Metadata : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

 

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luwmstier  194.

ELALI

Donnersataa,  22.  Juli  1914

 

—#
1

süoliche  Waldteil  diesen  Namen  führt,  der  nördlicte
  aber  Bois  Communaux  genannt  ist.  Hie-1#
  mag  eine  Erklärung  dafür  liegen,  daß  die
1½  unzosen  sich  für  unbestrittene  Herren  des
n  „  riesterwaldes“  hielten.  Am  Südrand  des
Waldes,  an  der  Straße  Pont-0.Mousson.—
Montauville.—  Limey  liegt  der  Exerzierplatz,  im
Walde  der  Schießplatz  der  Garnison  Pont#a-Mousson.
  Die  Mannschaften  der  französischen
Regimenter,  die  uns  hier  gegenüber  slehen,
stammen  aus  den  Ortschaften  der  Umgebung
und  manch  gefangener  Franzose  konnte  in  Begleitung
  von  deutschen  Landsturmmännern
früher,  als  er  gedacht  und  gehofft  hatte,  seine
Angehörigen  in  seinem  Heimatsort  begrüßen.

Der  Priesterwald  ist  der  echte  Lothringische
Wald.  Nur  wenige  und  schlechte  Wege  durchjiehen
  ihn.  Dichtes  Unterhoh  erschwert  jegliche

Wege.  Di

Bewegung  außerhalb  der  ie  mangelnde
  Forstkultur  haben  unsere  und  die
französischen  Granaten  Laahgehol.  Sie  haben

dem  Walde  Licht  und  Luft  geschaffen.  Freilich
sind  sie  dabei  so  weit  gegangen,  die  alten  Baumriesen
  teils  mit  samt  den  Wurzeln  herauszureiden,
  teils  inmitten  der  Stämme  zu  knicken.
Ties  eingerissene  Schluchten  zerklüsten  den  Wald
und  behindern  seine  Wegsamkeit.  Die  höchste
Erhebung  hat  das  Waldgelände  in  einem
Höhenlkamm,  der  vom  Eintritt  der  Straße  Fey
en  Hane  —Norroy  in  den  Pad  nach  Osten

.  Auf  dem  höchsten  Punkt  steht  das  Croir
Carmes.  Auf  diesem  Höhenrücken  liegen
die  deutschen  Stellungen.

In  schweren,  hin  und  herwogenden,  monatelangen
  Angriffen  war  es  den  Franzosen  dank
ihrer  Uebermacht  Anfang  Juni  gelungen,  auf
dem  westlichen  Teil  des  Höhenrückens  Fuß  zu
sassen.  Sie  wieder  hinunter  zu  werfen,  war  das
Ziel  unseres  Angriffes  am  d.  Juli.  Es  war
lein  leichtes  Stück  Arbeit,  das  uns  dort  bevorfland.
  Die  Franzosen  halten  6  und  7  Stellungen
  hintereinander  in  einer  Gesamttiese  von
]  bis  500  Meter  ausgebaut.  Unser  Angriff
wurde  eingeleitet  durch  einen  Vorstoß  aus  dem
an  der  Mosel  liegenden  Abschnitt.  In  einer
Breite  von  etwa  250  Meter  gelang  es  hier,  in
die  seindliche  Stellung  einzudringen,  und  5  franzosische
  Blockhäuser  mit  samt  ihrer  Besatzung
in  die  Luft  zu  sprengen.  Wir  zerstörten  d#e
eingebauten  Kampfmittel  und  gingen  dann,
wie  vorgesehen,  wieder  in  die  alte  Kampfstellung
zurück,  ungestört  vom  Feinde.

