Full text : Königlich Württembergisches Staats- und Regierungs-Blatt vom Jahr 1819. (14)

76

Saulgau.  Oer  bei  dem  2.  Reiter-Regiment  gestandene  Gemeine  Philipp  Kaiser,  von  Herbertingen,
  ist  am  4.  Februar  aus  der  Garnisen  Ludwigsburg  desertirt.  Es  werden  daber  sämmtliche
Konigl.  Polizei-Behorden  ersucht,  auf  diesen  Deserteur  genau  zu  fahnden,  denselben  auf  Betre##
arretiren  und  entweder  an  das  oben  gesagte  Regimenks-Commando,  oder  an  die  unterzeichnete
Srelle  einliefern  zu  lassen.  Den  34.  Februar  1610.  Königl.  Oberamt.

Ravensburg.  Der  bei  dem  4&.  Infanterie-Regiment  gestandene  Soldat,  Johannes  Brugser,
von  Baindt,  diesseitigen  Oberamts,  ist  den  16.  Januar  d.  J.  aus  der  Garnison  Heilbronn  desertirt.Ale
  hrhe  und  niedere  Obrigkeiten  werden  hiemit  ersucht,  auf  diesen  Ausreißer  fahnden,  ihn  im
Betretungsfall  enrweder  an  das  allhiesige  Oberamt,  oder  an  sein  Kegiment  einliefern  zu  lassen.
Den  10.  Febr.  160.  Königl.  Oberamt.

Spaichingen.  Mathes  Juber,  von  Goßenzügen,  Oberamts  Münsingen,  und  Mathes  Braun,
von  Frittlingen,  Oberamts  Spalchingen,  sind  in  der  heurigen  Nacht  aus  dem  hiesigen  Criminal-Gefängnisse
  gewaltsam  ausgebrochen.  Es  werden  daher  alle  Behörden,  zu  deren  Obliegenheit  die  Spähung
nach  Verbrechern  gehört,  ersuchr,  auf  diese  hiernach  beschriebene  Flüchtlinge  fahnden,  sie  im  r#
falle  festhalten  und  sicher  begleiter  hieher  liefern  zu  lassen.  Gestalr-Beschreibung.  1)  des  Mathes
  Zuber:  derselbe  ist  25.  Jadre  alt,  mißt  §  Fuß  9  Joll,  hat  eine  schlanke  Statur,  schwarze  Koofhaare,
  ein  braunröthlichtes  blatkernarbiges,  längliches  Gesicht,  schmale  Strirne,  braune  Augen,  schwarze
Augbraunen,  mittlere  Nase,  eingefallene  Wangen,  gewöhnlichen  Mund,  gute  Zähne,  ppitziges  Kinn;
2)  des  Marhes  Braun;  derselbe  ist  gleichfalls  25  Jahre  alt,  mißt  5  Fuß  do  Joll,  har  eine  unterst  te
Statur,  schwarzbraune  Kopfhaare,  ein  rundes  glartes  vollkommenes  Gesicht  mit  gesunder  Gesichtsfarbe,
breite  Stirne,  roarhgraur  Augen,  kleine  dicke  Nase,  volle  Wangen,  kleinen  Mund,  gute  Zähne,  klei
neé  rundes  Kinn.  Den  7.  Febr.  810.  Kenige  Oberamr.

Kirchheim  u.  T.  Da  der  Webergeselle  Jakob  Hekeler,  von  Jesingen,  hiesigen  Oberamts,
sich  heute  freiwilich  gesteur  hat,  so  wird  der  gegen  ihn  am  27.  v.  M.  erlassene  Steckbrief  hiemit  außer
Wirkung  gesetzt.  Den  210.  Febr.  26810.  Konigl.  Oberamt.

Marsbach,  Da  die  unterzeichnere  Stelle  durch  ein  Dekret  der  Königl.  Kreis-Regierung  zu  Ludwigsburg
  angewiesen  worden  ist,  eine  Untersuchung  uber  das  Unterpfands-Buch  zu  Hopfigheim  vorrehmen
zu  lassen,  so  werden  alle  diejenigen,  welche  auftiegende  Guter  daselbst  ein  Eigenthume-oder  Unr  rpfands-Recht
  anzusprechen  haben,  hierdurch  aufgefordert,  unter  Vorlegung  der  ihnen  ausgestellten  gericht.  Den
Obligationen  und  der  übrigen  in  Händen  habenden  Dokumente  ihre  Forderungen  binnen  8  Wosen  bei
der  Amteschreiberei  Gros-Bortwar  einzugeben,  indem  sie  im  Unterlassungsfalt  die  daraus  fur  sie  entster
henden  Nachtheile  sich  selbst  zuzuschreiben  hätten.  Den  5.  Febr.  1819.  Konigl.  Oberamt.

Marbach.  In  dem  Staab  Kleinaspach,  wozu  neben  dem  Hauptort  Kleinaspach,  die  Weiler
und  Hofe  Almersbach,  Alkersberg,  Einbd,  Hezelsberg,  Hinterwöhrenberg,  Hornungêhof,  Röhrachhof
Sinzenburg,  Steinhaußen,  Vordervöhrenberg,  Vorklenshofen  und  Warkhhof  gehoren,  wird  eine  Erneurung
  des  Unterofandsbuché  vorgenommen.  Es  werden  daher  alle  diejenigen,  welche  in  dem  Staab
Klein-Aspach  auf  liegende  Grunde  ein  Eigenthums  oder-  Pfandrecht  anzusprechen  haben,  hiemit  össentlich
  aufgefordert,  die  in  Händen  habenden  Schuldscheine  und  sonstige  Dokumente,  durch  welche  sie  dasselbe
  erweisen  konnen,  innerhalb  zweien  Monaten  der  Stadtschreiberei  Groß-Bottwar  im  Original  oder
in  beglaub-zter  Abschrift  einzusenden,  indem  sie  sonst  sich  selbst  zuzuschreiben  hatten,  wenn  durch  nicht
Beachtung  dieser  Aufforderung  ein  Nachtheil  für  sie  entsiände.  Den  5.  Febr.  1319.

'  Kbnigc.ObeI-amt.

Ludwigsburg.  Der  ledige  Georg  Caspar  Längle,  Schneider  von  Alldingen,  hat  sich  in  Parls
etablirt  und  will  sein  disseiriges  Unterthanen-Recht  aufgeben.  Wer  „Forderung  an  ihn  hätte,  wird
deswegen  erinnert,  solche  in  Jahresfrist  einzuklagen.  Den  B.  Febr.  1819.  önigl.  Oberamr.

 

 

Gedruckt  bei  G.  Haf  s  elbrink,  Hof=  und  Aanglei-Kurferdrucker,  Buchdrucker.