Full text : Regierungs-Blatt für das Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach auf das Jahr 1855. (39)

Nummer  03

A#len  E##  Al#e##e

 

gewisse  Mißbräuche  vorgesallen  sind.  Geldsendungen
  nach  Deutschland  können  also  nur  im
Wege  der  bankmäßigen  Ueberweisung,  der
Ueberweisung  durch  die  Postsparkasse  oder  durch
Bargeldübersendung  mit  Geldbrief  erfolgen.  Im
letzten  Fall  hat  der  Absender  die  deutschen  bezw.
italienischen  Noten  sich  selbst  zu  verschafsen  und
direkt  nach  Deutschland  oder  Jtalien  zu  übersenden.
  (3.)

Englische  Versprechungen  an
Indien.
Vondon,  15.  März.  Lord  Haldane  hielt

bei  dem  Empfang  indischer  Studenten  eine  Ansprache,
  in  der  er  ausführte:  Wir  bedürfen  aller
Cnergie  und  allen  Geschi  des  zu  dem  Kampf  für
die  Freiheit  und  das  4&  Leben  gegen  eine  große
Nation,  die  so  viel  für  die  Wissenschast  und
die  Zivilisation  tat,  aber  den  Verstand  ver
loren  zu  haben  scheint.  (I)  Das  britische  Reich
wird  durch  moralische  (7)  und  nicht  burch  ma
terielle  Bande  zusammengehalten.  Die
aussage,  daß  die  Indier  in  dem  kubser
Momente  versagen  würden,  hat  sich  nicht  bewmahrheitet.
  Die  indischen  Soldaten  seut  für
Freihein  und  Humanität  (1),  wie  wir  selbst.
Da  Indien  Lreiwillig  (öut  und  Blut  hergibt,
lonnen  die  Dinge  nicht  bleiben,  wie  sie  sind.
Wir  werden  durch  diesen  großen  Kampf  zusammengzebracht
  und  wurden  uns  der  Einheit
bewußt.  Dadurch  entstanden  Beziehungen  zwischen
  England  und  Indien,  die  früher  nicht
vorhanden  waren.  Unier  Sien  wird  der  Sieg
des  Reicher  ald  ein  Ganzes  sein  und  muß  es
auf  ein  bõt  eres  Niveau  heben.  (  3.)  Diiese
Worte  sind  cin  Musterbeispiel  für  englische  Henchelei
  und  Anmaßung.  Jndien  laun  gar  viel
davon  erzählen.

tgom

  westlichen  Sriegsschanpiatz.

Reims  vernichtet.

Haag,  15.  März.  Die  Londoner  „Morningpon"
  meldel  aus  der  Champagne:  Reims

Während  des  Vombardements
Tage  verloren  über  110  Einwohner
  ihr  Leben.  Der  einzige  wirklich  sichere
Aufenthalt  ist  der  Keller.  Sämtliche  Kellerräume
  sind  voll  besetzt.  Dort  bilden  die  Einwohner
  lleine  Gemeinschaften.  Kinder  werden
unterrichtet,  und  Geiflliche  hallen  Gotlesdienste
ab.  In  der  ganzen  Siadt  sieht  leine  einzige
Apothele  oder  Bäckerei  uill;  sie  alie  müssen
für  das  Heer  liefern.  ().)  Die  meisten
Bewohner  sind,  wie  schon  erwähnt  wurde,  nach
Paris  abgezogen.

ist  vernichtet.
der  letzten  10

Französische  Verluste.
Paris,  15.  Mär:.  Gelegentiich  einer  Feierlichleit
  in  der  Normalschule  sagte,  wie  der
„Temps“  mitteill,  der  Direllor:  Von  21/771
Schülern,  die  wir  an  der  Front  hatten,  fajt
alles  Offiziere,  sind  45  tot,  12  vermißt,  74
verwundet  und  25  gefangen.  Von  200  Menschen

  sind  also  150  ausgeschieden.  (J.)

Von  der  elsässisch  schweizerischen

Grenze.

