Full text : Lehrbuch der Geburtshülfe für die Preußischen Hebammen.

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der  Scheide,  von  wo  er  auf  die  vordere  Wand  des  Mastdarms  sich
umschlägt.  Die  so  zwischen  der  Gebärmutter  und  dem  Mastdarme
gebildete  Tasche  wird  seitlich  von  zwei  vorspringenden  Falten  des
Bauchfells,  den  Gebärmutter-Kreuzbein  bändern,  begränzt,  welche
sich  von  der  hinteren  Fläche  des  Mutterhalses  gegen  die  Seiten  des
Mastdarms  hinziehen.  In  ihnen  verlaufen  zarte,  fleischige  Stränge,
welche  den  Mutterhals  an  die  hintere  Beckenwand  anheften.  Auf
der  vorderen  Gebärmuttierwand  reicht  das  Bauchfell  nur  bis  zur  Gegend
  des  inneren  Muttermundes  herab,  um  von  da  auf  die  hintere
Wand  der  Harnblase  überzugehen.  Die  vordere  Wand  des  Mutterhalses,
  unterhalb  des  Bauchfells  und  oberhalb  der  Anheftung  des
Scheidengewölbes,  ist  an  der  hinteren  und  unteren  Wand  der  Harnblase
  befestigt.  Zu  beiden  Seiten  der  Gebärmutter  breitet  sich  die
genannte  Falte  des  Bauchfells  bis  zur  inneren  Seitenwand  des  Beckens
aus.  Diese  seitlich  von  der  Gebärmutter  abgehenden  Falten  werden
die  breiten  Mutterbänder  genannt.  In  ihnen  läuft  an  jeder
Seite  von  dem  Grunde  der  Gebärmutter  ein  runder,  fleischiger  Strang
schräg  nach  außen  und  vorn  und  durch  eine  Oeffnung  der  Bauchdecken
unter  der  Haut,  den  sogenannten  Bauchring,  zur  äußeren  Fläche  der
Schambeine,  wo  er  sich  befestigt.  Dieser  Strang  heißt  das  runde
Mutterband.

Theils  durch  die  breiten  und  die  runden  Mutterbänder,  theils
durch  die  Gebärmutter-Kreuzbeinbänder,  so  wie  die  Verbindung  der
vorderen  Wand  des  Mutierhalses  mit  der  Harnblase,  theils  endlich
durch  die  Scheide,  welche  den  Mutterhals  umfaßt,  unterstützt  von
einer  sehnigen  Binde,  welche  die  innere  Wand  des  Beckens  auskleidet,
wird  die  Gebärmutter  in  ihrer  Lage,  d.  h.  in  der  Richtung  des  oberen
  Theils  der  Mittellinie  des  Beckens  erhalten.  Doch  gestatten  ihr
diese  Befestigungen  noch  eine  ziemliche  Beweglichkeit,  sowohl  auf=  und
abwärts,  je  nachdem  der  Druck  der  darüber  gelegenen  Baucheingeweide
ein  stärkerer  oder  geringerer  ist,  als  auch  von  vorn  nach  hinten,  wie  es
die  wechselnde  Füllung  der  Harnblase  und  des  Mastdarms  erfordert.

8.  34.

Im  oberen  Rande  der  breiten  Mutierbänder  gehen  zu  beiden
Seiten  vom  Grunde  der  Gebärmutter  zwei  dünne,  häutige  Röhren,