— 250 —
IV. Kapitel.
Bismarchs Kampf mit der Papftkirche.
Es kann nicht daran gedacht werden, im Rahmen
dieser Darstellung eine eingehende Entwickelungsgeschichte
dieses Kampfes zu geben. Es kann sich dem ganzen
Charakter dieses Dersuchs nach nur darum handeln, die
persönlichen Motive aus eigenen Keußerungen des Kanzlers
zu eruieren. Dabei fehlt mir ebenso eine apologetische
wie eine verklagende Tendenz. Nach dem definitiven
Lehlschlag des Rampfes, dem wir als Knaben zujubelten,
den wir als Jünglinge ruhmlos ersterben sahen,
gilt es, ihn aus dem Charakter und der Zuffassung des
Dorkämpfers zu verstehen. Es soll zum voraus bemerkt
werden, daß die Darstellung in den „Gedanken und Erinnerungen“
doch ein sehr stark nachgedunkeltes, einseitig
apologetisches Erinnerungsbild ist. Freilich die folgende
hHauptstelle enthält die volle Wahrheit ½:
„Sür mich war die Richtung unfrer olitik nicht durch
ein konfessionelles Jiel bestimmt, sondern lediglich durch
das Bestreben, die aur dem Schlacht
feld gewonnene Einfestigen.
Ich bin in konfef-