Contents : Sächsische Bürgerkunde.

1.  Direkte  Gemeindesteuern.  57

sind  in  erster  Linie  die  Erträgnisse  des  Gemeindevermögens
  bestimmt,  dann  die  Einkünfte  aus  den  wirtschaftlichen
  Unternehmungen,  den  sog.  werbenden  Anlagen,
  weiter  aus  den  Gebühren  für  Benutzung  der
Gemeindeeinrichtungen  (Marktgelder,  Fleischbeschaugebühren
  u.  dgl.).  Reichen  diese  Einkünfte  nicht  aus
—  und  das  ist  wohl  stets  der  Fall  —  so  wird  der  Fehlbetrag
  durch  Geldbeiträge  der  Gemeindemitglieder  aufgebracht,
  die  Gemeindeabgaben.  Äußerstenfalls  sind
Anleihen  aufzunehmen.

Jedes  Gemeindemitglied  hat  zu  den  Gemeindelasten
verhältnismäßig  beizutragen.

Die  Heranziehung  zu  den  Gemeindelasten  kann  wegen
des  Grundbesitzes  nur  dort,  wo  das  Grundstück  gelegen
ist,  wegen  Gewerbebetriebes  nur  dort,  wo  die  gewerbliche
  Niederlassung  besteht,  erfolgen.

Befreiung  von  Gemeindeleistungen  steht  den  Mitgliedern
  des  Königlichen  Hauses  für  ihre  Person  und
abgesehen  vom  Grundbesitze  zu,  ferner  aktiven  Militärpersonen
  und  Offizieren,  gemeinnützigen  Stiftungen,  Armengeldempfängern
  usw.

Die  Steuern  teilt  man  ein  in  direkte  und  indirekte.
Direkte  Steuern  sind:  Die  Einkommensteuer,  die  Vermögenssteuer,
  die  Kopfsteuer,  die  Kapitalrentensteuer,  die
Grundsteuer,  die  Mietsteuer,  die  Gewerbesteuern,  die
Hundesteuer.  Alle  übrigen  Steuern  sind  in  direkte.

1.  Direkte  Gemeindesteuern.

Die  Einkommensteuer  wird  in  allen  größeren  Gemeinden
  erhoben,  meist  in  Anlehnung  an  die  staatliche
Einkommensteuer.

Die  Vermögens-(Ergänzungs-)  Steuer  ergreift  das
Kapitalvermögen  als  solches;  sie  lehnt  sich  an  die  staatliche
  Ergänzungssteuer  an.

Die  Kapitalrentensteuer  ergreift  das  Einkommen
aus  Renten  als  solches,  sie  erstrecht  sich  also  auf  Kapitalzinsen,
  Renten,  Dividenden  von  Aktien  u.  dgl.