Karlerube.  15.  März.  Am  15.  Mätz  tritt
die  vollftändige  Absperrung  des  Oberelsatz  gegen
  die  Schve#  in  Krast.  zwischen  der  durch
einen  hoben  T  Drahtzaun  gelennzeichneten  Sperrlinie
  und  der  Schweizergrenze  liegt  die  für  den
Verkehr  freigegedene  neutrale  Zone.  Für  die
ô.zivilbevöllerung  ist  jeder  Verlehr  über  die
Sperrlinie  verholen.  (..)

"·  ""

Der  neue  Bankdirektor.

Nenen  von  Reinbold  Ortmans.

(Nachdruck  verboten.)
lind  leben  wir  nicht  im  einem  freien
Lande,  das  keine  Unterichtede  der  Geburt  und
der  Kaste  kennt?  Aliein  der  Ferf#nliche  Wert
eines  Menschen  ist  es,  nach  dem  sich  in  unserer
glorreichen  Republik  jeine  Schatzung  bestimm  —
nicht  die  Farbe  seiner  Haimu  und  die  Neinneit
jeines  Blutes.  Und  du,  dus  Kind  meiner  geliebten,
  unvergeßlichen  Schwester  —  die  einiige
Crinnerung,  die  mir  an  sie  geblieben  ii:
dn  solltest  in  meinen  oder  meiner  Angehörigen
Augen  der  Abkömmling  einer  tiefer  stehenden
Rasse  sein?  Wahrlich,  Conchita,  von  allen
schmerzlihen  Krantungen,  die  du  mir  berens
zugeng:,  und  die  ich  um  meiner  Liede  zu
dir  und  um  meiner  heiligen  Pflichten  gegen  die
Verftordene  willen  ge  duldig  hingenommen,  war
noch  teine  so  graufam  und  ungerecht  wie  dies.“

Seine  Stimme  zilierte  ein  menig,  und  obwohl
  er  #mi  ieiner  sianlichen  Gestalt  das  zierliche
  Geschepichen  da  vor  ihm  um  ein  beir###t:
liches  uben  u  ½t  atte  er  do;  5  ganz  das  Aussehen
  tius  .  -«1,«nm  zl  induun  Dulders.

ar  aujri.ting  beuimn  1/115  13
ihre  Aucene  mn-  mulden  VBerwuri  aln  Conchta
ruhen.  Diese  aber  zeigte  sich  ganz  unbemwegt,
und  statt  der  reuigen  Amwort,  die  del  Bacco
vielleicht  erwartet,  ha#te  sie  nur  ein  trotiges
E.hweigen.

Sennor  del  Vasco  wartete  eln  paar  Sekunden
  lang,  dann  fuhr  er  noch  weicher  und
eindringlicher  sort:  „Nein,  ich  entbinde  dich
nicht  von  deiner  verwandtschaftlichen  Pflicht,

16

   
 

der  Amupf  jar  See.

Die  esfektive  Blockade  deutscher

Häfen.
Kopenhagen.,  14.  März.  „National  Ti
tende“  meldet  aus  Parid:  Die  Blocade  deutscher

  Häsen  mid  in  den  nächsten  Tagen  veröffentlicht
  werden.  Man  erwartet  nur  Poincares
  Unterschemmu.  Die  Blockdae  soll  mit  Anfang
  näch'ter  Woc#ze  efselliv  werden.  Neutrale
Schissofüllrer  bind  von  der  itanzöi  sischen  Regierung
  ausgeserdert  worden,  einen  neutralen  Hasen
  anzuleusen,  wo  die  französische  NRegierung
die  Ladung  des  Schisie:  auf  giechung.  des
Schissosühre.  relufen  wird.  ()).  Selbst
wenn  diejen  eioung  sich  benatigen  pai  ilte  brauchen
  wir  un  dadurch  nicht  zu  ätigiligen.  Denn
so  leicht  lärt  sich  diese  Vloclade  nicht  ausführen.
  Sei.  712  Winnaien  schon  wird  sie  versucht,
  ohne  dag.  inrt=  Turchführung  gelungen
wäre.  Der  Schutz  unjerer  Küsiengewässer  ist
in  jeder  Hinsicht  sichergestellt.
Die  Verluste  des
London,  März.  Unter  den  bei  dem
Untergange  des  Hilfelreuzers  „Bayano'“  Ertrunkenen
  befinden  sich  der  Kapitän  des  Schlfses
  und  13  Ofsiziere.  (3).)
Französische  Schiffsverluste.
QZamburg,  15.  März.  Wie  das  hollandische
Presrureau  Hagar  aus  London  meldet,  verlautel
  dort  von  der  Torpedierung  dreier  Dampser
  französischer  Nationalität,  die  von  der  fraujösischen
  Admiralitäl  geleim  gchallen  wird.

