MHür –
*15
#
ni Aummer 162 Rosenhemer Anzelger Freitag, 16. Juli 1911
ändern solle, solange der Krieg dauert, so erleidet
der Grundsatz doch, wie sich aus dem
Eie öterrelch- ungartsche Kote
Das Nampsgebiet um Arras.
an Amerika.
Wien, 14. Juli. Der Minister des Aeußern
richtete an den Botschafter der Vereinigten
Staaten von Amerika am Wiener Hofe eine
Nrt-, die na##stehnden Wortlaut hat:
Wien, 29. Juni 1915.
Die tiefeingreifenden Wirkungen, welche sich
aus der Tatsache ergeben, daß sich seil geraumer
Zeit zwischen den Vereinigten Staaten von
Amerika einerseits und Großbrilannien und dessen
Verbündeten andererseits ein Handelsverkehr
mit Kriegsbedarf im größten Umfange
abspielt, während Oesterreich-Ungarn gleich
Deutschland vom amerikanischen Markte röllig
abgeschlossen ist, zogen von allem Anfang an
die ernsteste Aufmerlsamleit der k. u. k. Regierung
auf sich. Wenn nun der Unterzeichnete
sich erlaubt, in dieser Frage, mit welcher da?:
Washingtoner Kabinett bisher bloß von der
deutschen Regierung befaßt ist, das Wort zu
nehmen, so folgt er hierbei dem Gebote der
unabweislichen Pflicht, die ihm anvertrauten
Interessen vor weiterer schwerer Schädigung
zu bewahren, die aus dieser Situalion gleichwie
für das Deutsche Reich, so auch für Oesterreich=Ungarn
erwächst. Ist auch die k. u. k. Regierung
durchaus davon überzeugt, daß die Haltung,
velche die Bundesregierung in dieser Angelegenheit
einnimmt, keiner anderen Absicht entspringt,
als der, strikteste Neutralität zu wahren
und sich in dieser Beziehung den in Betracht
kommenden Bestimmungen der internationalen
Verträge bis auf den Buchstaben anzupassen,
so drängt sich doch die Frage auf, ob die Verhältnisse,
wie sie sich im Laufe des Krieges, gewiß
unabhängig vom Willen der Bundesregierung
herausbildeten, nicht derart beschaffen sind.
daß die Intentionen des Washingtoner Kabinetts
ihrer Wirkung nach durchkreuzt, ja geradezu
ins Gegenteil verkehrt. werden. Wird
aber die Frage bejaht, und ihre Bejahung kann
nach Meinung der k. u. l. Regierung nicht
zweifelhaft sein, dann lnüpft sich hieran von
selbst die weitere Frage, ob es nicht möglich, ja
sogar geboten erscheint, daß Maßnahmen ergriffen
werden „die geeignet sind, dem Wunsche
der Bundesregierung, den beiden Kriegsparteien
gegenüber eine streng paritätische Haltung
einzunehmen, volle Geltung zu rerschaffen.
Die k. u. l. Regierung zögert nicht, auch
diese Frage unbedingt zu bejahen. Der amerikanischen
Regierung, die an dem Haager Werle
in so hervorragender Weise mitwirkte, isl es
sicherlich nicht entgangen, daß sich Wesen und
Inhalt der Neutralität in den fragmentarischen
Vorschriften der einschlägigen Verträge nicht annähernd
erschöpfen. Faßt man speziell die Enistehungsgeschichte
von Artilel 7, bezw. 13, der
Konvention ins Auge, auf den sich die Bundesregierung
im vorliegenden Falle offenbar stützt,
dessen Wortlant ihr, wie durchaus nicht geleug-Erkämpftes
Glück
1 Roman don U. Brlow
(Machdruck erdoten
Ludwia Guniher vernahm mu Interesse die
Mitteilungen der Zinennerin, aber er hälte das
arme Madchen, dem er so viel Dank schuldig
war, gern vor den Gefahren einer so weilen
Wanderung ins Un gewisse bewabrt. So drang
er denn in die wmiauneim. den t # unn- eingeben:
er welle f#orgen, wie ein Vater für seine
Tochterx. ie ont, um unr sanen, was er fuür sie
lun lo: welches ische wären. Aber
auch diernal u S B eien jedes NAueriiclen
zururk: nac Augen glenn men und ihre Wangen
rotcten sich. als sie von neuem zu errahlen
anfing, was sie selber von ihrer Großmuller
gehbort hatic.