Nachmittags  begann  der  Hauptangriff.  Die
durch  unser  Artillerieseuer  erschütierte  französische
  Insanterie  konnte  dem  Ansturm  nicht
flandhalten.  Stellung  auf  Stellung  fiel.  An
Abend  waren  alle  französischen  Stellungen  in
einer  Breite  von  1500  Meter  genommen.

ssifiere,  über  1000  unverwundete  Gefangene,
5  Geschütze.  7  Minenwerfer,  7  Maschinengewehre,
  1  Pionierpark  mit  reichlichem  Gerät
waren  unsere  willlommene  Beute.  Was  die
Franzosen  in  monatelangem  Ningen  erworben,
dat  unsere  ftürmende  Infanterie,  unterstützt
vurch  die  vortreffliche  Artillerie,  ihnen  in  wenigen
  Stunden  wieder  entrissen.  Wo  man  hobelt,
  fallen  Spähne.  Ohne  Verlusl  iist  solch
ein  Erfolg  nicht  zu  erreichen.  Unsere  Gesamtverluste
  einschließlich  der  nur  vorübergehend
jausfallenden  Leichtverwundeten  erreichten  aber
nicht  einmal  die  Zahl  allein  der  gefangenen
Franzosen.  Deren  Verluste  an  Toten  waren
nußerordentliche.  Nach  Aussage  der  Gefangeneu
  waren  die  Kompagnien  schon  vor  unserem
Angriff  nur  durch  unser  Artilleriefeuer  auf  60

—.

—

 

vibrecht  Malinmr  dasielbe  gewin  nicht  her,  und
wir  werden  uns  darum  auf  einen  harten  und
blun  gen  Kam  pf  gesunt  machen  mussen.

),  uun  ver'tebe  ich,“  rief  Ludwig  Günther
erregi  auiipringend  und  durch  das  Zimmer
iririnend,  „dazu  sollen  meine  Schiife  dienen!
Aer."“  unterbrach  er  sich  plönlich,  „es  sehlt  den
cchissen  an  der  norigen  Annerung  und
Bem  annung

Das  haben  wir  uns  schon  gedacht,“  erwiderte
zu  n  wnns  indem  ein  leises  Lacheln  um  seine
Lippen  zu  huschen  schien,  aber  bernhigen  sich
i.  Gnaden  nur,  es  ist  bereits  das  Nölige  besorgt.
An  Wassen  und'  Munition  leiden  wir  keinen
Mangel,  und  die  ersorderlichen  Leute  zu  beschffen.
nau#te  ein  kurzer  Besehl  des  Meisters.  Wahrend
wu  hier  sprechen,  versammell  sich  bereits  ein
balbes  Hundert  derbfrischer  everscher  undosirrifischer
Zungen  auf  den  Inseln  Wangerooge  und  Snierirvoge,

  von  wo  wir  sie  dann  leicht  an  Aord
reemen  lönnen.  Fur  heute  ist  es  schon  zu  ipat,
aer  morgen  mitl  dem  frühesien  lönnen  wir  mit
den  elben  Fahrzeng,  das  mich  hergebracht,  nach
einsterdam  hinuber,  wo  wir  dann  Ihne  Schiffe
a43  umeln  und  zu  dem  Meister  stoßen  l#onnen.
Ludwig  Günther  almele  auf.  So  war  also
in  der  Tat  keine  Zeit  verloren  worden  und  schon
alles  vorbereitet,  um  den  frechen  Rauber  zu  Leibe
geren  zu  konnen.  Er  sing  an,  den  sellsamen
Kanz  der  da  anscheinend  so  seelenruhig  vor  ihm
saf,  fast  mit  aller  Avt  Gochachtung  zu  betrachten:
r  Mann  verstand  osienbar,  asch  und  entschlossen
landeln.  Wieder  mutte  Ambrosins  aus  den
zunhen  des  Junkers  dessen  Gedanken  erraten  haben,
un  er  äußerte:  -Glauben  Sie  nur  ia  nicht.  Herr
a“  daß  wir  8  nur  eine  Stunde  nerloren
.  Ich  bin  seit  zehn  M  michl  aus  den

 
 

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Aleidern  bekommen  und  hahe  ebenso  lana--  kein  "

Zum  stallenischen  Ausriff  auf  die  Balmatiaische  Küle.