„Bayano“.

15.

Die  Vernichtung  des  Indian  C  r.¾

London,  15.  März.  Der  englische  Daer
„Indian  Citn  ,  eines  der  fünf  von  r#  .
ocrIcnltcnVandclpichmcIslaistlsMc11»  JorchIHSUI1k.anfdckzzölscvon»Stil«-zins-

  der  Szilly-Inseln,  angegrissen  worden.
Das  deutsche  Unterseeboo!  blieb  eine  Stunde
lang  in  der  Nähe.  Eine  große  Menge  sah  von
der  Küfste  aus  dem  Schauspieie  zu.  Das  Unterserboot
  Binderle  die  Besatzung  nicht,  sich  in  einem
Ruderboot  in  Sicherheit  zu  bringen.  Zwei  Patrouillenhoote
  verließ  en  in  aller  Eile  den  Hafen
und  dampften  auf  das  Unterseebool  zu,  das.
sich  in  107  Meilen  Abstand  besand.  Sie  eröffneten
  das  Feuer,  worauf  das  Unlerseeboot
unterlauchte,  um  ein  paar  Minuten  späler  zwei
Meilen  mehr  westwärts  wieder  an  die  Oberfläche
zu  kommen.  Die  Jagd  wurde  fortgesetzt,  aber
das  Unterseeboot  konnie  bequem  den  Patrouillenbooten
  entschlupfen.  Darauf  bemerlte  das
Unterseeboot  den  Damyser  „„Headland“,  der
rasch  eingeholt  wurde.  Das  Unterseeboot  verschwand
  in  westlicher  Richtung  und  machte  Jagd
auf  ein  drittles  Schiff.  Nach  einer  bereits
  veröffentlichten  Meldung  der  englischen
Admiralität  gehört  auch  „Ocadland“  zu  den
verseiien  Schiffen.

#

Dbhom  es#lichen  Reiegsschauplat.
Der  Eisenbahnschaden  in  Ost-=preußen.


Königsberg  i.  Pr.,  15.  März.  Nach
einer  Mitteilung  des  Ministers  der  öffentlichen
Arbeiten  wird  der  Gesamtschaden  an  Eisenbahnvermögen
  insolge  des  zweiten  Einfalles  der
Russen  in  Ostpreußen  auf  15  bis  20  Millionen
Mark  geschätzt.  (—3.)

Das  Kampfgebiet  von  Ostrolenla.

Krakau,  15.  März.  Das  Blatt  „Naprzod“
  entnimmt  dem  „Kurjer  Warszawskli“  eine

 

 

 

 

uns  azu  besuchen.  Die  ebrwürdiae  Mutter  wird

Schilderung  über  die  Verwüsstungen,  die  durch

Lielmehr.  wie  ich  hoffe,  nichts  dagegen  einzuwmenden
  baben,  wenn  du  dich  jent  noch  haufiger
als  bisher  in  meinem  Hause  aufüäliit.

Wir  wollen  dich  zwingen,  an  die  Aufrich:igkeit
  unserer  Liebe  zu  glauben,  und  mit  Beschumung
  wirst  du  erkennen,  einem  wie  falschen
und  unsinnigen  Verdacht  du  in  deinem  Herzen
Raum  gegeben.  Ah,  wenn  deine  arme  Mutter
solche  Worte  hätte  hören  können  —  sie,  die  bis
um  letzten  Augenblick  ihres  Lebens  durch  das
Band  innigster  geschwisterlicher  Liebe  mit  mir
verknüpft  war!“

