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ist, diesem neuen Auftllanınien von Deutschfreundlichkeit die größte Aufmerksawmkeit
zu widmen. Das sicherste Mittel der Gögenwirkung gegen die deutschen
Intriguen in Rumänien wäre die schleunigste Festirrung der Ordnung im Innern
Rußlands und gleichzeitige Erfolge an unserer Iront, Die rumänische Zensur
läßt sehr weni Nachrichten aus Rußland durch. Im aligemeinen äußern die
nicht zahlreichen Zeitungen keine eigene Meinung. Sie drucken jedoch aus der
englischen und französischen Presse die Mitteilungen ab, nach welchen das neue
Regime in Rußland einen voch stärkeren Schlag gegen Deutschland vorbereiten
soll. Durch Vermittlung Bratianus versorge ich die rumänische Presse mit
allem Material, soweit ich dasselbe aus oflizielen Quellen erhalte und es für
die Veröffentlichung geeignet ist. Es wäre wünschenswert, daß das Ministerium
mich möglichst ausführlich über die Lage in Rußland informieren würde,
damit ich dieselbe bei der rumänischen Regierung und der schwach informierten
rumänischen Presse ins richtige Licht setzen kann.
(Prawda vom 2. Februar 1918.)
Geheimtelegramm des Gesandten in Rumänien
vom 11. April 1917. Nr. 464.
Die rumänische Regierung verfolgt aufmerksam und nicht ohne Unruhe
den Widerhall, den die Petersburger Märztage in der Stimmung in Rumänien
finden. Man fühlt «lie Befürchtung; daß die verstärkte germanophile Propaganda
die gegenwärtig erhöhte Nervositiit der Bevölkerung dazu beuutzen
könnte, Aufruhr im Lande anzustiften. Ein sichtliches Resultat dieser Befürehtungen
der Regierung ist die Rede des Königs an die Soldaten der 2. Armee
in Bakau, die die Agentur an die russische Presse weitergegeben hat. Der
König hat in dieser Rede feierlich das bereits im Jahre 1914 gegebene Versprechen
wiederholt, indem er sagte: »Ihr werdet Land erhalten, ich werde der
Erste sein, um in diesem Sinne ein Beispiel zu geben. Ihr werdet gleichfalls
eine ausgedehnte Teilnahme an öffeutlichen Angelegenheiten erhalten.« Die
Presse und die öffentliche Meinung, die konservative nicht ausgeschlossen, die
sich einstweilen ablehnend gegen die projektierte Bodenreform verhält, begrüßten
die Rede des Königs sympathisch und erkannten an, daß sie zeitgemäß
sei. Aus vielen Gesprächen mit Bratianu und anderen Mitgliedern der Regierung
schließe ieh. daß sie Unruhen in Bälde nicht erwarten, ernstlich jedoch für
die Monate Mai und Juni fürchten, wenn Rußland bis dahin Rumänien mit
Lebensmitteln nicht zu Hilfe gekommen ist. da die Regierung voraussieht, daß
ılie Bevölkerung dann zu hungern aufangen wird, wodurch die Hungertypbusepidemie,
die bereits jetzt bei den rumänischen Truppen und bei einem Teil der
Bevölkerung wütet, noch verstärkt werden würde: diese Tefürchtungen sind in
diesem Fall um so mehr begründet, als die Regierung sich machtlos fühlt, «er
deutschen Propaganda, die sich bemüht, im Lande Unruhen zu stiften, Widerstand
zu leisten. Ich nehme an, daß die Ruhe an der I’ront hauptsächlich von