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bis  70  Mann  zusammengeschmolzen.  In  dem

cingangs  erwähnten  amtlichen  Bericht  ist  belont,
  daß  die  französischen  Soldaten  den  Prieerwald
  als  „unsern  Wald“  ungleich  sinniger
bezeichnen  als  die  Deutschen,  die  ihn  „Todeswald“
  oder  „Wild  der  Witwen  “nennen.  Die
Phantasie  des  Berichterstatters  in  Ehren.  Uns
ist  indessen  von  einer  derartig  geschmackvollen
Benamsung  nichts  bekannt.  Am  4.  Juli  ist  aber
der  riesterwald  den  Franzosen  zum  „Todesd“

  gew  orden

—  mußten  wir  damit  rechnen,
daß  der  Feind  uns  den  Gewinn  bald  streitig
machen  würde.  Schon  in  der  Nacht  zum  5.
Juli  setzte  er  zu  dem  erwarteten  Gegenangriff
au.  Wir  konnten  diesen,  wie  auch  die  späteren,
abweisen.  Unter  den  Gefangenen  besinden  sich
auch  farbige  Franzosen.  Söhne  der  Insel  Reunion
  sind  es,  die  zum  Kampfe  für  Zivilisation
  und  Kultur  herangeholt  sind.  Nicht  nur
iu  ihrer  Unisorm  sind  sie  französische  Soldaten
seworden.  sondern  auch  in  ihrer  Gesinnung.
Denn  gleich  diesen  sagten  sie  bei  ihrer  Bernehmung
  aus,  daß  sie  den  französischen  Zeitungen
leinen  Glauben  mehr  schenken,  daß  sie,  des  Krieles
  müde,  den  Frieden  wollen,  sei  er  zu  Gunlen
  Frankreichs  oder  nicht.  Anscheinend  ist  diese
Stimmung  auch  in  der  Bevölkerung  nicht  sel-#en.
  In  Ponta-Mousson  sollen  Frauen  das
Automobil  des  Prasidenten  der  Republik  mit
zSteinen  beworsen  haben  unter  dem  Rufe,  sie
vollten  den  Frieden,  sie  wollten  ihre  Söhne
murückhaben.

"“

##ler.  5

Italien  im  Vierverband.
Rom,  20.  Zuli.  (Agenzia  Stefani.)  An
jäßlich  der  Ernennung  Barzilais  zum  Minister
durchzogen  seine  Wähler  und  zahlreiche  Abgeordnete
  die  Stadt  und  begaben  sich  vor  das

Beit  geschen.  Auch  mu  Herrn  Marimus  habe
e’ch  mir  zu  verhandeln  erlanbt  und  Zhre  Befehle
ergann  In  Austerdam  angelom  men,  halte  ich
iwei  Stunden  zeit,  bevor  mein  Schiff  in  See
tach.  Ich  benule  die  Krist,  um  iu  dem  Haudelsherrn
  zu  gehen  und  ihm  die  Lage  der  Tinge
auseinauderzuseen.  Er  weiß  nun  genau  Bescheid
und  wird  die  Zwischenzeit  nuyen.  Wenn  wu  in
Lolland  den  Zuß  aus  Land  seyen,  finden  wir
alles  bereit.

Aber  Sie  sind  ja  eine  wahre  Beile.  Mann!““
rief  der  Graf  erfrent.  „Ich  dante  Ihnen  von
Janzem  Herzen.“  Er  streckte  dem  vor  ihm  Siyenden
die  Hand  bin  und  schuttelle  die  luochige  Rechte,
velche  sich  bernd  in  die  seine  legte,  mit  warmem
Druck.  Ich  babe  bloß  meine  Pflicht  getan.  Ew.
Guaden,  aumuntelr  Ambrosius  einsach,  und  man
hörte  es  an  dem  Ton  der  Wort,  daß  es  nicht
gemachte  Bescheidenheit  war,  die  ihn  so  sprechen  licß.

moöchte  aber  endlich  vollig  llar  sehen,“
Eua##t  Günther  nach  einer  Pause.
agen  Sie  mir  doch,  wo  befsindet  sich  der
Dater  meiner  Brant  zurzeit,  und  wo  weilte  er
in  dem  Augenblick  des  srechen  Mädchenraubes?“,