Conchitka  atmete  rascher.  Sie  sah  zu  der
Oberin  hinüber,  und  es  war,  als  müsse  sie  einen
schweren  Kampf  bestehen,  ehe  sie  sich  zu  einer
Erwiderung  entschloß.  Als  sie  aber  den  ernsten
Vorwurf  in  den  sonst  so  gütigen  Zügen  der
Aebtissin  las,  war  unverkenndar  auch  ihr  leuers
Bedengten  „Leschwunde

i  sie  es  hätte  hören  können  —  sagen
Sie?  7  denn,  lassen  Sie  mich  Ihnen  darauf
antworten,  damit  es  endlich  ganz  klar  werde
zwischen  uns!  Vielleicht  war  ich  Ihrer  Meinung
  nach  noch  ein  unwissendes  Kind,  als  ich
meine  Mutter  verlor,  und  Sie  hielten  es  nicht
jür  möglich,  daß  sie  mich  zur  Vertrauten  ihrer
Kümmernisse  und  ihrer  bitteren  Erfabrungen
häue  machen  können.  Aber  ich  hnen
diesen  Glauben  nehmen.  Wie  in  einer  Vorahnung
  ihres  nahen  Hinscheidens  hat  sie  mir
noch  wenige  Wochen  vov  ihrem  Tode  die  ganze
Geschichte  ihrer  Heirat  erzählt:  was  sie  um  der
Liebe  zu  meinem  Vater  willen  von  ihren  Eleer#s
und  von  Ihnen  habe  leiden  müssen;  welcher
grausamen  Mittel  man  sich  bedient  bobe,  elie
dem  Manne  ihrer  Wahl  abwendig  zu  m
welche  Ränke  man  gegen  ihn  ges  Wle,  aie
man  ihn  verleumdet  und  beschimoft.  Sie  bat

 

 

das  Kampfgewoge  im  Bezirle  Östrolenka  un.

Gouvernement  Lomza  verursacht  worden  sind.
Wie  bekannt,  sind  in  diesem  Ra#me  die  deutschen
  Truppen  siegreich  vorgedrugen.  Dieses
Gebiet  ist  infolge  der  dort  seit  fünf  Monaten
sortwährend  sich  wiederholenden  Kämopfe  surchtbar
  verwüstet  worden.  Die  dortige,  durch  lebhaften
  Handelsverkehr  belannte  Ortschaft  Myszmniec
  stellt  einen  Trümmerhaufen  dar.  Von
den  336  Häusern  sind  234  total,  die  anderen
Gebäude  fas  vollrommen  durch  Feuecrsbrünste
eingeäschert  worden.  Von  den  5000  Einwohnern
sind  nur  ein  paar  Hundert  zurückgeblieben.  Aber
auch  diese  mußten  sich  während  der  furchtbaren
Kämpfe  in  Erdlöchern  und  Kellern  verborgen
hallen.  Mellrere  Ortschaften  unweit  Myszyniec
ha#ben  durch  Brände  schwer  gelitten.  Einige  sind
onzlich  eingenfchert.  Die  zurückgebliebenen  Einwohner
  leiden  überall  große  Not.  (3.)
e  4  #  4
Von  den  Shere.  Kriegsschauplähen.
Der  amtliche  öslerr.  Bericht.

