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Daß unter solchen Verhältnissen bei den Deutschen manchmal die Gemhtlichkeit aufhörte urd sie die wider-
haarigen Pisangs mit rauhen Hünden anfasten, war nicht zu verwundern. Doch keine schändliche Gewaltthat,
etwa Frauen gegenüber, ist je verübt worden, und die Fraugosen sahen Überall ein, daß diese angeblichen Teufel
im Grunde gutherzige Menschen waren. Dann kam anch bei ihnen oft der liebenswürdige Charakter der Nation
unter der traurigen Hülle von Verblendung und Fanatismus zum Vorschein. Befonders staunten sie über die
durch nichts zu erschütternde deutsche Kriegszucht und den unverbrüchlichen Gehorsam der Soldaten gegen alle Vor-
gesetzten. Der Krieg wird immer eine schwere Geißel sein, und daher gebietet verstandesgemäße Selbsterhaltungs-
pflicht den Angehörigen des besiegten Volkes, die keine Waffen tragen, den Siegern eine schonende Kriegführung
zu ermöglichen. Die Franzosen vergaßen das gar sehr und mußten dafür büßen; sie klagten dann über traurige
Vorgänge, die sie selbst hervorriefen, und erfüllten die Welt mit ungerechtfertigten Beschuldigungen gegen die wilden
„Prussiens“. Leider mißbrauchten sie auch die ihnen erwiesene Güte nicht selten und wurden erst recht aufsässig.
Wie oft kam den Unsern
der Gedanke: gottlob, daß
nicht die Franzosen nach
Deutschland gekommen
sind; unzweifelhaft wür-
den diese in ihrem durch
Siege gesteigerten Über-
mut ganz anders gehaust
haben. Schon die höhere
Bildung der Deutschen,
von denen so viele die
Sprache des fremden Lan-
des redeten, brachte den
Franzosen große Erleich-
terungen.
Fechten, frieren, hun-
gern, hetzen war das Los
der Deutschen an der Loire. Die Franzosen jammerten über die Leiden ihrer Landsleute, die doch den großen
Vorteil hatten, in der Heimat zu sein. Die Deutschen, den gleichen Drangsalen in der feindlichen Fremde aus-
gesetzt, sehnten sich wohl nach dem Frieden, aber waren dennoch bereit, so weiter um die ganze Welt zu laufen,
um ihn zu einem ehrenvollen zu machen.
Unendliches Elend kam über diese Gegenden. Zahlreiche Dörfer auf den Schlachtfeldern lagen öde und von
Menschen gemieden in Asche, unzählige Bewohner in den von den endlosen Truppenzügen heimgesuchten Strichen
verloren ihre ganze Habe. Krankheiten brachen aus, von denen auch die Deutschen nicht verschont blieben. Zum
Glück waren sie wenigstens durch die beim Heer übliche Impfung gegen die schwarzen Pocken, die unter den
Franzosen fürchterlich wüteten, fast ganz gefeit. Wie viele Menschen die Franzosen in diesen Loirekämpfen auch
außerhalb der Schlachtfelder einbüßten, ist kaum zu ermessen. Nicht bloß, daß von ihren schlecht und gar nicht
gepflegten Verwundeten eine überaus große Menge einging, auch Unversehrte brachen entkräftet zusammen. Die
Straßen lagen voll von diesen Unglücklichen. Und dennoch hat die Beauce nur einen Teil des Jammers, den
die Fortsetzung des Krieges auf Frankreich häufte, gesehen: auch andere Gebiete mußten ein gleich vollgerütteltes
Maß auf sich nehmen.
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