„Tort unten jenseits der hohen Schnerberge
im Lande, das Ihr Jm##a uruntk,“ so begann sie,
#versazumeln sil die Zinenner ans allen Laudern,
alt und zung. Männer und Frauen. Ein weiß—
haarige#. hochbezagter (Ircir, der über hundertmal
die Erde im „uhling sich hal verjungen sehen und
von fruher die We
ene lennt, die zum großen Kömge
an die Spine und uernimmt
die Juhrung de#s Zuges. Zu Schin gein es hinuber
uber das große Wasser nach Astila, wo die
Sonne heiß und beißer auf den Sckeitel der
Wandernden brennt. Und die ranschenden Miesenstron
ie entlang wandern wir lirfer und licfe: innein
in den Schatten der Urwalver, Mlünner und Zianen
almen au'f in der kühlen. grünen Tummerung. aihren
Oäuptern verflechten sich die Zweize und
die Schlingoflanmmen zu einem sicheren“ Schundach,
welches die Sonne veraebens mit ilnen aoldenen
# “ *ie
—.
")⅝5 : « XIV-«- -
net werden soll, eine formale Handhabe für die
Duldung des von den Vereinigten Staaten
gegenwärtig betriebenen Handels mit Kriege
material bietet, so bedarf es, um den wahren
Geist und die Tragweite dieser Bestimmung
zu ermessen, die übrigens schon durch das Verbot
der Lieferung von Kriegsschiffen und durc)
das Verbot gewisser Lieserungen an Kriegsschiffe
der kriegführenden Länder durchbrochen
erscheint, nicht erst des Hinweises darauf, daß
die neutralen Staaten in den einzelnen eingeräumten
Befugnissen im Sinne der Prambule
zur letztgenannten Konvention ihre Grenzen finden
an den Forderungen der Neutralität, wie
sie den allgemein anerkannten Prinzipien des
internationalen Rechtes entsprechen. Nach allen
Autoriläten des Völkerrechles, die sich mit der
hier zunächst in Betracht kommenden Frage des
näheren beschäftigen, darf eine neutrale Regie.
rung den Handel mit Kriegslontrebande nicht
ungehindert sich vollziehen lassen, wenn der
Handel solche Gestalt oder solche Dimensionen
annimmt, daß dadurch die Neutralität des Landes
in Mitleidenschaft gezogen wird.
Mag nun der Beurteilung der Zulässigleil
des Kontrebandehandels, welches der verschiedenen
Kriterien immer zu Grunde liegen, die in
dieser Hinsicht von der Wissenschaft aufgestellt
wurden, so gelangt man nach jedem einzelnen
derselben zu dem Schlusse, daß der Erport von
Kriegsbedarf aus den Vereinigten Staaten, wie
er im gegenwärtigen RKriege betrieben wird,
mit den Forderungen der Neutralität nicht in
Einklang zu bringen ist. Es handelt sich nicht
etwa um die Frage, ob die amerikanische In-Pieilen
zu dur- 0 zu siirn
Männer, die hier #½ , kun den brannen K#lern
des großen Köalne ’Miannn, reundlich
ihnen vielmehr von der eigenen ernen mit: Wur:en,
Maislklolben und Früchte. Endlich ist das er der
langen Wanderung erreicht: ein blauer Sre inmitten
der unendlichen Wälder, umgeben von
seirenen Wieenplanen, auf denen zerftreun (irurpen
bober Kalmen sichen, lühle Quellen über jerriisenes
Gestein sprudeln, am ser unbelannte, 91 osie
Blumen farbenieuchtend Ulühen und ihren Dust#
weithin versenden — das ist der Ou. wo der grose
König des Zugennervolles wohnt. Tie Narht bricht
berein, Fruer slammen aus, leichte Jeite erheben
sich. unter einem mächtigen Kolospalmenhaum aber
ragt purpurjarben das zell des Königs hoch empor.
Und nun erschallt dar Feichen, dromal drei laute
Schläge an ein grostes metallenes Berten. Zu
dem Purpurzelte hinan drängt die Mienge. Dann
trit er hervor, der Herrscher der Zigruner, mit
wellendem nolem Maulel, dar Hau#z# um golbenem
Ren geschmückt. Unendlier Zubel alrann, die
braunen Kinder des unslalen, heimatitöoten Volles
begrußen ihren Nater, der aber hru# die Hand.
und der Lärm verstummt. Lamlose El## und
der Fürst spricht zu seinem Volle: NVeoil der
" geuner, das rastloz wandert durch die Weiten
er Weit, sei gegrußt von Teinem Gor lanm, der
ve blekaunt und verborgen an beitiger Z#ete weilt!
Noch kann ich Euch nicht künden, daß die alle
Schuld gesühnt, der schwere Fluch gelost und von
Euch genommen ist; noch ist er nicht ersän nen, der
Erlöser, der Euch groß und mächlig machen und
die Herrschaft über den Erdball gewinnen Wird.