Wiz.  Wien,  15.  März.  Amtlich  wird  verlautbart:
  Im  wesllichen  Abschnitt  der  Karpathenfront
  verlief  der  gestrige  Tag  ruhiger.
Nordlich  des  Uzsoierpasses  lam  es  zu  ernsteren
Kämnfen.  Starkle  russische  Kräfte  griffen  hier
mittags  an  und  drangen  bis  nahe  an  unsere
tellungen  vor,  w.  sie  sich  zunächst  behaupteten.
Ein  nachniltags  von  unseren  Truppen  über
raschend  duchgeführter  Gegenangriff  warf  den
Feind  an  der  ganzen  Front  nach  heftigem  Kampf
zurück,  wobei  vier  Offiziere  und  5000  Mann
gefangen  wurden.  Auch  an  den  eigenen  Stel
lungen  beiderseits  Oportales  wurde  erbittert
netämpft.  Der  Gegner,  der  über  Stryj  weitere
Verftärlungen  herangeführt  hatte,  griff  sei
einigen  Tauen  wiederholt  mit  starken  Kräften
im  Taie  un  oen  begleitenden  Höhen  an.  Alle
diese  Veriulhe,  gegen  die  Paßhöhen  Raum  zu
gewinnen,  scheiterten  steis  unter  den  schwersten
Verlusten.  Gestern  ersolgte  ein  Angriff,  der
wieder  in  unserem  Feuer  vollständig  zusam
menbrach.  Er  dürfte  mit  Rücksicht  auf  die  gro
bien  Verlusie,  die  der  Gegner  erlitt,  kaum  mehr
wiederholt  werden.  An  tausend  Mann  Gesangene
  brachte  dieser  Kampf  ein.  An  den
Stellungen  südlich  des  Dujenr  wird  gelämpft.
Ein  von  unseren  Truppen  angesetzter  Gegen
angriff  gewann  Raum.  Die  Russen  wurden  an
mehreren  Frontabschnitten  zurückgedrängt.  In
Polen  und  Westgalizien  fanden  nur  Geschützlämpse
  statt.

Oesterreichischer  Heldenmut.

Petersburg,  15.  März.  „Rijetsch“  be
richtet  von  einem  Gefecht  mit  öflerreichisch-ungarischen
  Truppen  bei  einem  galizischen  Dorse:
Als  die  Russen  in  die  brennende  Ortschaft  einziehen
  wollten,  stürzten  die  österreichisch  ungarischen
  Soldaten  aus  den  in  Flammen  stehenden
Hütten  und  hinter  Steinhaufen  hervor.  Sie
tauchten  auf,  wo  man  sie  am  wenigsten  vermutete.
  In  Nauch  gehüllt,  lämpften  sie  mit
dem  Basonett.  Ein  junger  österreichischer  Offizier
  lehnte  an  der  Mauer  eines  von  den  Russen
bereits  besetzten  Hauses  und  rief  unaufhörlich:
„Vorwärts!  Vorwärt!“  Eine  Kugel  traf  ihn.
ber  fallend  mit  brechender  Stimme  murmelte
ee  weiter:  „Vorwärts-!  Vorwärts!“,  bis  ein
Mlutlirom  diese  Worte  ersickte.  (3.)

mir  auch  erzählt,  wie  eifrig  gerade  Sie  alle  ihre
Bemühungen  vereitelt  6  ben,  sech  mit  den  zürnenden
  Eltern  auszusölhr  en.  d  sie  hat  mir  den
lieblosen,  verächtliche.:  Frien  Sgezeigl=  den  Ihre
Gemahlin  ihr  aus  Anleg#  eines  solchen  Versuches
geschrieben  hat.  Jahrciang  war  sie  Ihnen  nur
eine  Ausgestoßene,  eine  Verlorene  gewesen.
Meine  Großeliern  mußten  sterben,  ohne  daß  es
meiner  armen  Mutter  vergönnt  gewesen  wäre,
ihren  letzten  Segen  zu  empfangen.  Dann  *
als  unermüdlicher  Freit  und  glückliche  Fügunge
meinen  Vater  in  den  Besitz  eines  großen  7
mögens  gebracht  hatten  —,  dann  besannen
Sie  und  die  Ihrigen  sich  plötzlich  auf  Ihre
erwondtichanlschen  Gefühle.  Jetzt  waren  Sie
es,  die  eine  Annäherung  suchken,  und  meine
Eltern  dachten  zu  hochsinnig,  um  Sie  zurückzuweisen,
  obwohl  sie  nach  allem  Vorhergegangenen
  über  den  Wert  dieser  geschwisterlichen
  Liebe  wahrlich  nicht  im  ungewissen  sein
nten.“