Ambrosius  rückte  verlegen  auf  seinem  Stuble
hin  und  her.  „Das,  Herr  Graf,“  enlgegucte  er
dann  zogernd,  „darf  *  Ihnen  nicht  mitteileu.
(#w.  Gnaden  find-  ja  nicht  Miglied  unserer  Bundes.
Gedulden  Sie  sich  nur,  bis  der  Meister  selber
den  Schkeier  lüstet  und  Ihdnen  Ausschluß  uber
alles  gibt.  Das  eine  nur  will  ich  sagen:  Nicht
gemeine  Dinge  sind  es,  die  ungd  beschaftcen.  edel
und  broß  waren  von  jeher  die  ziiele,  nach  denen
vir  sireblen.  und  später  find  wir  gewachsen  mit
unseren  größeren  Zwecken.  Trachtelen  wir  vorber
indes.  drm  allgemrinen  Menschte  n  ldrale  naher  in
lommen  und  lagen  unsere  zzirle  ein  weg  nebel-1


bemerlte

 

haft  verschleiert  in  weiter  Verue.  lo  ilt  —  alles
.

 

Haus  Barzilais,  wo  ihm  große  Huldigungen
dargebracht  wurden.  Varzilai  ergriff  das  Wort
und  führte  u.  a.  aus:  Die  Tatsache,  daß  er
zur  gemeinsamen  Mitarbeit  mit  Männern  zugezogen
  wurde,  welche  den  Krieg  erklärten,  sei
eine  Bestältigung  dafür,  daß  in  Italien  alle
Parteien  in  einem  einzigen  Willen  geeinigt  seien.
Jlalien  würde  niemals  Frieden  oder  Waffenstillstand
  mit  dem  Erbfeinde  und  allen,  welche
ihm  offen  oder  versteckt  Hilfe  leisten,  schließen,
so  lange  man  nicht  Italien  mit  dem  Trentino
den  Wall  der  Alps#,  und  Triest  die  Freiheit
der  Adria  zurückgegeben  habe,  solange  nicht  die
Eroberung  dieser  Länder  zeige,  daß  in  Europa
die  Herrschaft  der  Freiheit  und  der  internatioitalen
  Gerechtigkeit  gegen  den  Egoismus  der
teutonischen  Vorherrschaft  eingesetzt  worden  sei.
Die  Rede  wurde  von  den  Zuhörern  mit  Begeisterung
  aufgenommen.

Die  Rede  Barzilais  wird  von  der  „Stampa“
solgendermaßen  kommentiert:  „Die  Rede  Barzilais
  in  Rom  hat  eine  Bedeutung,  die  über
den  persönlichen  Charakter  einer  Demonstration
Dinausgeht,  und  zwar  deshalb,  weil  sie  in  dem
für  Italien  entscheidenden  Augenblick  gehalten
wurde.-'’'  Die  „Stampa“  spricht  dann  von  den
Ergebnissen  des  Berichts,  den  General  Porro
dem  Konig,  Salandra  und  Cadorna  erstattete,
und  fügt  wegen  der  Aerabredungen  Porros
mit  der  französischen  Regierung  folgendes  hinzu:
,  Das  getroffene  Uebereinkommen  steht  jetzt  vor
der  Umsetzung  in  die  Tal.  Deshalb  sprach  Barfilui
  außer  von  Oeslerreich  auch  von  den  anderen
  Feinden  Italiens,  und  deshalb  hat  der
neue  Minister,  als  er  das  Bild  des  Krieges
erweiterte,  heute  den  Konflikt  über  die  Grenz-Werk


neunen

—lireden  au  ein  großes
gerichtel  das  ich
dar!  und  will.“

„  Schoön,  mein  lieber  Ambrosine,
Ludwin  Guniher,  Cich  will  mich
in  Gebermunse  drängen,
willig  enthullt.=Tamit

  brach  er  das  Gespräch  ab  und  bedeulele
  dem  durch  ein  Klingelzeichen  herbeigernienen
Philipp,  der  lroh  seiner  Pa:  temeintersunktionen  den
bpersöonlichen  Dienst  betl  seinem  Herrn  leinen  Tag
ausgegeben  halie,  für  Ambrofius  aufs  beste  zu

und  glorreiches
Ihnen  freuich  nucht

bemerkie
sepinen  nicht
die  man  mur  nicht  srei.

