Full text : Bismarck und das päpstliche Rom.

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zu.  „Ach,  es  ist  weiter  nichts,  da  unten  im  Bette  hecken
Mäuse,  und  wenn  es  still  wird,  fangen  die  an  zu  tanzen,  poche
nur  an  die  Bettstelle,  dann  sind  sie  wieder  still.“

„Himmel  Donnerwetter,  Du  bist  ein  schöner  Kerl,  mir
das  nicht  vorher  zu  sagen,  die  laufen  einem  am  Ende  auch
übers  Gesicht,  da  will  ich  ja  lieber  biwakieren.“  Ich  habe
nämlich  einen  heftigen  Abscheu  vor  allen  solchen  Tierchen,  und
schon  der  Gedanke  an  eine  so  nahe  Nachbarschaft  verursachte
mir  ein  gelindes  Gruseln.

„Ach,  warum  nicht  gar“,  tönte  es  vom  Tische  aus,
„wenn  Du  immer  ordentlich  pochst,  kommt  keine  herauf.“

Die  Aussicht  war  recht  erfreulich,  und  ich  brachte  thatsächlich
  die  Nacht  mit  dieser  angenehmen  Unterhaltung  zu,  denn
still  liegen  mußte  ich  meines  Beines  wegen,  und  ein  anderes
Lager  war  nicht  vorhanden.  So  wie  ich  etwas  im  Einschlafen
war,  knabberten  die  Mäuse,  darauf  Generalmarsch  an  der  Bettstelle
  und  so  fort  bis  an  den  Morgen.

Am  30.  traf  der  erwartete  Marschbefehl  für  uns  ein.
Es  verlautete,  daß  die  Armee  des  Prinzen  Friedrich  Karl  in
der  Richtung  auf  Troyes  vorrücken  sollte,  andere  behaupteten,
wir  gingen  direkt  nach  dem  Süden,  Gewisses  wußte  niemand.
Als  erstes  Ziel  war  uns  Ars  fur  Moselle  bestimmt.  Wie
man  später  erfuhr,  war  bereits  am  23.  vom  großen  Hauptquartier
  aus,  in  der  sicheren  Erwartung  der  baldigen  Kapitulation
  bestimmt  worden,  daß  die  Armee  in  der  Richtung  auf
Troyes  nach  der  mittleren  Loire  marschieren  sollte,  um  die
Zernierung  von  Paris  gegen  die  dort  in  der  Bildung  begriffene
Loire-Armee  zu  decken.  Mich  wollte  man  mit  meinem  lahmen
Bein  durchaus  nicht  mitnehmen,  sondern  ins  Lazaret  nach
Nancy  spedieren,  wozu  ich  jedoch  durchaus  keine  Lust  verspürte.
  Ich  ließ  dem  Regiments--  und  Bataillonskommandeur
gegenüber  meine  Absichten  im  dunkeln  und  beschloß,  auf  eigene
Verantwortung  zu  handeln.  Als  am  31.  früh  das  Regiment
nach  Ars  abgerückt  war,  setzte  ich  mich  auf  einen  Bagagewagen
und  kutschierte  dem  Regimente  nach.  Vorher  feierte  ich  noch
ein  für  mich  sehr  vorteilhaftes  Wiedersehen  mit  einem  alten
Bekannten,  Major  v.  N.,  vom  S2sten  Regiment,  der  eben  dazukam,
  wie  ich  mich  auf  dem  Bagagewagen  installieren  wollte.