Full text : Handbuch zum praktischen Gebrauch der Kreis- und Amts-Ordnung.

Anstellung  und  Wirksamkeit  der  Schiedsmänner.  689

jedoch  zräz  Vorbehalt  des  Regresses  gegen  die  Vormünder  oder  Verwalter.  (§  11
a.  a.  O.

Durch  Ablauf  der  Verjährungsfristen  wird  der  Steuerpflichtige  von  jedem
ferneren  Anspruche  befreit.  (§  12  a.  a.  O.)

§  5.  Die  vorstehenden  Vorschriften  finden  auch  Anwendung  auf  öffentliche
Abgaben,  welche  an  Gemeinden  und  Korporationen,  sowie  an  ständische  Kassen  zu
entrichten  sind,  oder  als  Provinzial-,  Bezirks-,  Kreis=  oder  Gemeindelasten  oder
zur  Unterhaltung  öffentlicher  Anstalten  aufzubringen  sind.  (§  14  a.  a.  O.)

§  6.  Wegen  allgemeiner  Anlagen  und  Abgaben  (88  36  u.  41  d.  Verordn.
vom  26.  Dezember  1808,  Ges.-S.  1817,  S.  238;  §§  78.  79,  Tit.  14,  Thl.  II
d.  Allg.  Landr.)  kann  auf  Grund  der  Behauptung,  daß  die  einzelne  Forderung
bereits  früher  getilgt  oder  verjährt  sei,  die  Klage  auf  Erstattung  des  Gezahlten
  angestellt  werden,  jedoch  bei  Verlust  des  Klagerechts  nur  binnen  6  Monaten
  nach  erfolgter  Beitreibung  oder  geleisteter  Zahlung.  (§  9  d.  Ges.  vom
24.  Mai  1861,  Ges.-S.,  S.  243.)

Der  Rechtsweg  findet  ferner  statt,  wenn  der  Herangezogene  behauptet,  daß
die  geforderte  Abgabe  keine  öffentliche  Abgabe  sei,  sondern  auf  einem  aufgehobenen
privatrechtlichen  Fundamente  beruhe.  (§  10  a.  a.  O.)

III.  Bechtspflege.

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33.  Kapitel.
Anstellung  und  Wirksamkeit  der  Schiedsmänner.

8  1.  Zur  gütlichen  Schlichtung  streitiger  Angelegenheiten  soll  in  den  Städten
und  auf  dem  platten  Lande  der  Provinzen  Preußen  (Verordn.  vom  7.  September
1827),  Brandenburg,  Schlesien  (Kab.-O.  vom  14.  August  1832)  und  Sachsen
(Kab.-O.  vom  15.  Februar  1834)  für  jeden  2000  Seelen  umfassenden  Bezirk
ein  Schiedsmann  angestellt  werden.  Ausnahmsweise  können  auch  für  kleinere
Bezirke  von  nicht  weniger  als  500  und  größere  von  nicht  mehr  als  4000  Seelen
gebildet  werden.  (S.  die  in  den  einzelnen  Amtsblättern  abgedruckte  Minist.-Instruktion
vom  11.  April  1834.)

8  2.  Die  Wahl  geschieht  in  den  Städten  von  den  stimmberechtigten  Bürgern,
  auf  dem  platten  Lande  von  den  Gutsbesitzern  oder  deren  Stellvertretern
und  außerdem  von  Wahlmännern  aus  den  zum  Bezirk  gehörigen  Gemeinden.
Diese  Wahlmänner  werden  durch  die  Grundbesitzer  in  jeder  Gemeinde  nach
Stimmenmehrheit  gewählt.  Es  wählt  hierbei  jede  Gemeinde  auf  100  —200
Seelen  einen  Wahlmann.  Hat  die  Gemeinde  mehr  als  200  Einwohner,  so
wählt  dieselbe  auf  je  200  Seelen  einen  Wahlmann,  so  daß  in  einem  Bezirke
von  2000  Seelen,  außer  den  Gutsbesitzern  oder  deren  Stellvertretern,  mindestens
10  Wahlmänner  zusammentreten.

Die  Wahl  der  Wahlmänner  ordnet  der  Landrath  an,  dem  die  Wahlprotokolle
einzureichen  sind.

Die  Wahl  der  Schiedsmänner  leitet  der  Landrath.  (a.  a.  O.)

8  3.  Der  durch  Stimmenmehrheit  Gewählte,  welcher  völlig  unbescholten,
24  Jahre  alt,  selbstständig,  geachtet  und  mit  den  Geschäften  des  bürgerlichen
Lebens  vertraut,  auch  im  Stande  sein  muß,  einen  Aufsatz  deutlich  abzufassen,  ist

Mascher,  Kreisordnung.  44