Metadata : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1875. (52)

6

strumente,  Kartenkasten,  einzelne  Stücke  Wildpret,  z.  B.  Hasen,  Rehe  ꝛc.,  ohne  Siegeloder
  Bleiverschluß  angenommen  werden.
S.  10.
Besondere  Anforderungen  bezüglich  der  Werthsendungen.

I.  Briefe  mit  Werthangabe  (Gold,  Silber,  Papiergeld,  Werthpapieren  u.  s.  w.)
müssen  mit  einem  haltbaren  Umschlage  versehen  und  mit  mehreren,  durch  dasselbe  Petschaft
  in  gutem  Lack  hergestellten  Siegelabdrücken  dergestalt  verschlossen  sein,  daß  eine
Verletzung  des  Inhalts  ohne  äußerlich  wahrnehmbare  Beschädigung  des  Umschlages  oder
des  Siegelverschlusses  nicht  möglich  ist.  Ueber  die  Verpackung  und  den  Verschluß  von
Sendungen  mit  Württembergischem  Staatspapiergeld  siehe  außerdem  8.  28.

II.  Geldstücke,  welche  in  Briefen  versandt  werden,  müssen  in  Papier  oder  dergleichen
eingeschlagen  und  innerhalb  des  Briefes  so  befestigt  sein,  daß  eine  Veränderung  ihrer
Lage  während  der  Beförderung  nicht  stattfinden  kann.

III.  Schwerere  Geldsendungen  sind  in  Packete,  Beutel,  Kisten  oder  Fässer  fest  zu
verpacken.  «

IV.  Sendungen  bis  zum  Gewichte  von  2  Kilogramm  dürfen,  sofern  der  Werth  bei
Papiergeld  nicht  5833  Gulden  20  kr.  =  10,000  Mark  und  bei  baarem  Gelde  nicht
583  Gulden  20  kr.  =  1000  Mark  übersteigt,  in  Packeten  von  starkem,  mehrfach  umgeschlagenem
  und  gut  verschnürtem  Papier  eingeliefert  werden.

V.  Bei  schwererem  Gewichte  und  bei  größeren  Summen  muß  die  äußere  Verpackung
in  haltbarem  Leinen,  in  Wachsleinwand  oder  Leder  bestehen,  gut  umschnürt  und  vernäht,
sowie  die  Naht  hinlänglich  oft  versiegelt  sein.

VI.  Geldbeutel  und  Säcke,  welche  nicht  in  Fässern  u.  s.  w.  versandt  werden,
können  in  dem  Falle  aus  einfacher  starker  Leinwand  bestehen,  wenn  das  Geld  darin
gehörig  eingerollt  oder  zu  Päckchen  vereinigt  enthalten  ist.  Andernfalls  müssen  die  Beutel
aus  wenigstens  doppelter  Leinwand  hergestellt  sein.  Die  Naht  darf  nicht  auswendig
und  der  Kropf  nicht  zu  kurz  sein.  Da,  wo  der  Knoten  geschürzt  ist,  und  außerdem
über  beiden  Schnur-Enden  muß  das  Siegel  deutlich  aufgedrückt  sein.  Die  Schnur,
welche  den  Kropf  umgibt,  muß  durch  den  Kropf  selbst  hindurch  gezogen  werden.  Dergleichen
  Sendungen  sollen  nicht  über  25  Kilogramm  schwer  sein.

VII.  Die  Geldkisten  müssen  von  starkem  Holz  angefertigt,  gut  gefügt,  und  fest  vernagelt
  sein,  oder  gute  Schlösser  haben;  sie  dürfen  nicht  mit  überstehenden  Deckeln  versehen,
  die  Eisenbeschläge  müssen  fest  und  dergestalt  eingelassen  sein,  daß  sie  andere  Ge-