Full text : Das Handelsgesetzbuch für das Deutsche Reich. Zweiter Band. (2)

Nr.  11.

Nr.  1.

Nr.  2.

130  II.  Buch.  Handelsgesellschaften  2c.  J  243  (Nr.  10—11),  8  244  (Nr.  1—2).

der  Gesellschaft  genügende  Zeit  für  die  Beschaffung  von  Ersatz  gelassen  werden.
Aus  wicht  ####  Gründen  ist  sofortiges  Ausscheiden  selbst  trotz  des  #g  Kachen  Verzichts
zulässig.  (B.G.B  §  671).

Bei  Entgeltlichkeit  ist  grundsätzlich  die  Wahlperiode  einzuhalten.  Bei
festen  Bezügen,  die  auch  vorliegen,  wenn  das  Aufsichtsratsmitglied  feste  Vergütun
neben  Tantieme  oder  einen  festen  Mindestbetrag  bei  Tantieme  erhält,  ist  vorzeiti
Ausscheiden  nur  aus  wichtigen  Gründen  unter  Belassung  von  Zeit  für  die  Beschaffung
  von  Ersatz  zulässig;  doch  kann  auch  sofortiges  Ausscheiden  durch  wichtige
Gründe  gerechtfertigt  sein.  Die  danach  zur  Unzeit  stattfindende  Niederlegung  st
unwirksam  und  kann  schadenersatzpflich  g  machen.  (Staub-  Pinner  Anm.  9,
Makower  Nr.  VI,  Brand  Nr.  ejz  anders  erste  Auflage).  Bei  nicht  festen  Bezügen
(Tantieme)  gilt  regelmäßig  dasselbe.  Nur  für  den  Ausnahmefall,  in  welchem  das  Aufsichtsratsmitglied
  nicht  in  einem  dauernden  Dienstverhältnis  steht,  also  etwa  die  Wahl.
auf  einen  ganz  kurzen  Zeitraum  erfolgt  ist,  bedarf  es  bei  nicht  festen  Bezügen  zwar  für
das  sofortige  Ausscheiden,  nicht  aber  für  das  Ausscheiden  bei  Belassung  gehöriger
Zeit  für  Ersatz,  eines  wichtigen  Grundes.  (B.G.  B.  S#§  627,  671  Abs.  2,  675).  Der
Gesellschaftsvertrag  kann  hier  überall  abweichend  bestimmen.  Wem  gegenüber  die
Niederlegung  zu  erklären  ist,  kann  durch  den  Gesellschaftsvertrag  oder  sonst  wirksame
  Anordnung  der  Gesellschaft  bestimmt  werden;  ist  nichts  bestimmt,  so  erfolgt

ie  Niederlegung  gegenttber  dem  Vorstand  als  ordentlichen  Vertreter  der  Gesellschaft
(K.G.  in  O.L.G.  Rechtspr.  XI  S.  399).  Wer  niederlegt,  hat  im  Zweifel  Anspruch
auf  die  Bezüge  für  die  Zeit  seiner  Tätigkeit  (val.  Staub-.Pinner  5245  Anm.  16).

10.  Alteres  Recht.  Abs.  1  ist  dem  früheren  Recht  entnommen.  Die  Wahlperiode
  (Abs.  2  und  3)  war  früher  dahin  geregelt,  daß  die  Wahl  des  ersten  Aufsichtsrats
  für  die  Dauer  des  ersten  Geschäftsjahrs  und,  wenn  dies  kürzer  als  ein  Kalenderjahr
  seit  Eintragung  des  Gesellschaftsvertrags  war,  bis  zum  Ablauf  des  am  Ende
dieses  Jahres  laufenden  Geschäftsjahrs  galt,  während  später  der  Aufsichtsrat  nicht
auf  länger  als  fünf  Geschäftsjahre  gewählt  werden  konnte  (dazu  Ring  A.G.  S.  496f.).
Bei  der  am  1.  Januar  1900  laufenden  Wahlperiode  muß  es  verbleiben,  insoweit  sie
dem  alten  Recht  entspricht,  auch  wenn  sie  mit  dem  neuen  Recht  nicht  verträglich  t
Für  Neuwahlen  nach  dem  1.  Januar  1900  gilt,  da  es  sich  um  eine  organisatorische
Bestimmung  handelt,  neues  Recht.  Der  Widerruf  (Abs.  4)  bedurfte  früher  nach
zwingender  Vorschrift  einer  Mehrheit  von  ¾  des  in  der  Generalversammlung
vertretenen  Grundkapitals.  Die  jetzige  Vorschrift,  wonach  der  Gesellschaftsvertrag
die  Mehrheit  anders  bestimmen  kann,  ergreift  bei  Entgeltlichkeit  der  Stellung  den
Dienstvertrag,  weil  derselbe  seitens  der  Gesellschaft  für  sofort  durch  Widerruf  kündbar
ist,  mit  dem  1.  Januar  1900  (E.B.  G.B.  Art.  171).  Die  Gesellschaft  ist  hier  in  der
Lage,  den  Gesellschaftsvertrag  so  zu  ändern,  daß  eine  geringere  Mehrheit  der  General.
versammlung  den  Widerruf  beschließen  kann,  und  daraufhin  den  Widerruf  vorzunehmen.

8  244.

Jede  Anderung  in  den  Personen  der  Mitglieder  des  Aufsichtsrats
ist  von  dem  Vorstand  unverzüglich  in  den  Gesellschaftsblättern  bekannt  zu
machen.  Der  Vorstand  hat  die  Bekanntmachung  zum  Handelsregister

einzureichen.
Entw.  1  §  224,  II  56  239;  Denkschr.  I  S.  141,  II  S.  3209;  A.  D.  H.  G.  B.  —

1.  Die  Mitglieder  des  ersten  Aufsichtsrats  waren  schon  früher  und  sind  auch
jetzt  wenigstens  dem  Registergericht  des  Sitzes  bekannt  und  von  ihm  zu  peröffentlichen
(§5  195  Abs.  1,  Abs.  2  Z.  4,  199  Abs  1  Z.  4,  vgl.  201  Abs.  4).  Anderungen
in  dem  Personenbestand  kamen  früher  nicht  zur  Veröffentlichung.  Auch  das  Registergericht
  erfuhr  sie  nur,  soweit  sie  sich  aus  Generglversammlungsprotokollen  ergaben.

2.  Der  Vorstand  ist  verpflichtet,  jede  Anderung  unverzüglich  (ohne  schuldhaftes
  Zögern,  B.G.B.  §  121)  in  den  Gesellschaftsblättern  (§  182  Abs.  3)  bekannt
l  machen  und  die  Bekanntmachung  zum  Handelsregister  einzureichen.  Er  genügt

iesen  Pflichten  in  der  Besetzung,  wie  er  überhaupt  Willenserklärungen  abgibt  (5  232).
Für  die  Form  der  Bekanntmachung  entscheidet  im  übrigen  §  182  Abs.  2  Z.  6.  Das
Gesetz  bestimmt  nicht,  ob  die  Bekanntmachung  nur  zu  dem  Register  des  Sitzes  oder