Volltext : Eperimentelle und kritische Beiträge zur Neubearbeitung der Vereinbarungen. I. Band. (1)

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Fälschung  des  Schmalzes  mit  Talg  ausgeführt  worden  ist.  Hierdurch  gewinnt  aber
die  Methode  nur  an  Wert,  denn  alle  zur  Fälschung  des  Schmalzes  geeigneten  tierischen
  Fette  haben  nach  bisheriger  Beobachtung  kleinere  D.  Z.  als  19.  Der  kleinste
Unterschied  zwischen  der  D.  Z.  beider  Fette  berechnet  sich  auf  4,3  (19—14,7)
und  der  größte  auf  8,2  (21—12,8).  Aus  dem  sich  hieraus  ergebenden  Mittel  6,3
berechnet  sich,  daß  ein  Zusatz  von  10°,  Talg  die  D.  Z.  des  Schmalzes  nur  um  0,63
herabsetzen  kann.  Es  würde  daher  die  höchste  D.  Z.  des  Schmalzes  21  erst  durch
einen  Zusatz  von  40°/,  Talg  auf  18,5  herabgesetzt  werden.  Die  in  nachstehender
Tabelle  B  verzeichneten  Ergebnisse  zeigen  jedoch,  daß  Gemische  von  Talg  und  Schmalz
zwar  mittlere  E.  P.  geben,  die  aber  nicht  dem  arithmetischen  Mittel  entsprechen,
sondern  sich  mehr  dem  höheren  E.  P.  des  Talges  zuneigen.  Diese  Erscheinung  wird
stets  eintreten,  weil  die  E.  P.  des  Talges  immer  höher  liegen  als  die  des  Schweineschmalzes.


Die  S.  P.  der  festeren  Sorten  Schweineschmalz  erreichen  oft  dieselben  oder  annähernd
  die  gleichen  Schmelzpunkte  wie  Talg.  In  derartigen  Gemischen  wird  der
S.  P.  des  Schmalzes  durch  den  Talg  überhaupt  nicht  erhöht  (vergl.  Tabelle  B,
Vers.  1  bis  4).

Bei  den  weicheren  Sorten  Schweineschmalz,  deren  S.  P.  niedriger  liegen  als  die
des  Talges,  zeigen  die  Gemische  beider  Fette  wohl  eine  Erhöhung  der  S.  P.  des
Schweineschmalzes,  die  aber  weit  geringer  ist,  als  diejenige  der  E.  P.

Von  den  zahlreichen  Bestimmungen  der  D.Z.  in  reinen  Fetten  und  deren  Gemischen
  enthalten  die  nachstehenden  Tabellen  A  und  B  (Seite  46  u.  47)  eine  instruktive
  Auswahl.

Aus  den  D.Z.  der  Tabelle  A  ist  zu  ersehen,  daß  Rindertalg,  Kalbsfett  und
Butterfett  sehr  nahe  übereinstimmende  D.Z.  haben.

Da  die  höheren  oder  niedrigeren  S.  P.  des  Fettes  einer  Tiergattung  auch  stets
entsprechende  E.P.  zur  Folge  haben,  so  werden  hierdurch  und  durch  die  hiermit  im
Zusammenhang  stehende  härtere  oder  weichere  Konsistenz  des  Fettes  seine  D.Z.
nur  wenig  beeinflußt.  Weicheres  (amerikanisches)  Schweineschmalz  hatte  meistens
D.Z.von  19  bis  20  und  festeres  Schmalz  solche  von  20  bis  21.  Hieraus  ergibt  sich
auch  die  durch  die  Versuche  bestätigte  Tatsache,  daß  in  weichem  Schmalz,  welches
in  der  Praxis  wohl  vorzugsweise  mit  Talg  gefälscht  werden  dürfte,  schon  ein  kleinerer
Prozentzusatz  von  Talg  nachgewiesen  werden  kann  als  in  festerem  Schmalz.

Besonders  ist  noch  darauf  hinzuweisen,  daß  durch  Beimischungen  von  Baumwollsamenöl
  bis  zu  10°,  sowohl  die  D.Z.  von  Schmalz  und  Talg,  als  auch  die  ihrer
Gemische  kaum  verändert  werden.

Im  Hinblick  darauf,  daß  umfangreichere  Untersuchungen  von
Schweineschmalz  noch  eine  etwas  kleinere  D.Z.  als  19  ergeben  könnten,
ist  aus  vorstehend  mitgeteilten  Versuchen  der  Schluß  zu  ziehen,  daß
Schweineschmalz  mit  Talg  oder  anderen  Fetten,  die  eine  niedrigere  D.Z.
alsSchweineschmalz  haben,  als  gefälscht  anzusehen  ist,  wenn  die  in  dem
Schmalze  gefundene  D.Z.  kleiner  ist  als  18,5.

Sollte  sich  auf  Grund  wumfangreicherer  Untersuchungen  für  reines  Schweine-