Full text : Medizinal-Statistische Mittheilungen aus dem Kaiserlichen Gesundheitsamte. Dritter Band. (3)

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schlags  auf  dem  rasirten  Bauche  ungeimpft  zurückgegeben.  Die  von  3  Kälbern  abgenommene
  Lymphe  wurde  wegen  Krankheit  der  Thiere  vernichtet;  das  eine  dieser  Kälber
erwies  sich  bei  der  Schlachtung  als  tuberkulös,  das  zweite  litt  an  einem  Lungenabsceß,
das  dritte  fieberte  am  2.  bis  4.  Tage  und  hatte  nur  spärliche  Pocken.

Im  Leipziger  Impfstall  zeigten  sich  bei  den  eben  eingestellten  Thieren  nicht
selten  Durchfälle.  Nur  in  einem  Falle  wurde  jedoch  auch  nach  der  Schlachtung  Dünndarmentzündung
  festgestellt;  die  von  dem  betreffenden  Thiere  entnommene  Lymphe  gelangte
  nicht  zur  Ausgabe.

In  Frankenberg  wurde  die  Lymphe  von  2  Thieren  verworfsen,  weil  sich  bei  denselben
  nach  der  Schlachtung  unter  dem  scheinbar  gut  verheilten  Nabel  in  der  entzündeten
  Nabelvene  eine  bis  in  das  Lebergewebe  reichende  Eiteransammlung  fand.

In  Bautzen  litten  5  oder  6  Thiere  an  leichten  Diarrhöen.  Die  Schlachtbefunde
waren  bei  sämmtlichen  Thieren  günstig.

Von  den  in  Stuttgart  geimpften  47  Thieren  wurden  15  nach  der  Schlachtung
als  krank  befunden,  davon  14  unter  den  37  Thieren  des  einheimischen  Fleckviehs.  Von
diesen  hatten  5  geschwollene  und  käsige  Bronchial=  oder  Mediastinaldrüsen,  2  Tuberkulose
  der  Lungenspitzen,  2  geschwollene  und  käsig  entartete  Mesenterialdrüsen,  4  allgemeine
  Tuberkulose  der  Eingeweide,  1  Aktinomykose  in  den  Bronchial=  und  Mittelfelldrüsen.
  1  mit  einem  Absceß  am  Kehlgang  behaftetes  Thier  gehörte  nicht  zum
Fleckvieh.  Die  Lymphe  aller  dieser  Thiere  blieb  unbenutzt,  darunter  in  6  Fällen,  wo  sich
nur  erbsen=  oder  hafelnußgroße  und  theilweise  verkalkte  käsige  Herde  in  den  wenig  oder
gar  nicht  geschwollenen  Bronchial-  oder  Mesenterialdrüsen  vorgefunden  hatten  und
Zweifel  bestanden,  ob  Tuberkulose  vorlag.  Entzündungen  des  Impffeldes  wurden
durch  frühzeitige  Abschabung  der  Pocken  verhütet.  Die  Schlachtung  fand  spätestens
am  Tage  nach  der  Abnahme  des  Impfstoffes  statt.

In  Cannstatt  wurden  sämmtliche  Thiere  bei  der  Untersuchung  vor  der  Einlieferung
  gesund  und  im  guten  Ernährungszustande  befunden;  nach  dem  Schlachten
hatten  7  derselben  krankhafte  Veränderungen  (kleine  käsige  oder  theilweise  verkalkte
tuberkulöse  Herde  in  den  Lungen  und  Bronchialdrüsen  2c,  einmal  einen  kleinen  Eiterherd).
  Diese  kranken  Thiere  hatten  beim  Impfen  eine  Körperwärme  von  388  bis
38,9%  C;  beim  Abimpfen  war  dieselbe  bis  um  O)7“  gefallen  oder  unwesentlich,  bis  um
0,9°  gestiegen.  Aus  diesen  Temperaturverhältnissen  war  auf  einen  krankhaften  Prozeß
nicht  zu  schließen.  Von  den  22  gesunden  Thieren  zeigten  21  eine  Zunahme  bis  zu
1,8°  C.

In  Karlsruhe  waren  2  Thiere,  deren  Impfstoff  alsdann  vernichtet  wurde,  nach
der  Schlachtung  als  perlsüchtig  befunden  worden.  Zur  Verhütung  der  Einschleppung
der  Maul=  und  Klauenseuche  in  die  Anstalt  verweilten  die  thierärztlich  untersuchten
Thiere  6  bis  8  Tage,  bevor  sie  in  den  Impfstall  gelangten,  in  dem  abseits  gelegenen
Sonderstall.

In  Darmstadt  zeigten  sich  bei  2  Impfthieren  nach  der  Schlachtung  unbedeutende
tuberkulöse  Herde.  Dieselben  bestanden  in  dem  einen  Falle  in  einer  haselnußgroßen
verkalkten  Mesenterialdrüse,  in  dem  andern  in  kleinen  Knötchen  am  Bauchfell,  in  denen
zwar  Tuberkelbacillen  nicht  gefunden  wurden,  die  aber  nach  ihrer  äußeren  Beschaffenheit
  eine  auffallende  Aehnlichkeit  mit  Tuberkelknötchen  hatten.  Die  von  beiden  Thieren
stammende  Lymphe  wurde  veinichtet.  Die  Temperaturverhältnisse  erwiesen  sich
günstiger  als  früher  bei  den  kleineren  Thieren.  Die  höchsten  Grade,  je  einmal  40,0
und  40,5“,  wurden  vor  der  Lympheabnahme  gefunden.  Einige  Thiere,  bei  denen  versucht
  wurde,  die  Diagnose  mit  Hülfe  der  Tuberkulininjektion  zu  stellen,  zeigten  Fieberreaktion
  nicht  und  waren  beim  Abschlachten  völlig  frei  von  Tuberkeln.  Durch  jeweilige