uhergebens  hatte  dont  Mauel  zwiederhol
#cht,  sie  zu  unterbre  a  sie  für
en  Moment  Nemschöphen  innehielt.  rief  er,
die  bisher  noch  immer  festgehaltene  Maske
väterlich  gütiger  Nachsicht  abwerfend,  mit
drohend  erhobener  Stimme:  #ein  Wo  mehr
don  dieser  Art,  Poonchital  Du  weißt  nicht,  wos
u  sprichst,  und  wie  schwer  du  mich  in  delnem
bindischen  Unverstand  beleidigst.“
lber  sie  ließ  sich  durch  den  Vepielerlschen
Ton  so  wenig  einschüchtern,  als  sie  sich  vorhin
durch  seine  gejuhlvolle  RNede  hatte  rhren
lassen.  ie  haben  mich  gezwungen,  zu
sprechen,  Oheun,  und  es  ist  gut,  r%  65  56
endlich  die  Last  vom  Herzen  habe,  mich
in  dleser,  letzten  Zeit  fast  zu  bans,  s  brohte
Das  Gelsetz  hat  Sle  au  meinem  Vormunde  wle

 

 

 

Kittwoch,  1.März-X/OTN

-  LugeüberCiernoivitz
TM  Vien,  15.  Marz.  Amtlich.  In  der

 

„Dimi  W  ruar  allen  Stils
und  den  PButarester  Ta  gblatt“  vom  12.  März
ist  die  Vachricht  enth  5v,  daß  Czernowitz  von

den  österreichisch-ungarisch  en  Truppen  geräumt

worden  sei.  Diese  Mitteilung  entbehrt  jeder
Begründun

*  Typhus  in  Serbien.

Sofia,  14.  März.  Das  serbische  Amtsblatt
  meldet,  daß  in  den  Militärspitälern  zurzeit
  12  000  Fles-  und  Rauchtyphu-kranke  liegen.
Die  Kranlenzahl  unter  der  Zivilbevöllerung
ist  unbekannt.  Die  Krancheiten  dringen  überall
ein.  In.  Nisch,  der  bichtbevöltertsien  Stadt,
liegen  die  Toten  tagelang  im  saulen  Stroh.
Das  Elend  ist  furchtbor-  (.  *n

das  ülngen  in  den  Karpalben.

Wien,  15.  März.  Mit  dem  Tauwetter
sette  eine  sstarle  russiche  Gegenoffensioe  in  Galizien
  ein,  die  die  Ereignisse  an  allen  anderen
Fronten  star#l  in  den  Hintergrund  treten  läßt
und  namentlich  im  Laufe  des  gestrigen  Tages
zu  ungemein  heftigen  Kämpfen  insbesondere  an
der  Straßze  Ciena-Baligrod-Ussokl-Turla  und  in
der  Gegend  von  Wuyskow  führte.  Auf  dieser
Front  wird  Tag  und  Nacht  gelämpfst.  Die
Nussen  führten  unnnterbrochen  neue  Kräfte  in
die  Feuerlinie,  so  daß  die  öflerreichisch-ungarischen
  und  die  beutschen.  Karpathentruppen  vor
die  allergrößten  Anforderungen  gestellt  waren.
Wenn  gesagt  werden  kann,  daß  alle  Angriffe
der  Russen  ausnahmslos  und  die  Russen  überall
überaus  schwere  Verluste  erlitten,  so  bedeutet
das  für  die  verbündeten  Truppen  das  höchste
Lob.  Sie  haben  sich  in  dieser  Woche  wieder
unter  den  schwersten  Verhältnissen  und  gegen
vielfache  Ueber#egenheit  als  ein  eiserner  Wall
erwiesen.  Die  Angrisse  der  Russen  in  Südostgalizien
  sind  gleichfalls  gescheitert.

Das  Tauwetter  verwandelt  alle  Höhenzüge,
Wege  und  Straßen  in  der  Karpathenfront  in
veile  Sümpfe  von  Schlamm,  Masser  und
Schnec,  die  natürlich  ein  großes  Operatione
Dindernis  darstellen.  Die  Schützengräben  und
Batterieunterstände  und  andere  Deckungen  müfsen
  fortwährend  ausgeschaufelt  werden.  Nachts
gefriert  das  Wasser  wieder,  und  auf  diese  Weise
werden  weite  Strecken  in  Eisselder  verwandelt,
deren  Vetreien  mit  Leben-gefahr  verbunden  ist.
Der  Kampf  gegen  die  russischen  Stellungen  wird
mit  allen  technischen  Mitteln  betricben.  Unsere
Sappeurtruppen  legen  Laufgräben  bis  unter
die  feindlichen  Stellungen  und  haben  brreit:
ganze  Reihen  davon  in  die  Luft  gesprengl.  D
gespreugten  Stellungen  wurden  dann  von  lnseren
  Truppen  im  Sturm  genommen.

