Volltext : Der Mündliche Vortrag. Dritter Teil. Schönheit des Vortrags. (3)

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Bortrag  des  Lyrischen.

Den  Tod?  Sie  richtet  sich  empor,  sie  steht!  —
Bei  Gott,  der  Apfel  mitten  durchgeschossen!
Es  war  ein  Meisterschuß,  ich  muß  ihn  loben!  —
Was  seh'  ich!  Gott!  Du,  Barak,  du  in  Peking?  —
Sein  Sohn?  Wäs  hör'  ich?  Du  ein  Prinz?
Ein  König  du?  Des  Unbekannten  Vater?
Ein  König  und  in  solcher  Schmach?
Ihr  verweigert  mir  den  Brief?  —
Wie?  Ich  bin  lebend  hier!  Mit  jedem  Schritt
Erwartet'ich  die  Mörderdolche  in  der  Brust
Zu  fühlen  —  und  von  niemand  angefallen
Hab'  ich  den  ganzen  Weg  hierher  zurückgelegt?  —
Ist's  möglich?  Ist's  kein  Blendwerk,  das  mich  täuscht?
So  nahe  find'  ich  einen  Freund  und  wähnte  mich
Verlassen  schon  von  aller  Welt  —  find'  ihn
In  Cuch,  dem  Neffen  meines  Kerkermeisters,
In  dem  ich  meinen  schlimmsten  Feind  vermutet?  —
Von  Lester  hofft  Ihr  Rettung?
Von  Lester?  Eurem  blutigsten  Verfolger?
Dem  Günstling  der  Elisabeth?  —
Was  sagst  du,  Mutter?  Eine  Schwester  lebt  uns!
Und  wir  vernahmen  nie  von  dieser  Schwester?  —
Vermählen?  Wer?  Ich?  Ich  bin  voll  Erstaunen!
Doch  nein,  du  redest  so  weil  du  dich  irrst!  —
Wie?  Ein  Tempelherr,  dem  Sultan  Saladin
Das  Leben  ließ!  Durch  ein  gering'res  Wunder
War  Recha  nicht  zu  retten?  —
Wie?  Das  wär  Al  Hafi?  Träumst  du  wieder?
Er  ist's,  wahrhaftig!  Bist  du's,  bist  du's  nicht?
In  dieser  Pracht  ein  Derwisch?  —
Das  fragst  du  mich?  Ich  weiß
Ja  kaum  von  wem  die  Rede  war  und  höre
Von  eurem  Nathan  heut  zum  ersten  Male!  —
Ich  erstaune!  Dein  Sohn  ist  meines  Baters  Gefangener?
Seit  wann?  Wie?  Wo?  —

Ich  erstaune  weil  ich  höre.  Es  hat  geblitzt  und  ich  erwarte  den

Schlag.  Rede!  —

Unmöglich  in  der  That!  Er  fleht  um  Gnade?
Gott  im  Himmel,  was  ist  geschehn?  Was  weißt  du?
Dusprachst  ihn?  Thu'  mir  alles  kund!  Er  fleht  um  Gnade?  —
Bei  Gott,  mein  Fürst  und  Herr,  ich  will  nicht  hoffen
Daß  dir  die  Ordre  fremd?  —