Fürsten, die nur Abbilder Karls waren, ‚„Krale‘, ein
Wort, welches jetztim Slawischen überhaupt König heißt.
Überdies breitete Karl durch seinen Sieg über die Avaren
die lateinische Kirche in jenen Regionen aus, so daß
auf dieser Seite die Verbindung zwischen Papst und
König unbedingt war. Wir müssen hier antizipierend bei»
fügen, daß der Papst niemals dulden konnte, daß der
oströmische Kaiser, mit welchem sowohl die Avaren als
die Herzöge von Benevent verbunden waren, dort wieder
Einfluß bekam.
Hiernächst ist der Kampf Karls gegen die Sachsen zu
berühren. Diese waren alle noch Heiden, und da Karl
der Große sie zu Christen machen wollte, so waren diese
Kriege hauptsächlich Religionskriege. Sowie der Frankenherrscher
vorrückte, gründete er in den eroberten Län»
dern Bistümer und legte den neuen Untertanen zuguns
sten dieser neu errichteten geistlichen Anstalten den
Zehnten auf. Eine Auflage, welche, da sie aus dem alten
Testamente sich herschreibt, einen gewissen geistlichen
Charakter an sich hatte; die Bischöfe aber waren zusgleich
weltliche Beamte, welche den Gehorsam gegen
den König förderten. Die Gründung dieser großen Bistümer
(Münster, Bremen, Hildesheim, Halberstadt usw.)
war ein höchst gewichtiges Moment zugleich für die geistliche
und weltliche Herrschaft. Auf diese Weise wurde
nach und nach das Christentum und die Autorität des
Königs zugleich bis an die Küsten der Nordsee und die
Elbe ausgedehnt.
Aber auch auf die Sarazenen und den Islam hatte Karl
sein Augenmerk zu richten. Dies war der vornehmste
Feind der in der Bildung begriffenen okzidentalischen
Christenheit, und gegen ihn führte nun Karl der Große
die aus Italien, Frankreich und Deutschland vereinigten
Streitkräfte und unternahm verschiedene Züge. Schon
Pipin hatte die Sarazenen aus dem westlichen Frankreich
völlig vertrieben. Karl ging hinüber nach Spanien.
Hier kam es ihm sehr zustatten, daß das abgesonderte
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