
Preußens  gegen  Napoleon  Theil  zu  nehmen  und  zwei  und  zwanzigtausend
  Mann  dazu  zu  stellen.  Es  war  ein  unglücklicher  Krieg.  In
der  Schlacht  bei  Jena  (ssehe  den  14.  October)  wurden  über  sechstausend
  Sachsen  gefangen,  und  es  war  noch  für  ein  großes  Glück  zu
achten,  daß  Napaleon  unserm  Lande  aus  Achtung  für  wie  Personlichkeit
  seines  biedern  Kurfürsten  Neutralität  und  bald
darnach  (siehe  den  1.  December)  den  Posener  Frieden  zugestand.
Von  diesem  Frieden  an  führte  Friedrich  August  den  Königstitel.““
16.  September.
Forttetzung  der  Gelchichte  Friedrich  Auguft's
des  Gerechten.

So  erlangte  der  redliche  Fürst,  von  dem  wir  gestern  hörten,  ohne
sein  Zuthun  Vieles,  was  Andern  vielleicht  hocherfreulich  gewesen  wäre.
Die  Königswürde  ward  ihm  zu  Theil;  das  Herzogthum  Warschau,
ein  Gebiet  von  zweitausend,  siebenhundert  und  siebzig  Quadratmeilen,
ward  ihm  durch  den  Tilsiter  Frieden  zugesprochen,  und  die  Achtung
und  Freundschaft  Napoleon's,  dieses  hochgefeierten  Helden,  hatte  er
sich  gesichert.  Aber  er,  der  Genügsame  und  Prunklose,  hätte  dies
Alles  so  gern  hingegeben,  wenn  er  sich  und  seinem  Volke  Ruhe  und
Unabhängigkeit  hätte  erkaufen  können.  Denn  gerade  von  dieser  Zeit
an  ward  sein  Leben  erst  recht  voll  Unruhe.  Es  kam  der  Krieg  mic