iorgen.  demselben  vor  allen  Tingen  einen  Imbiß
voriusetzen.  Ties  geschab  deun  auch  und  der  Ver
traute  des  -Meisers-  lat,  den  vor  ihm  auf·

getragenen  guten  Lingen  alle  Ehre  an,  so  daß
seibst  Plilipp,  der  soust  doch  ebenfalls  nicht  an
Appelitmangel  linl,  y  san  mu  Neid  zusah.
Nicht  viel  uber  ine  Wache  war  vergangen,
seildem  der  8  ult  er  von  Varel  Ambrosiu=  Kuntich
empfan  Da  kreuzte  ein  ganz  stattliches
Gesonoberr  n  r  Nordsee.  Vorau  zog  ein  Volljchisi,
  das  T  nur  sriedlichen  Handelszwecken
und  eigeuntlich  Achon  zu  einer  Fahrt  nach  Weitindien
  diente,  bereit  gelegen  hatle,  als  Ludwig
Guünther  sejne  Ordre  an  Velter  Martinus  er
gehen  ließ.  Das  Fahrreug  jtellte  gewissermaßen
das  slal!  Admiralschtif  dar.  Hur  befand  sich
Ludwig  untber  nebst  Philipvp  und  Ambroüsus
i.  In  der  Kiellinie  des  Dreimasters  iolgten
zwe  1  eischiffe,  einc  Schonerbrigg  und  ein  Treiaifelsjchoner.
  Auf  der  Höhe  von  Wangerooge
ver  —  sich  das  Schiff  des  „Meisters  5,  eine
ell  segelnde  Brigg,  mit  dem  Geschwader,  zu.
wurden  die  funszig  „derb  frisch  jeverländische
and  ostfriesische  Zungen  an  Bord  genonImca,  von
denen  Ambroslun  gesprochen  halte.  Nachdem  dies

 

geschehen,  wurde  der  Kriegsrat  auf  der  „Guldenen
4

 

frage  hinausgeschoben  und  unseren  Krieg  duf
sehr  viel  weitere  Grenzen  ausgedehnt.  Sicher
ist,  daß  die  Ungewißheiten  des  Krieges  bald
verschwinden  werden  und  unser  Krieg  sich  ausdehnen
  wird.  Auf  diese  Weise  kam  die  Bildung
des  Vierverbandes  zustande.  Die  Entente  wird
sester  begründet  erscheinen  und  die  militärischen
Kräfte  der  vier  Mächte  werden  harmonischer
zusammenwirken.  Sie  werden  die  Zentralmächte
und  die  Türkei  in  einen  furchtbaren  Kreis  von
Eisen  einschließen  und  damit  die  Kriegedauer
abkürzen.“  (3.)

Darnach  scheint  also  Italien  sich  immer  mehr
den  Wünschen  Englands  und  Frankreichs  gefügiger
  zu  machen.  Die  Kriegspolitik  Italiens
wird  trotz  aller  Mißerfolge  immer  abenteuerlicher.
  Die  Drohung  an  Deutschland  und  die
Türkei  läßt  uns  kühl.

Die  zweite  Niederlage  der  Italiener
  am  Isonzo.

Wien,  20.  Juli.  Aus  dem  Kriegspressequartier
  wird  gemeldet:  Während  die  Aktion
der  Verbündeten  gegen  die  Russen  so  schöne
Früchte  zeitigt,  erlitt  eine  groß  angelegte  Offensive
  der  Italiener  gegen  die  Isonzofxront
eine  empfindliche  Schlappe.  Der  Ansturm  war
außerst  heftig,  das  Artillerieseuer  von  unbeschreiblicher
  Wucht.  Dennoch  gelang  es,  fünf
feindliche  schwere  Batterien  niederzukämpfen.
Auch  der  Ansturm  der  italienischen  Insanterie
übertraf  alle  bisherigen  Angriffe  gegen  die
Jsonzofront.  Unablässig  wurden  neue  Massen
ins  Feuer  geworsen.  Trot  dieser  Ausopferung
von  Tausenden,  die  diejenigen  der  letzten  grohen
Isonzoschlacht  bei  weitem  übersteigt,  mußten
die  Sturmhaufen  immer  wieder  regellos  und
de  miert  zurückgehen.  Alle  Angriffe  der  Italiener
  waren  hauptsächlich  gegen  das  Plateau
von  Doberdo  und  den  Görzer  Brückenkopf  gerichtet,
  erstredten  sich  aber  auch  auf  das  Kärntner
  und  Tiroler  Gebiet.  Auch  in  diesen  Teilen
unserer  Front  wurden  die  anstürmenden  Jtaliener
  unter  großen  Verlusten  wurisgewose,

Die  Italiener  auf  der  Plünderung.

