Contents : Briefe und Akten zur Geschichte des Dreissigjährigen Krieges. Neunter Band. (9)

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thun  könnten,  wogegen  das  Kriegsvolk  von  des  Kaisers  wegen  Januar  8.
sich  in  keinen  „widrigen  Verstand‘  gegen  Salzburg  und  Baiern  einlassen
  wird.

4.  Damit  sich  niemand  mit  Unkenntnis  dieser  Verhandlung
entschuldigen  kann,  soll  Althan  die  kaiserliche  Ratifikation  dieses
Vertrags  binnen  drei  Wochen  beiden  Fürsten  übersenden,  inzwischen  aber,
da  diese  Handlungen  keinen  langen  Verzug  leiden,  sollen  beide
Fürsten  oder  der  eine,  falls  der  andere  nicht  zustimmt,  den  Vertrag
fertigen,  ebenso  Althan  als  Feldmarschall,  die  Obersten,  „hohen  Aemter,‘‘
Oberstleutnante,  Rittmeister  und  Hauptleute  ihn  unterzeichnen  und
bei  ihren  ritterlichen  Ehren  versprechen,  dem  allen  treulich
nachzukommen  und  zwar  binnen  acht  Tagen.  Inzwischep  und  von  heute
an  soll  zwischen  beiden  Teilen  Waffenstillstand  sein  sd  das  kaiserliche
Kriegsvolk  über  die  gezogenen  Grenzen  hinaus  z#tht  gegen  Salzburg
und  nicht  gegen  Baiern  über  die  von  dem  Mörzog  zu  bestimmende
Linie  rücken.  Nach  der  Fertigung  soll  der  Vertrag  durch  Althan
oder  dessen  Vertreter  im  Beisein  salzburgischer  und  bairischer
Kommissarien  den  Reitern  und  Kuefhten  verkündet  und  daran  bei
Verpfändung  Leibs  und  Lebens  fütgehalten  werden.  Actum  Salzburg
den  8.  januarii  1611.

Ib.,  Ambraser  Akten,  Missiven  vom  August  1611,  zu  no.  16;  Kop.!

9.  Der  Kurfürst  von  Sachsen  an  König  Matthias.  Jannar  8.

Auf  das  königliche  Schreiben  vom  28.  Dezember.?  Da  wir  gänzlich
  dafür  halten,  dass  der  Einfall  des  passauer  Volkes  ohne
Wissen  des  Kaisers  geschehen  ist,  so  zweifeln  wir  nicht,  dass  E.L.  den
Kaiser  für  entschuldigt  halten  werden,  zumal  der  Einfall  nicht  feindselig
  gemeint  ist  sondern  nur  der  Durchzug  begehrt  wird.  Wir  hören
„von  fernst‘“,  dass  der  Kaiser  entschlossen  ist,  das  Volk  zur  Erhaltung
seiner  Hoheit?  bis  zur  völligen  Bezahlung  in  Tirol  einquartieren

I  Aut  die  baierische  Kopie  (Ma,  111/11,  —),  die  der  Erzbischof
dem  Viepeckh  mitteilte,  schrieb  Herzog  Maximilian  eigenhändig:  „Vertrag
Salzburg  mit  dem  von  Altheim,  darein  Salzburg  ohne  wissen  vnd  willen  Ire
Durchlaucht  in  Beyrn  gern  gebrokht  hette,  zweifelsohne  dardurch  sein
vnfueg  etwass  zu  bemantlen  vnd  zu  besterkhen.  Welchs  alles  aber  Bayrn
nit  allein  ganz  frembd  vorkhommen  sonder  auch  mit  disem  vertrag  weder
vil  noch  wenig  zu  thuen  haben  wollen,  wie  sie  dann  nit  vnderlassen,  denselben,
  als  sie  dessen  erindert  worden,  erzherzogen  Maximilian  dem  eltern
solches  zu  communizieren.“  —  Ein  Dankschreiben  Erzherzog  Maximilians  an
den  Herzog  für  Mitteilung  des  Vertrags  vom  7.  März  in  Ib.,  Regimentssachen
  von  1611,  f.  353;  Kptkopie.

2  Drs.,  1.  9166,  1.  Bd.  pass.  Kriegsvolks,  f.  4;  Or.  Der  König  ersucht
auf  Grund  des  prager  Abkommens  den  Kurfürsten,  ihm  als  „haltenden
Teil“  wirklichen  Beistand  zu  leisten  und  ihm  wissen  zu  lassen,  wie  stark
und  wie  bald  der  Kurfürst  ihn  unterstützen  könne.

®  Zuerst  hiess  es  im  Konzept,  der  Kaiser  sei  entschlossen,  seine  Hoheit
zu  gebrauchen  u.  8.  w.