Full text : Das Civil-Medizinal-Wesen im Königreiche Bayern. 3. Band. Die Medizinalpolizei (Fortsetzung). (3)

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zusetzen  ist.  Statt  des  Blasbalgs  dient  auch  die  in  dem
Rettungs-Kasten  befindliche,  besonders  dazu  eingerichtete  Spritze.
Uebrigens  kann  auch  das  Einblasen  mit  einer  bloßen  Röhre
durch  pen  Mund  des  Rettenden  geschehen,  mit  derselben  Vorsicht
  wie  hier  angegeben  wurde;  (diese  Röhren  werden  auch  dem
Rettungs-Apparate  beigelegt).  Da  durch  das  Luft-Einblasen
das  Einathmen  nachgeahmt  werden  soll,  so  muß  man,  so  wie
die  Luft  eingeblasen  ist,  die  Hände  von  Mund  und  Nasenlöchern
entfernen,  und  durch  sanftes  Drücken  an  der  Brust  von  unten
nach  oben  ras  Ausathmen  wieder  zu  befördern  suchen.

7)  Sollte  sich  hierauf  das  Athmen  einzurichten  beginnen,
so  muß  damit  doch  in  etwas  längeren  Zwischenräumen  fortgefahren
  werden.  Sollte  sich  aber  das  Athmen  nicht  sobald
einstellen,  so  ist  mit  diesem  Mittel  in  abgesetzten  Zwischenräumen
  bis  acht  Stunden  anzuhalten.  Das  Einblasen  selbst  ist
mit  größter  Behutsamkeit  vorzunehmen,  daß  die  Luft  nicht  mit
Gewalt  hineingesteßen  werde.  Ist  der  Mund  offen  und  nicht
gewaltsam  verschlossen,  so  ist  die  Zunge  sanft  etwas  vorwärts
zu  ziehen,  und  zugleich  abwärts  zu  drücken,  damit  der  Kehldeckel
  gufwärts  gezegen  werde,  und  die  Luftröhreneröffnung
nicht  verschlossen  bleibe,  und  so  die  Luft  in  die  Lunge  und  nicht
in  den  Magen  gelange.

8)  Mit  dem  Lufteinblasen  muß  die  Erwärmung  des  Körpers
verbunden  werden,  indem  man  warm:  Tücher  oder  Decken  um
den  Verunglückten  schlägt,  riese  immer  wieder  von  Neuem  erwärmt,
  oder  in  heißes  Wasser  taucht,  und  um  die  Brust,  Leib
und  Füße  schlägt.  Nach  Erforderniß  können  Flaschen  mit  heißem
Wasser  angefüllt  und  mit  Tüchern  umwickelt  in  die  Gegend
des  Magens  und  unter  die  Achseln  gelegt  werden;  eben  so  auch
heiße  umwickelte  Backsteine  an  die  Füße.

9)  Man  besprenge  zugleich  das  Gesicht  und  bestreiche  die
Schläfe  und  die  Gegend  hinter  den  Ohren  mit  Branntwein,
Wein  oder  einen  Spiritus;  dann  setze  man  ein  reizendes  Klystir
von  warmem  Wasser  und  Branntwein.  Nun  fange  man  an,  gelind
zu  reiben,  zuerst  die  äußeren  Gliedmassen,  daun  das  Rückgrat
herunter,  und  setze  das  Reiben  allmählig  zu  dem  Ugnterleibe
und  der  Brust  sort.  Beim  Reiben  des  Unterleibes  und  der
Brust  sind  die  Eingeweide  gelind  gegen  das  Zwergfell  zu  drücken.

lan  sorge,  daß  beim  Reiben  der  Körper  so  wenig  als  Möglich
entbläßt  werde;  das  Reiben  selbst  t  geschieht  mit  dex  warmen