Drum mußt Ihr noch meiter wandern ro#n Sri
. Ont, von Laud zu Land, von Voll #n voll.
esfnel Eure Angen und Ohren, sehet alle:, höre!
alles, aber sagel nichts, Eure Lippen seien versieaelt,
sucht. Tie selmarzen
ile
dustrie, die sich mit der Erzeugung von Kriegsmaterial
beschäfligt, davor bewahrt werden soll.
daß der Export, den sie zu Friedenszeiten betrieben
hat, eine Einbuße erleide. Vielmehr
hat diese Industrie gerade infolge des Krieges
eine ungeahnte Steigerung erfahren, um die ungeheuren
Mengen von Wassen, Munition und
sonstigem Kriegematerial aller Art zu fabrizieren,
welche Großbritannien und dessen Verbündete
im Laufe der vergongenen Monate
in den Vereinigten Staaten bestellt haben, bedurfte
es nicht nur der vollen Ausnütung,
sondern sogar der Umwandlung und Erweiterung
der besichenden und der Schaffung neuer
großer Betriebe, sowie des Zustromes von Massen
von Arbeitern aller Branchen zu diesen Betrieben,
kurz tiesgehender, das ganze Land umfassender
Aenderungen des wirtschaftlichen Lebens.
Der amerikanischen Regierung lann so nach
keiner Seite das Recht bestritten werden, durch
Erlassung eines Ausfuhrverbotes, diesen offen
zutage liegenden enormen Export von Kriegsbedarf
zu verhindern, von welchem überdies
notorisch ist, daß er nur einer der Kriegsparleien
zugute kommen kann. Würde die Bundesregierung
von dieser ihr zustehenden Befunnis
Gebrauch machen, so könnte sie ein Vorwurf
auch dann nicht treffen, wenn sie, um mit den
Anforderungen der nationalen Gesetzgebung in
Einklang zu bleiben, den Weg der Erlassung
eines Gesetzes beschritte. Denn, wenn es auch
prinzipiell zutrifft, daß ein neutraler Staat in
seinem Bereich geltende Vorschriften betreffend
sein Verhallen zu den Kriegführenden nicht ab-#“——.———.“..““
van tein Wort darüber grlange, den Leuten, ue.-öl
Euch ren. Kunde in geben von den Ge-
buntcruen, er! Wiar hr gesehen,
*l ersoricht aus ##uen Guren Wenen, bewahr
z5 c wol# in 6: urer Brust, auf daß, wenn
der große Tag lomint und drr heilige König hervorirut,
Ihr ihm a: agen könnt die Shwächen
und die Oeimlichlef#n der Genner!
Mu Augen, v0# Begeisterung särmlich
llammten, blict L##a auf den jungen Grasen.
als sle gier innehiell. Dann strich sie, wie aus
einem schönen Traum erwachend, langsam über
die Stirn, und leise wic die wehmütigen Klänge
einer Aecolsharsfe, die im! d Uuert.
drangen die Worte über
zögert zu lange, der heilige Konige“ t sein hoalk
verlommt: Arreessen im Elend, vergeht in Not
und Drangsal!=Das
Herz in der Brußt schmolz Ludwig Günther
vor innigem Mitgefühl. Also auch diese e Ausgestoßenen,
diese Armen und Elenden hegten ihren
Traum von künstiger Macht, Größe und Herrlichleit,
auch sie hofsten auf einen, der da kommen
beu und sie hinaufführen aus der Niedrigleit und
em Dunlel zur lichten Höhe, zu Glanz und Macht.
Er erinnerte sich an jenen verhän Wichlen Abend
auf Wangerooge, da er durch Leilas. 1 Dü den
Schleichwegen des Schungglerkem
gekommen war und aus dessen! Wn
eine Andeutung von dem geheimnisvollen 6
könig der Bigeuner vernommen hatte. Was Leila
aber berichtete von dem Pilgerzuge ganzer Zigeunertrupps
nach dem tropischen Afrika, wo das
haupt aller der über ven- cange Erde zerstreut
lehenden braunen Wanderstämme verborgen in
mymscher se ndn hausen sollte, sowie
von der Verpflichiun eines jeden Zigeuners, einmal
wenigstens in seinem Leben den Großkönia
ber
Préambule 13 der Haager Konvention klar
ergibt, in dem Falle eine Ausnahme „ou
expérience en demontreralt la necessleée
pour Ia sauvegarde de ses drolts“ (oder die
Erfahrung dabei die Notwendigkeit für den
Schuy seiner Rechte beweisen würde).