Florenz,  20.  Juli.  Nach  „Unita
Jlalia“  wurde  in  San  e  ein  Kapuzinerlioster
  geplündert,  weil  man  die  Mönche  in
Verdacht  hatie,  iu  di  zu  sein.  (.3.)

&  Die  ——

Dae  Winseln  um  die  Balkanstaaten.

Paris,  20.  Juli.  Die  Presse  bringt  fort.
geseht  Meldungen,  in  denen  sic  die  Diplomatie
des  Vierverbandes  auffordert,  durch  Konzeiionen
  die  Balkanftaaten  fur  die  Sache  des  Vierverbandes
  zu  gewinnen.  Im  „Gaulois“  erklart
der  Deputierte  Delafosse,  die  Alliierten  hätten
#ie  Dardanellenaktion  nicht  unternehmen  dürsen,
  ohne  sich  vorher  der  militarischen  Hilfe
Bulgariens  versichert  zu  haben,  weil  sie  die
(örundbedingung  des  Erfolges  wäre.  Man
hälte  Bulgarien  alles  geben  müssen,  was  es
verlangte,  denn  die  Alliierten  hätten  es  geben
lonnen.  Man  musse  um  jeden  Preis  eine  Inter-Hôte“

  diesen  Namen  wührte  das  Vomeam  Luswin
  Gunthers  —  gehalten.  Temselden  wohnic
auch  der  treuc  Oumann  von  Wangervoge.  der
ziun  jemen  Söhnen  naturlich  an  der  Expedinon
eilnahm,  bei.  Schi#er  halten  das  Schmugglersch#f,
  das  in  diesen  Gewässein  ein  belannter  und,
der  gelegentlich  auch  betrichenen  eräk  rr.  balber.
ein  gefurchleter  Gast  war,  zmer  m  vorher  jenseils
der  Wesermündung  bemerkt.  So  wurde  denn
beschlofien,  alle  Segel  begusenen  und  die  Verfolaung
  des  Raubers  aufzunehmen.  Was  von  den
lleineren  Schiffen  nichl  mulommen  lonnic,  sollie
folgen.  Tie  „Guldene  Rose“  war
Segler,  und  die  Brigg  des  Meisterr.
Namen  „Sopbie“  führte,  war  geradeim  beruhmt
durch  ihre  Schnelligleit.  Das  ganze  Geschwader
segelle  unter  der  Kuypphauser  Flagge.  die  damals,
wo  Napolcon  bercits  seine  Hand  auf  ganz  Nordwest
  Teutschland  gelegt  und  dem  trongen  Albion
mn  der  Kontinentaliperre  zu  Leibe  ging.  von  den
Kaufsahrteischiffen  aller  Nationen  als  neutrale
Flagae  sehr  gesucht  war.  Das  Gluck,  das  in
seinen  unbegreiflichen  Launen  ja  so  ofl  dem  Unwürdigen
  bold  ist,  die  Edelsten  und  Been  aber
im  Such  laßt,  war  diesmal  mit  der  gulen  Sache.
Tie  „Guldene  Roie-  und  die  Sophie“  waren
den  übrigen  Schiffen  weit  voraus,  als  sie  nach
langerem  fruchtlosem  Kreuzen  und  Suchen  endiich
am  Morgen  des  druten  Tages  des  Schmugglers
gewahr  wurden,  und  zwar  jenseits  Helgolands.
Der  Geguer  mußte  im  Dunlel  der  Nacht  unbemerlt
  an  ihnen  vorbergejahren  sein.  Auf  den
Rat  von  Amdrosius  hm.  dem  der  Meister-  gegen
den  Wunsch  und  Willen  Ludmig  Gunthers  folgte.
war  man  nach  ergebnislosem  Absuchen  der  ganzen
Kuste  n  der  Gegeno  der  Jade  und  Wiermundung
in  nordwestlicher  Richtuna  wellergesahren  und  so
dem  gejuchten  Schisie  aul  die  Spur  gelommen.