Full text : Spittler’s sämmtliche Werke. Vierzehnter Band. (14)

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außerordentlich  nuͤchtern  blieb,  so  blieb  ihm  doch  noch  eine
unermeßliche  Menge  baaren.  Geldes.

Sein  älterer  Bruder,  ein  guter  ehrlicher  Mann,  dem  er
als  Staatssekretär  ein  paar  gute  Mlätze  verschafft,  beerbte
ihn,  und  dieser  einzige  Erbe  der  unermeßlichsicu  Erbschaft  hatte
nur  einen  einzigen  sehr  frommen  Sohn,  der  Kanonikus  von
Saint-Honorc  war,  keine  Plätze  und  keine  Beneficien  wollte.
Dieser  nahm  sich  fast  nichts  von  der  ganzen  reichen  Erbschaft.
Er  verwandte  Einiges  davon,  seinem  Oheim  in  der  Kirche,  wo
er  begraben  lag,  ein  schdnes,  aber  bescheidenes  Mausoleum  mit
einer  sehr  christlichen  Inschrift  setzen  zu  lassen;  das  Uebrige
verwandte  er  zu  Almosen.

Man  würde  ein  ganzes  Buch  davon  schreiben  können,
wenn  man  alle  die  Auferikte  erzählen  sollte,  die  es  mit  dem
Kardinal  gab,  besonders  seitdem  er  der  Allgelrende  geworden.
Der  Fall  kam  nicht  nur  einmal,  und  es  geschah  öfters  in  Gegenwart
  des  Herzogs  von  Orleans,  daß,  wenn  er  recht  bitter
böse  wurde,  er  auf  Tische  und  Fauteuils  hinauf  sprang,
ein  paar  Mal,  ohne  mit  einem  Fuße  auf  die  Erde  zu
kommen,  bloß  auf  Tischen  und  Stühlen  herumspringend,  das
Zimmer  auf  und  nieder  lief.

Es  war  ganz  sonderbar,  wie  er  oft  die  angesehensten
Personen  behandelte.  Der  Kardinal  von  Gevres  beklagte  sich
einmal  bei  dem  Herzog  von  Orleans,  daß  ihn  der  Kardinal
Dübois  in  den  unflätigsten  Ausdrücken  promeniren  geschickt
habe.  Doch  noch  mehr  zu  klagen  hatte  Madame  von  Conflaus.

Diese  hatte  den  Platz  einer  Gouvernantin  bei  den  Prinzessinnen
  des  Herzogs  von  Orleans  erhalten,  und  die  Gemahlin
  des  Herzogs  von  Orleaus  verlangte,  sie  sollte  auch  dem
Kardinal  Dübois  ein  Kompliment  machen.  So  abgeneigt  sie
nun  war,  so  sehr  drang  die  Herzogin  in  sie.  So  sehr  es
aber  auch  die  Herzogin  allein  schon  nur  um  der  Verhaͤltnisse

Spittler's  sämmtliche  Werke.  XIV.  Bd.  6