Metadaten : Hof- und Staats-Handbuch des Königreichs Bayern.

Kreisordnung  für  die  Provinzen  Ost-  und  Westpreußen  2c.  88  86  bis  92.

c)  der  Wahlverband  der  Städte.

In  Leisen,  in  welchen  keine  Stadtgemeinde
  vorhanden  ist,  scheidet  der  Wahlverband
  der  Städte  aus.  6

Für  Kreise,  welche  nur  aus  einer  oder
mehreren  Städten  bestehen,  gelten  die  Vorschriften
  der  88  169  und  171  bis  175
dieses  Gesetzes.

8  86.  Der  Wahlverband  der  größeren
ländlichen  Grundbesitzer  besteht  aus  allen
denjenigen  zur  Zahlung  von  Kreisabgaben
verpflichteten  Grundbesitzern,  mit  Einschluß
der  juristischen  Personen,  Aktiengesellschaften
  und  Kommanditgesellschaften  auf  Aktien,
  welche  von  ihrem  gesamten,  auf  dem
platten  Lande  innerhalb  des  Kreises  belegenen
  Grundeigentume  den  Betrag  von
mindestens  225  Mark  an  Grund=  und
Gebäudestener  entrichten,  beziehungsweise
zu  entrichten  haben  würden,  wenn  sie  nach
Maßgabe  der  Gesetze  vom  21.  Mai  1861
(Gesetz-Samml.  S.  253  und  317)  zur
Grund=  beziehungsweise  Gebäudesteuer  veranlagt
  wären.  *  ·

Nach  Erlaß  der  Provinzialordnung  bleibt
den  Provinzialvertretungen  überlassen,  für
ihre  Provinz  oder  auch  für  einzelne  Kreise
derselben  den  Betrag  von  225  Mark  auf
den  Betrag  von  300  Mark  zu  erhöhen
oder  bis  auf  den  Betrag  von  150  Mark
u  ermäßigen.

Für  we,  Kreise  der  Provinz  Sachsen
darf  diese  Erhöhung  bis  zu  dem  Betrage
von  450  Mark  erfolgen.  .  ,

Dem  Wahlverbande  der  größeren  ländlichen
  Grundbesitzer  treten  diejenigen  Gewerbtreibenden
  und  Bergwerksbesitzer  hinzu,
  welche  wegen  ihrer  auf  dem  platten
Lande  innerhalb  des  Rreises  betriebenen
gewerblichen  Unternehmungen  in  den
Klassen  1  oder  II  der  Gewerbesteuer,  mit
einem  Steuerbetrage  von  300  Mark  veranlagt
  sind  (8  14  Absatz  7).

8  87.  Der  Wahlverband  der  Landgemeinden
  umfaßt:  "  *
l.  sämtliche  Landgemeinden  des  Kreises;
2.  sämtliche  Besitzer  selbständiger  Güter
mit  Einschluß  der  juristischen  Personen,
  Aktiengesellschaften  und  Kommanditgesellschaften
  auf  Aktien,  welche
nicht  zu  dem  Verbande  der  größeren
Grundbesitzer  (§  86)  gehören;

3.  diejenigen  Gewerbetreibenden  und
Bergwerksbesitzer,  welche  wegen  ihrer

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auf  dem  platten  Lande  innerhalb  des
Kreises  betriebenen  gewerblichen  Unternehmungen
  in  den  Klassen  I  oder  II
unter  einem  Steuerbetrage  von  300
Mark  veranlagt  sind.

8  88.  Der  Wahlverband  der  Städte
umfaßt  die  Stadtgemeinden  des  Kreises.

8  89.  Die  nach  §  84  dieses  Gesetzes
jedem  Kreise  nach  Maßgabe  seiner  Bevölkerungsziffer
  zustehende  Zahl  von  Kreiskagsabgeordneten
  wird  auf  die  drei  Wahlverbände
  der  größeren  Grundbesitzer,  der
Landgemeinden  und  der  Städte  nach  folgenden
  Grundsätzen  verteilt:

1.  Die  Zahl  der  städtischen  Abgeordneten
wird  nach  dem  Verhältnisse  der
städtischen  und  ländlichen  Bevölkerung,
wie  dasselbe  durch  die  letzte  allgemeine
Volkszählung  festgestellt  worden  ist,
bestimmt.  Die  Zahl  der  städtischen
Abgeordneten  darf  die  Hälfte,  und
in  denjenigen  Kreisen,  in  welchen  nur
eine  Stadt  vorhanden  ist,  ein  Drittel
der  Gesamtzahl  aller  Abgeordneten
nicht  übersteigen.

2.  Von  der  nach  Abzug  der  slädtischen
Abgeordneten  übrig  bleibenden  Zahl
der  Kreistagsabgeordneten  erhalten
die  Verbände  der  größeren  Grundbesitzer
  und  der  Landgemeinden  ein
jeder  die  Hälfte.

§  90.  Bleibt  die  vorhandene  Zahl  der
in  dem  Wahlverbande  der  größeren  Grundbesitzer
  Wahlberechtigten  (8  86)  in  einem
Kreise  unter  der  ihrem  Verbande  nach
§  89  zukommenden  Abgeordnetenzahl,  so
wählt  dieser  Verband  nur  so  viele  Abgeordnete,
  als  Wähler  vorhanden  sind,
und  fällt  die  demselben  hiernach  abgehende
Zahl  von  Abgeordneten  dem  Wahlverbande
der  Landgemeinden  zu.

8  91.  Zum  Zwecke  der  Wahl  der  von
dem  Verbande  der  Landgemeinden  zu  wählenden
  Abgeordneten  werden,  unter  möglichster
  Anlehnung  an  die  Amtsbezirke,
in  räumlicher  Abrundung  und  nach  Maßgabe
  der  Bevölkerung  Wahlbezirke  gebildet,
deren  jeder  die  Wahl  von  einem  bis  zwei
Abgeordneten  zu  vollziehen  hat.

8  92.  Die  Zahl  der  vom  Wahlverbande
  der  Städte  überhaupt  zu  wählenden