Die  russischen  Verluste  sind  geradezu  erschrelkend.
  Die  scheinbare  Offensivlust  der  Russen
entspringt  einer  Stralegie,  die  durch  die  russische
  Niederlage  in  Masuren  verursacht  wurde.
Eine  Entscheidung  ist  auf  der  galizischen  Seite
des  Gebirgswalles  zu  erwarten.  Denn  hieher
wersen  die  Russen  alle  Truppen,  die  sie  in
Mittel=  und  Nordostgalizien  noch  irgendwie  sreibekommen
  können.  Lemberg  ist  nahezu  von  russischem
  Militär  entblößt,  selbst  der  Belagerungsktieg
  um  Przemysl  mußte  Bataillone  abgeben.
Das  macht  erklärlich,  warum  die  Russen  trotz
der  enormen  Verluste  noch  Kräfte  zu  Offensioversuchen
  aufbringen.  (3.)

Die  Russen  entfalten  auf  dem  Uzsoler  Terrainabschnitt
  eine  lebhafte  Tätigleit,  weil  sie
selbst  um  den  Preis  der  größlen  Meischenopfer
  den  Uzsolerpaß  zurüdlgewinnen  wollen

e  Stellungen  unserer  Truppen  sind  cgroßariig

un  Verwalter  meines  I  Lemachi.
.  mußte  mich  füger  uls  Sie  darauf
Schandue  daß  ich  beester  nach  Buenos  Aires
äme,  obwohl  ich  wahrlich  viel  lieber  dort  geblieben
  wäre,  wo  ich  im  Hause  meiner  Eltern
eine  so  glückliche  Mandheiit  verlebt  hatte.  Ihre
Gattin  und  Ihre  Tochter  gaben  sich  alle  erdenkliche
  Mühe,  die  zärtlichen  Verwandten  zu
spielen  —  ich  will  ihnen  dieses  Zeugnis  gern
ausstellen.  Aber  meine  Vase  Isabella  ist  in  der
Kunst,  ihre  wahren  Empsindungen  zu  verbergen.
doch  noch  nicht  Meisterin  genug,  als  daß  sie
imstande  geweien  wäre,  mich  auf  die  Dauer
zu  täuschen.  Und  alle  liebevollen  Umarmungen,
alle  gütigen  Worte  meiner  Tante  konnsen  mich
den  abscheulichen  Brief  nicht  vergessen  machen,

en  sie  einst  meiner  Muiter  geschrieben  hat.
n  sollten  wir  da  dies  heuchlerische  Spiel
noch  länger  fortietzen?  ?  Wieviel  oder  wie  menig
Aufrichtigkeit  in  der  verwandtschaftlichen  Zuneigung
  sein  mag,  die  man  tür  mich  zo  hegen
vorgibt,  iich  bekenne  oflen.  daß  ich  sie  nicht  erwidern
  kann,  daß  ich  niemals  elwas  wie  Liebe
für  Sie  und  die  Sor#en  empfunden  habe,  und
daß  es  auch  in  Zukunft  nat  der  Fall  sein  wird
nie!  Ich.,  werde  desbalb  auch  nicht
mehr  zu  Ihnen  kun#nen.  See  mögen  s  wünschen
oder  nicht.  Wollen  Sie  *  dieser  offenen  Er
klärung  noch  weiler  mein  Vormund  und  mein
Rechtsbeistand  bleiben,  so  kann  ich  es  ja  nicht.
hindern.  Sle.  mögen  sich  dann  für  Ihre  Mühewaltungen
  bezahlt  machen,  wie  wenn  ich  Ihnen
eine  Fremde  wäre.  Auf  einen  anderen  Dank
aber  werden  Sie  bei  mir  niemals  zu  rechnen
haben  —  niemals!

(Fortsetzung  solgt.)