Dieser Fall ist übrigens für die amerkkanische
Regierung schon mit der Tatsache gegeben, daß
Oesterreich-Ungarn ebenso wie Deutschland von
jedem Handelsverkehr mit den Vereinigten
Staaten abgeschnitten ist, ohne daß die rechtliche
Voraussetzung hierfür, eine rechtsgültige
Blockade vorläge. Dem etwaigen Einwand gegenüber,
daß es, bei aller Bereitwilligkeit der
amerikanischen Industrie, wie an Großbritannien
und dessen Verbündete, so auch an Oesterreich-Ungarn
und Deutschland zu liefern, den Vereinigten
Staaten eben nur infolge der Kriegslage
nicht möglich sei, mit Oesterreich-Ungarn
und Deutschland Handel zu treiben, darf wohl
darauf hingewiesen werden, daß die Bundesregierung
zweifellos in der Lage wäre, dem
geschilderten Zustande abzuhelfen. Es würde
vollauf genügen, den Gegnern Oesterreich-Ungarns
und Deutschlands die Sistierung der Zufuhr
von Lebensmitteln und Nohstoffen für den
Fall in Aussicht zu stellen, daß der legitime
Handel in diesen Artikeln zwischen der Union
und den beiden Zentralmächten nicht freigegeben
wird.
Wenn sich das Washingtoner Kabinett zu
dieser Aktion in diesem Sinne bereit fände, so
würde es nicht nur der in den Vereinigten Staaten
stets hoch gehaltenen Tradition folgen, für
die Freiheit des legitimen Seehandc#ls einzutreten
„sondern sich auch das hohe Verdienst
erwerben, das frevelhafte Bestrebon der Feinde
Oesterreich-Ungarns und Deutschlands, sich des
Hungers als Bundesgenossen zu bedienen, zu
nichte zu machen.
Die k. u. k. Regierung darf sonach im Geiste
der ausgezeichneten Beziehungen, die niemals
aufgehört haben, zwischen der österreichisch ungarischen
Monarchie und den Vereinigten Staaten
zu bestehen, an die Bundesregierung den
von aufrichtiger Freundschaft getragenen Appell
richten, sie möge unter Bedachtnahme auf die
hier entwickelten Darlegungen den von ihr in
dieser so hochbedeutsamen Frage bisher eingenommenen
Standpunkt einer reiflichen Uleberlegung
unterziehen. Eine Revision der seitens
der Regierung der Union beobachteten Hallung
im Sinne der von der k. und k. Regierung vertretenen
Aufsassung würde nach deren Ueberzeugung
nilt nur im Rahmen der Rechte und
Obliegenheilen einer neutralen Regierung, sondern
auch in den Nichtlinien jener von wahrer
Monschlichkeit und Friedensliebe beherrschten
Grundsätze liegen, welche die Vereiniglen Slaaten
von jeher auf ihr Banner geschrieben baben.
v * ·
ameusuchen, war ihm neu und ersch'en ihm so
sellsam abenleuerlich, daß er an eine Täuschung
hlaubte.
.Es wird eine bloße Sage sein, Leila.“ bemerlie
er darum, „was Du da von Deiner
Großmutter vornommen bast, ein Traumbild, aber
nicht reelle Wirllichleit. Es wäre töricht, wolltest
Du so allein ino Ungewisse üorr die Alpen na
Italien wandern und dann dort vergebend na
der Hasenstadt suchen, von wo Ihr nach Afrika
überseyen wollt
„Nicht doch, o Herr,“ war die rasche Entgegnung,
v allein ziehe ich über die großen
Schnceberge, viele andere Zigcuner versammeln
sich bereits an dem bestimmten Orte am User des
Weserstromes. Von dort aus zaoln der Aufbruch,
wenn die Zeit, der rechte Tag und die rech
Stunde i sind, in vec iedenen un. 7
r, bald kleinex sind. Sorge
nicht um mich Ich bin die Tochter eines Hroben
Häuptlings, und“ an meinem Haupte, so hat die
Urahne prophezeit, als ich geboren wurde, hän
das Glück des Stammes, ich stehe darum in guter
Hut. Freilich — ihr Vescht verdüsterte sich hier
auf eindel und ihre Züge nahmen einen schmerzlichen
Ausdruck an — wer darum doch jung
sterben durch blankes Eisen. ae die Urahne vorher
gesagt hat, und i Er- Prophegeihungen trogen nie.“
eila, armes Kin ce kannst Duso
öricht ein und "is 1 **-' Wer weiß,
- Deine Stammesgeno i Prophezens
richtig verstanden haben, und wenn a sol
rhssagungen — slub tebgitch Gib v2c 4% nicht
chen Gedanken ab.“ So suchte
der Junker in suer herglichen Zuneigung zu dem
anmungen Madchen daeselbe zu berudigen und
wieder auszuheilern. Allein Leila schürtelte betrübt
—— 4